Warum tun meinem Sohn nachts die Beine weh?

von Anonym

Liebe Frau Reimann-Höhn,

mein achtjähriger Sohn klagt immer mal wieder nachts über Schmerzen an den Beinen. Der Arzt kann nichts bei ihm feststellen und glaubt, dass es sich um Wachstumsschmerzen handelt. Ist es üblich, dass Kinder nachts wachsen und dass das mit Schmerzen verbunden sein kann?

Antwort von: Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn

Liebe Leserin,

in der Tat gibt es Wachstumsschmerzen bei Vorschul- und Grundschulkindern, die zwei- bis dreimal jährlich auftreten und ganz harmlos sind. Meistens klagen die Kinder beim Einschlafen über unspezifische Schmerzen in den Beinen oder Armen. Dabei handelt es sich nicht wie oft vermutet um einen Trick, damit das Einschlafen hinausgezögert wird. Wenn der Körper zur Ruhe kommt, nehmen die Kinder ihn und die Schmerzen intensiver wahr. Ursache der Schmerzen beim Wachstum könnte die Dehnung der Sehnen und Bänder sein, die gewissermaßen nicht so schnell mitkommen, wenn der Körper sich nachts streckt und bei einem Schub um bis zu 0,2 Millimeter wachsen kann. Dagegen helfen Trost und Ablenkung, aber auch warme bis heiße Bäder, Franzbranntwein oder Zitronensaftumschläge und Massagen, bei denen die Beine streichend von unten nach oben sanft massiert werden. Dieses Phänomen tritt bei rund 30 % der Vor- und Grundschulkinder auf und kann manchmal sogar bis in die Pubertät hinein anhalten. Die häufig wandernden oder auch die Seiten wechselnden Schmerzen sind am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Bei starken Beschwerden empfehlen Kinderärzte auch mal die Einnahme eines Schmerzmittels, meist Paracetamol. Nach rund zwei Wochen ist die Phase meist wieder vorbei. Natürlich ist eine ärztliche Abklärung immer wichtig, damit keine ernsthafte Erkrankung übersehen wird.

Viel Erfolg beim Trösten wünscht
Ihre Uta Reimann-Höhn

Kommentare zu "Warum tun meinem Sohn nachts die Beine weh?"

  • G.L. schreibt am 04.06.2013

    Wann mein Sohn zum ersten Mal Wachstumsschmerzen hatte, kann ich nicht mehr genau sagen, es war jedoch lange bevor er sprechen konnte, also noch lange vor dem 3. Lebensjahr. Aufgrund der beschriebenen Symptomatik und der Tatsache, dass er morgens wieder quitsch vergnügt war, mussten es die Wachstumsschmerzen sein. Das einzige was bei ihm half war SANFT REIBEN und ABLENKUNG - er tolerierte keine Wärme. Meist kamen die Schmerzen ca. 2-3 Stunden nach dem Einschlafen, also wenn ich gerade auch ins Bett gegangen war. Meist kamen in einer Nacht noch 2-3 weitere Schmerzattacken. Obwohl ich selbst nach so einer Nacht ziemlich durchhing, denke ich jetzt mit Abstand gerne daran. Wir kamen dadurch - unfreiwillig - zu Lesenächten. Anfangs halfen die Reime aus dem Onkel Tobi Buch* sehr gut. Die Reimform und die schönen Bilder haben gut getan. Er hat auch immer sofort danach verlangt. Später habe ich einfach die Bücher weitergelesen, die wir abends vor dem Schlafengehen gelesen haben. Inzwischen ist er sieben Jahre alt und kann auch gut damit umgehen. Er weiß, dass die Schmerzen kommen und gehen, und dass es Wachstumsschmerzen sind und dass Reiben und Vorelesen hilft. Paracetamol habe ich ihm auch bei ganz schlimmen Attacken angeboten, was er aber immer konsequent abgelehnt hat. Insgesamt habe ich den Eindruck dass die Schmerzen mit zunehmehmendem Alter weniger oft kommen (obwohl er gerade jetzt sehr stark wächst)

    *Onkel Tobi sind vier Vorlesebücher des Kinderbuchautors Hans-Georg Lenzen. Sie eignen sich besonders als Vorlesebücher für Zwei- bis Sechsjährige und sind in den Jahren zwischen 1963 und 1975 erschienen. Illustriert sind sie von Sigrid Hanck. Sie sind als Sammelband Viel Spaß mit Onkel Tobi und als Einzelwerke erschienen: Onkel Tobi, Onkel Tobis Landpartie, Zu Besuch bei Onkel Tobi und Onkel Tobi hat Geburtstag
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