Wie geht man mit einem bockigen Vierjährigen um?

von Gerhard B.

Sehr geehrte Frau Schmelz,

unser Enkel Yannik wird im Dezember fünf Jahre alt. Er ist ein sehr aufgewecktes, aktives Kerlchen. Er will allerdings immer jemand in unmittelbarer Nähe haben und will keine Minute allein spielen. An seiner Mutter hängt er wie eine Klette. Außerdem sagt er seit Wochen grundsätzlich bei seinen Eltern zu allem „nein“.

Er geht z. B. fertig angezogen zur Tür, um in den Kindergarten zu gehen, dreht sich um und sagt, er hat keine Lust, er geht nicht. Er muss dann zwar in den Kindergarten gehen, wo er übrigens sehr gerne hingeht, aber es kostet Nerven, bis es soweit ist. Er soll sich abends fertigmachen fürs Bett – er hat noch keine Lust. Er soll etwas wegräumen – macht er nicht. So ist das ein ständiger Kampf für seine Eltern.

Sohn und Schwiegertochter wissen nicht mehr weiter. Ich würde mich freuen, wenn Sie uns einen Rat erteilen könnten.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Lieber Gerhard,

Ihr Enkel Yannik ist vermutlich gewöhnt, dass sich meist alles um ihn dreht (deswegen belegt er auch seine Mutter mit Beschlag). Inzwischen hat er herausgefunden, dass er mit seiner „Nein“-Masche noch mehr Aufmerksamkeit bekommen kann. Yannicks Eltern können mit folgendem Verhalten gegensteuern:

Yannick muss die Folgen seines Verhaltens selbst „ausbaden“ (= logische Konsequenzen): Will er nicht in den Kindergarten gehen, kann er vormittags zu Hause bleiben, jedoch gehen Mama oder Papa wie gewohnt ihrer üblichen Hausarbeit nach und haben leider, leider keine Zeit für Yannick. Auch wenn er nervt und quengelt, darf er keine Aufmerksamkeit bekommen, denn „offiziell“ ist er zu dieser Zeit nicht zu Hause. Das dürfte für Yannick so langweilig sein, dass er nach wenigen Vormittagen zu Hause liebend gerne wieder in den Kindergarten gehen wird.

Wenn er nicht aufräumt, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder betreten Mama und Papa das „zugeschüttete“ Kinderzimmer nicht mehr (auch die Gute-Nacht-Geschichte muss dann z. B. ausfallen) oder es wird vereinbart, dass alles, was abends nicht aufgeräumt ist, in einen großen Karton wandert. So wird das Spielzeug immer weniger (sehr praktisch, dann kann er von Haus aus weniger Unordnung anrichten!) und es wird erst an einem bestimmten, vorher vereinbarten Tag wieder herausgegeben und gemeinsam aufgeräumt.

Will er sich nicht bettfertig machen, sollten die Eltern eine bestimmte, aber realistische Zeit vorgeben und auf einem Eierwecker einstellen. Wenn der klingelt, ist die Zeit um und Yannick muss ohne Gute-Nacht-Geschichte und notfalls auch noch komplett angezogen ins Bett. Die Eltern sollten Yannick zum Bett führen und nur noch kurz Gute Nacht sagen, sich dann kommentarlos und ohne Diskussion zurückziehen. Jammert er, dass er sich jetzt aber doch ausziehen will, sollten sie nur kurz und möglichst ruhig erwidern: „Für heute ist es zu spät. Du kannst es morgen wieder versuchen und rechtzeitig fertig sein, bis der Wecker klingelt.“ Das wird Yannick vermutlich nicht länger als ein paar Tage durchhalten, denn so entgeht ihm ja das abendliche Kuscheln und Vorlesen…

Bei gefährlichen oder unvermeidlichen Situationen sollten die Eltern kommentarlos durchgreifen: Läuft Yannick z. B. davon und hört nicht, muss er an der Hand gehen, notfalls wird er eine kurze Wegstrecke über die Schulter gelegt und getragen. Wichtig ist, sich nicht in endlose Diskussionen verwickeln zu lassen oder zu viel Zeit mit fruchtlosem Argumentieren zu verplempern.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit meinen Tipps!

Herzliche Grüße

Ihre Dr. med. Andrea Schmelz

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