Was tun, wenn das Baby nicht durchschläft?

von Frau S.

Ich habe eine 8 Monate alte Tochter, die ca. 3- bis 4-mal in der Nacht wach wird und nach der Brust „verlangt“. Am Tage kriegt sie Beikost, zur Nacht ihren Brei (1/2 Portion,weil sie nicht mehr will) und sie wird zum Einschlafen noch gestillt. Meine Frage an Sie: Wie kann ich meiner Tochter am besten das Stillen abgewöhnen oder soll ich Ihrer Meinung nach weiter stillen? Mache ich Fehler in der Ernährung meiner Tochter? Ich würde mich über Ihre Antwort sehr freuen!

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau S.,

im Alter von 7 bis 9 Monaten sind viele Kinder sehr schwierig. In diesem Alter sind Babys oft besonders anstrengend und schlafen schlecht, da sie große Sprünge in ihrer Entwicklung machen und auch auszutesten beginnen, wie Mama und Papa reagieren. Einen Grund abzustillen sehe ich nicht, sofern Sie prinzipiell noch weiter stillen möchten. Da das häufige nächtliche Stillen für Sie allerdings sehr belastend ist, müssen Sie hier ein anderes Vorgehen finden. Vermutlich ist Ihre Tochter daran gewöhnt, nur an der Brust einzuschlafen, und dann möchte sie dies natürlich auch nachts... Fehler in der Ernährung kann ich aus Ihrer Schilderung nicht erkennen. Es ist richtig, tagsüber noch 2 bis 3 Stillmahlzeiten/ Milchmahlzeiten aus dem Fläschchen zusätzlich zu Gemüse- Fleisch-Brei und abendlichem Milchbrei beizubehalten. Ihre Tochter ist allerdings nicht mehr so klein, dass sie nachts noch 3- bis 4-mal gestillt werden müsste. Ich bin kein Verfechter der Richtung „Ab 6 Monaten brauchen Kinder nachts keine Milch mehr“, aber mit einer zusätzlichen Milchmahlzeit pro Nacht dürfte Hunger ausgeschlossen sein. Ein Baby mit 8 Monaten braucht durchschnittlich 14 Stunden Schlaf, nachts etwa 11 Stunden plus zwei Tagesschläfchen. Schläft Ihre Tochter denn tagsüber sehr viel, sodass sie nachts nicht ausreichend müde ist und deswegen mehrmals aufwacht? Dann die Tagesschläfchen kürzer halten, indem Sie Ihre Tochter evtl. nach jeweils 90 Minuten (so lange dauert etwa ein Schlafzyklus) aufwecken. Um wieder mehr Nachtruhe für Sie zu erreichen, sollten Sie Ihre Tochter zum Einschlafen an etwas anderes als Ihre Brust gewöhnen. Das könnte ein Schnuller oder ein Schmusetuch (z. B. von Käthe Kruse) sein. An einem Schmusetuch kann sie auch gut saugen... Sie können, sofern Sie wollen, ruhig weiter stillen, müssen aber Stillen und Einschlafen voneinander trennen. Also z. B. abends erst stillen, anschließend wickeln und für die Nacht anziehen (sofern Ihre Tochter dann nicht spuckt) und dann mit Schnuller oder Schmusetuch wach ins Bettchen legen. Natürlich müssen Sie sich auf Protest gefasst machen, der je nach Temperament Ihrer Tochter 7 bis 14 Tage dauern kann. Bleiben Sie ruhig in ihrer Nähe sitzen, bis sie eingeschlafen ist, damit sie sich nicht allein gelassen fühlt. Wenn sie schreit, können Sie sie einige Minuten streicheln oder (in Seitenlage)sanft und rhythmisch auf ihren Po klapsen, bis sie sich beruhigt hat. Möglicherweise wird Ihre Tochter aber auch dann Theater machen, wenn Sie am Bett sitzen, weil sie sozusagen die Brust „vor der Nase“ hat, aber nicht dran darf. Dann wäre es besser, Ihr Mann würde sie abends beim Einschlafen beruhigen. Wenn Sie ohnehin abstillen wollen, kann natürlich auch Ihr Mann das Fläschchen geben und mal den Nachtdienst übernehmen... Probieren Sie einfach aus, was Ihre Tochter zu einem Flaschensauger meint. Meiner Erfahrung nach lassen sich Babys aber besonders leicht um den ersten Geburtstag herum abstillen, und Sie können damit ruhig so lange warten.

Meine besten Wünsche für bald wieder ruhige Nächte!

Ihre Andrea Schmelz

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