Was tun, wenn ein Kind Gefahren übersieht?

von Christian R.

Sehr geehrte Frau Dr. Schmelz,

ich wende mich heute an Sie wegen meines fast 3,5 Jahre alten Sohnes Vincent. Er ist oftmals sehr unvorsichtig und kann sehr schlecht abschätzen, ob etwas gefährlich für ihn ist. Er dreht sich um und rennt gegen die offen stehende Tür, obwohl er sie eigentlich kurz vorher wahrgenommen haben muss. Insbesondere wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht, regt er sich so sehr auf, dass er vor lauter Mosern teilweise unachtsam wird und sich stößt oder hinfällt. Seine Erzieherin im Kindergarten sagte, er stehe sich manchmal selbst im Weg. Was kann man tun, um ihm die Gefahren zu vermitteln und dabei zu helfen, seine nähere Umgebung besser abschätzen zu können? Danke für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Christian B.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Lieber Herr B.,

Sie schreiben, dass Vincent sehr unvorsichtig und dadurch, dass er ganz offensichtliche Gefahren übersieht, auch vermehrt unfallgefährdet ist. Diese Probleme kommen – gerade bei Jungen – häufiger vor. Wir Erwachsene sind uns sicher, dass das Kind eine Unfallgefahr (etwa die offene Tür, in die es gleich hineinlaufen wird) gesehen haben MUSS. Trotzdem sind Kinder oft mit ihren Gedanken ganz woanders und haben eine Gefahr wie die offene Tür vielleicht zwar „gesehen“, aber nicht wahrgenommen – es folgt keine Reaktion, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Bei Vincent scheint das Problem des Übersehens vorwiegend in Situationen aufzutreten, in denen er wütend und frustriert ist („wird vor lauter Mosern unachtsam“), wenn er also durch heftige Gefühle abgelenkt ist. In ruhigen Momenten wird es hingegen vermutlich gehen.
Sie können mit Vincent vereinbaren, dass Sie in Gefahrensituationen ein Codewort rufen, etwa „Stopp!“ oder „Achtung!“ und er dann stehen bleiben und sich selbst umsehen soll, was da gerade gefährlich sein könnte. So kann er lernen, Gefahren besser wahrzunehmen. Zusätzlich sollten Sie das Problem, dass Gefahren übersehen werden,mit dem Kinderarzt besprechen. So sind z. B. Kinder mit ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) besonders unachtsam und unfallgefährdet. Manche Kinder haben Wahrnehmungsstörungen und registrieren die Gefahren dann wirklich nicht. Hier könnte z. B. Ergotherapie hilfreich sein. Vincent könnte auch einfach schlecht sehen (wurden die Augen schon mal überprüft?) und dadurch Entfernungen nicht richtig einschätzen.


Herzliche Grüße

IhreAndrea Schmelz

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