Mein Kind ist zu langsam

von Anonym

Liebe Frau Reimann-Höhn,

mein Sohn ist sieben und geht in die erste Klasse. Er hat ADHS und bekommt Tabletten. Damit klappt es auch ganz gut. Leider hat er aber sehr große Schwierigkeiten mit dem Lesenlernen. Die Buchstaben selbst kann er fast alle. Er buchstabiert die Wörter auch meist richtig. Aber mit dem Zusammenziehen klappt es gar nicht. Er fängt dann immer von Neuem an zu buchstabieren.

In Mathe ist es dasselbe. Er kann die Zahlen zwar relativ gut, aber er zählt noch mit den Fingern und ist viel zu langsam. Er schreibt bei der Nachbarin ab und kann Mengen nicht direkt erfassen. Nun hat uns die Lehrerin gesagt, dass wir mit ihm jeden Tag üben sollen. Allerdings muss ich zugeben, dass weder ich noch mein Mann sehr viel Geduld haben. Was können wir tun?

Antwort von: Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn

Liebe Leserin,

auf keinen Fall sollten Sie Ihren Sohn mit Ihrer Ungeduld noch mehr unter Druck setzen. ADHS ist eine Störung, die von den Kindern ja nicht absichtlich verursacht wird. Ihr Sohn leidet also schon genug unter seinem Handicap. Wenn er nun noch die Ungeduld (und damit verbundene Abwertung) seiner Eltern fast täglich erleben muss, wird sein Leid noch schlimmer. Versuchen Sie also unbedingt, eine zusätzliche Hilfe zu bekommen. Lassen Sie auch abklären, ob es sich bei den Schwierigkeiten Ihres Kindes um eine Legasthenie oder um eine Dyskalkulie handelt. Diese Teilleistungsstörungen treten häufig in Kombination mit ADHS auf, und Ihre Schilderung lässt stark darauf schließen.

Fragen Sie auch bei der Lehrerin nach, ob die Ihnen jemanden zur Unterstützung Ihres Sohnes empfehlen kann. Kinder mit ADHS brauchen erfahrene Bezugspersonen, die sich mit der Störung auskennen und wissen, auf was sie achten müssen. Eventuell können Sie auch über das Jugendamt eine Lerntherapie finanziert bekommen. Einfach anrufen und die Konditionen abfragen. Eine gute Hilfe für Ihren Sohn sind sicherlich auch Lernspiele, zum Beispiel Kinder-Scrabble oder zum Rechnen das Klappenspiel. Vielleicht können Sie diese Spiele zuhause entspannt spielen, um Ihrem Kind das Lesen und Rechnen zu erleichtern.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie schnell eine Hilfe finden!
Ihre Uta Reimann-Höhn

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