Was hilft bei „Schnuller-Abhängigkeit“?

von Monika M.

Guten Tag Frau Schmelz,
meine Tochter Luzia ist gerade drei Jahre alt geworden und geht seit zehn Tagen in den Kindergarten. Seit etwa zwei Wochen verlangt sie immerzu nach dem Schnuller. Sobald irgendetwas nicht nach ihrem Kopf geht (oft auch ohne ersichtlichen Grund), heult sie nach ihrem Schnuller. Sie ist dann durch nichts abzulenken, bis man doch irgendwann klein beigibt.Ab und zu hilft es, den geäußerten Wunsch einfach zu ignorieren, aber eher selten. Nachts braucht sie den Schnuller sowieso. Wie kann ich das Schnullerpensum am besten wieder reduzieren? Soll ich den Schnuller tagsüber einfach nicht mehr mitnehmen? Dann habe ich aber ein Kind, das nur noch nach Hause will, um zum Schnuller zu gelangen. Früher hatten wir immer ein Zeitpensum („einmal nuckeln“), das klappt aber zurzeit auch nicht mehr. Schon im Voraus vielen Dank für Ihre Ratschläge.

Liebe Grüße
Monika M.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau M.,
ich vermute, dass Ihre Tochter sich momentan durch den Kindergartenstart etwas unsicher fühlt und daher wieder vermehrt nach dem Schnuller verlangt. Allerdings ist sie mit drei Jahren alt genug, um sich langsam vom Schnuller zu verabschieden. Mit zunehmender Schnullerdauer wird die „Nuckel- Abhängigkeit“ oft nur noch größer, weil sich mit der Zeit ein Machtkampf um den geliebten Tröster entwickelt. Jetzt hilft nur ganz viel Konsequenz. Begrenzen Sie tagsüber die Schnullerzeit, auch wenn Ihre Tochter protestiert! Bleiben Sie ruhig und freundlich, aber in der Sache konsequent. Ihre Tochter weiß inzwischen, dass man nur länger brüllen muss, um den Schnuller doch noch zu bekommen.
Hier noch einige Tipps zur Schnullerentwöhnung:

  • Achten Sie darauf, dass Ihre Tochter ohne Schnuller im Mund spricht. Hat sie beim Sprechen den Nuckel im Mund, sollten Sie Bitten geflissentlich überhören, da Sie sie dann „leider nicht verstehen können“.
  • Ein Schnuller reicht. Sind in der Wohnung mehrere Schnuller griffbereit, wird Ihre Tochter nur dazu verführt, den Schnuller öfter als nötig zu verwenden.
  • Versuchen Sie einen Abschied auf Raten.Vereinbaren Sie mit Ihrer Tochter, dass sie den Schnuller nur noch zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten benutzen darf. So könnte sie den Schnuller zunächst nur noch im Haus, später nur noch im Kinderzimmer und zum Schluss nur noch im Bett erhalten.

Tipps für den endgültigen Abschied vom Schnuller:

  • Lassen Sie Ihre Tochter den Schnuller verschenken, etwa an ein Baby aus dem Verwandten- oder Freundeskreis, oder für Vogelbabys an einer Schleife in der Nähe des Nestes aufhängen. Loben Sie Ihre Tochter gebührend für ihre Hilfsbereitschaft!
  • Fantasiegestalten oder Autoritäten nehmen den Schnuller entgegen. Oft hilft es, wenn Ihre Tochter dem Nikolaus, dem Osterhasen oder dem Christkind den Schnuller mitgeben kann. Sehr bewährt hat sich die „Schnullerfee“ (aus dem Buch „Ein Bär von der Schnullerfee“ von B. Spathelf und S. Szesny; Albarello 1997; 32 Seiten; 13,70 ?), die den Schnuller im Austausch für ein tolles Geschenk mitnimmt.
  • Geschenke erhöhen das Durchhaltevermögen.Verlangt Ihre Tochter später den Schnuller zurück, hilft oft der Hinweis, dass der Schnuller doch gegen ein Geschenk eingetauscht wurde.

Viel Geduld und gute Nerven!
Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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