Legasthenietest wiederholen?

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von Anonym

Liebe Frau Reimann-Höhn,

als meine Tochter in die zweite Klasse ging, haben wir mit ihr einen Legasthenietest durchführen lassen. Die Ergebnisse waren damals grenzwertig. Eine Lese-Rechtschreib-Problematik wurde erkannt, eine Legasthenie jedoch nicht bestätigt. Uns wurde geraten, ausgiebig mit Leonie zu üben. Das haben wir auch getan. Nun ist sie in der vierten Klasse und hat noch immer Probleme mit der Rechtschreibung. Ist es möglich und sinnvoll, einen solchen Test zu wiederholen? Immerhin hätte Leonie ja von einer bestätigten Legasthenie auch den Vorteil des Nachteilsausgleichs.

Antwort von: Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn

Liebe Leserin,

es gibt in der Tat Kinder, bei denen sich die Legasthenie in der zweiten Klasse zwar andeutet, ein Test aber (noch) negativ ausfällt. Diese Kinder haben dann so gute Kompensationsstrategien entwickelt, dass sie für eine Legasthenie „zu wenig Fehler“ machen. In den nächsten Schuljahren, in denen diese Kinder aufgrund der Lernstofferweiterung mit dem Auswendiglernen der Schreibweisen nicht mehr weiterkommen, zeigt sich dann doch das ganze Ausmaß der Schwierigkeiten. Es ist daher nicht nur möglich, sondern durchaus auch sinnvoll, erneut einen Legasthenietest machen zu lassen. Dieser setzt sich ja immer aus zwei Teilen zusammen: dem Lese-Rechtschreibtest und dem Intelligenztest. Ohne einen Vergleich der Ergebnisse beider Tests kann eine Legasthenie nicht diagnostiziert werden. Überprüfen Sie bitte auch, ob bei dem ersten Test überhaupt eine vollständige Überprüfung stattgefunden hat, und lassen Sie den IQ-Test gegebenenfalls nachholen. Die Auswertung eines anerkannten Tests gibt Ihnen nicht nur Sicherheit in Bezug auf das Vorliegen einer Legasthenie, sondern zeigt auch differenziert auf, in welchen Bereichen des Rechtschreiberwerbs Ihr Kind zusätzliche Förderung benötigt. In unserem Spezialreport Legasthenie vom vergangenen Jahr, den Sie im Shop bestellen können, finden Sie viele weitere hilfreiche Informationen.

Viel Erfolg in der Schule wünscht

Ihre Uta Reimann-Höhn