Sollen Kinder Gedichte im Heimatdialekt lernen?

von Anonym

Liebe Frau Reimann-Höhn,

als Hausaufgabe bekam meine Tochter, die die 4.Klasse in der Grundschule besucht, zum Auswendiglernen ein Gedicht in bayrischer Mundart, das ihre Lehrerin nur mündlich ins Hochdeutsche übersetzt und der Klasse vorgelesen hat. Dieses Gedicht sollte nun zu Hause auswendig gelernt werden, was meiner Tochter sehr schwer fiel, da wir nur Hochdeutsch sprechen. Selbst ich hatte Schwierigkeiten mit der Übersetzung des Textes. Nun bekam sie bei der Benotung der Hausaufgabe „nur“ eine 3 und war sehr enttäuscht. Ist es pädagogisch haltbar, dass Gedichte oder Texte im Dialekt gelernt werden?

Antwort von: Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn

Liebe Leserin,

wahrscheinlich wollte die Lehrerin, ich spekuliere natürlich nur, den Kindern einen Eindruck von der bayrischen Mundart vermitteln und damit den Bezug zur Heimat herstellen – kombiniert mit der Aufgabe des Auswendiglernens. Regionale Besonderheiten können natürlich im Rahmen des Unterrichtsplans je nach Gutdünken der Lehrer eingebunden werden. Mit einer guten Portion Humor sowie auf spielerische Art und Weise kann das auch interessant und lehrreich sein. Dieser Unterrichtsinhalt sollte jedoch weder zu umfangreich noch zu stark bewertet werden. Die Benotung finde ich in diesem Fall auch fraglich.

Ich empfehle Ihnen, das Thema und Ihre Bedenken im Austausch mit der Lehrerin unbedingt anzusprechen und auch die Benotung zumindest in Frage zu stellen. Es ist wichtig, dass sie mitbekommt, wie die Eltern über ihren Unterricht und die Hausaufgaben inklusive Benotung denken. Möglicherweise denkt sie, dass die (bayrischen) Eltern diese Unterrichtseinheit sehr gut finden und sogar unterstützen. Sicher auch ein Thema für den nächsten Elternabend.

Herzlichen Gruß,
Ihre Uta Reimann-Höhn

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