Wie erkläre ich meinem Kind Ungerechtigkeiten?

von Anonym

Liebe Frau Reimann-Höhn,

letzte Woche kam meine siebenjährige Tochter bitterlich weinend aus der Schule. Ein anderes Mädchen hatte ihren geliebten rosa Schulranzen mit Filzstiften bemalt. Ich tröstete meine Tochter und rief noch am selben Abend die Mutter des anderen Mädchens an, weil ich dachte, das Problem wäre durch die Haftpflichtversicherung zu lösen. Die Eltern des anderen Mädchens weigerten sich jedoch zuzugeben, dass ihr Kind den Ranzen meiner Tochter bemalt hat. Anscheinend gibt es auch keine Zeugen für den Vorfall, so dass mein Kind sich wohl mit dem Schaden abfinden muss. Wie erkläre ich jetzt meiner Tochter diese Ungerechtigkeit?

Antwort von: Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn

Liebe Leserin,

zunächst sollten Sie Ihrer Tochter auf jeden Fall signalisieren, dass Sie ihr den Vorfall glauben. Es gibt kaum etwas frustrierenderes, als ungerecht behandelt und dann auch noch als Lügner tituliert zu werden. Akzeptieren Sie die Trauer Ihres Kindes, denn der schöne Ranzen ist ja wirklich beschmutzt. Ohne Zeugen und ohne das Eingeständnis des anderen Mädchens werden Sie aber wohl wirklich auf dem Schaden sitzen bleiben. Das wird für Ihr Kind eine lehrreiche Erfahrung sein – und sicherlich nicht die letzte dieser Art. Wenn Kinder sich in die große weite Welt begeben, und das tun sie mit dem Eintritt in die Schule endgültig, können Eltern sie nicht immer beschützen. Sie treffen auf Ungerechtigkeit, auf Lügen und Missverständnisse und müssen nach und nach lernen, sich damit zu arrangieren. Versuchen Sie, das Ihrem Kind zu erklären, am besten mit Beispielen aus Ihrem eigenen Leben. Vielleicht hat schon mal jemand Ihr Auto angefahren und sich dann aus dem Staub gemacht? Wenn Ihre Tochter sieht, dass auch Eltern solche Erfahrungen machen, fühlt sie sich nicht so allein in ihrer Trauer und möglicherweise sogar ein Stück erwachsener.

Herzliche Grüße,
Ihre Uta Reimann-Höhn

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