Zahnschmelzschäden durch Asthmamedikament?

von Frau H.

Unser zweijähriger Sohn leidet an infektbedingtem Asthma. Er inhaliert deswegen zweimal täglich Kortison mit einem Pulverinhalator (Budecort® 200). Seitdem leidet er unter Zahnbelag, der laut unserem Zahnarzt keine Karies ist. Allerdings kann der Zahnarzt sich nicht erklären, woher dieser kommt. Er vermutet als Ursache die Inhalation. Von anderen Eltern haben wir erfahren, dass Kortison den Zahnschmelz angreifen kann und die Kinder schneller Karies bekommen. Kann dieser Zahnbelag vom Kortison kommen?

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau H.,

dass Kortison den Zahnschmelz angreift und zu Karies führt, ist nicht korrekt. Allerdings begünstigt es das Wachstum von Hefepilzen wie Candida im Mund, und die können zur Kariesentstehung beitragen. Bei Ihrem Sohn dürfte vermutlich eher die Art der Anwendung – nämlich per Pulverinhalator – den Zahnbelag verursacht haben. Seitdem Asthmasprays wegen des Verbotes FCKW-haltiger Treibgase fast völlig durch Pulverinhalatoren ersetzt wurden, tritt dieses Problem häufiger auf. In einer britischen Studie wurde festgestellt, dass durch die Anwendung von Pulverinhalatoren Zahnschmelzschäden entstehen können, da das Pulver in aller Regel einen recht sauren pH-Wert hat und somit säurebedingt den Zahnschmelz angreifen kann. Der Wirkstoff, ob Kortison oder aber bronchienerweiterndes Medikament, spielt hierbei keine Rolle! Dagegen hilft nur, die Inhalation möglichst vor dem Essen durchzuführen und nach jeder Inhalation den Mund gründlich auszuspülen, um Pulverreste rasch zu entfernen.Außerdem sollte Ihr Sohn sich konsequent zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne putzen (ersatzweise Fluoridtabletten). Anfangs kann Ihr Sohn selber bürsten und dann sollten Sie nochmal gründlich „nachpolieren“.Die Stellen mit dem Zahnbelag könnten möglicherweise beginnende Kariesherde sein, die sich aber durch Fluorid wieder mineralisieren.

Alles Gute für Sie und Ihren Sohn!

Ihre Andrea Schmelz

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