Was tun bei Eisenmangel?

von Sabine S. aus Hamburg

Unsere Tochter Sandra, 2 1/2 Jahre alt, ist sehr häufig erkältet und eine schlechte Esserin. Die Kinderärztin hat jetzt bei einer Blutuntersuchung einen Eisenmangel festgestellt und ferro sanol®-Tropfen verschrieben. Da mir selbst sehr übel wurde, als ich in der Schwangerschaft ein Eisenpräparat nehmen musste, möchte ich Sandra die Tropfen am liebsten gar nicht geben. Gibt es keine natürlichen Alternativen?

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Sabine,

leider haben Sie in Ihrem Brief nicht erwähnt, wie stark der Eisenmangel ausgeprägt ist. Oft wird als erste Untersuchung nur der Hb-Gehalt, also der Gehalt an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin), bestimmt. Dieser sollte bei einem 2-jährigen Kind etwa 11 bis 14 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) betragen. Ist der Wert nur leicht erniedrigt, kann eine eisenreiche Ernährung schon ausreichen. Das kann allerdings nur die behandelnde Kinderärztin entscheiden! Der normale Eisenbedarf liegt bei Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren bei ca. 8 mg pro Tag. Besteht jedoch eine Mangelsituation, sind – je nach Körpergewicht und Ausprägung des Eisenmangels – bis zu 50 mg Eisen täglich erforderlich, um die leeren Eisenspeicher des Körpers wieder aufzufüllen. Das ist trotz eisenreicher Ernährung unmöglich zu schaffen! Der tägliche Eisenbedarf von 8 mg ist z. B. in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

  • 50 g Schweineleber*
  • 100 g Leberwurst, geröstete Sojabohnen, Hirse, Zuckererbsen, Leinsamen, Sesamkörner
  • 200 g Mandeln, Haferflocken, Vollkornbrot (Roggen), -nudeln oder -kekse, getrocknete Aprikosen
  • 250 ml Rotbäckchen®-Saft (rot)
  • *Anmerkung: Geben Sie Leber, wenn überhaupt, nur 1- bis 2-mal im Monat, da sie stark schadstoffbelastet ist.

Wichtig: Zu den eisenreichen Mahlzeiten keine Milch zu trinken geben (Abstand möglichst 2 Stunden, da Milch die Eisenaufnahme aus dem Darm behindert), sondern besser ein Glas Orangensaft oder eine Kiwi als Nachspeise (Vitamin C fördert die Eisenaufnahme)! Ist das Eisenpräparat für Ihre Tochter unumgänglich und klagt sie über Übelkeit, hilft es oft, die erforderliche Tropfenzahl auf mehrere Gaben aufzuteilen und jeweils nach den Mahlzeiten einnehmen zu lassen (verschlechtert allerdings die Aufnahme des Eisens aus dem Darm!). Geben Sie Sandra die Tropfen immer verdünnt in etwas Wasser und danach etwas zu trinken, da Verfärbungen der Zähne auftreten können, die aber nach Beendigung der Einnahme wieder verschwinden. Alles Gute für Sie und Ihre Tochter!

Ihre Andrea Schmelz 

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