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Elternbrief


E-Mail Newsletter 10-11-2006
 

 


Themen:
 

 

Liebe Eltern,

die Schreckensmeldungen über misshandelte und getötete Kinder reißen nicht ab: Mitte Oktober wurde die Leiche des zweijährigen Kevin im Kühlschrank seines drogensüchtigen Vaters entdeckt. Nur wenige Tage später wurde der vierjährige Mehmet aus Zwickau so schwer von seinem Vater misshandelt, dass er an den Folgen der Verletzungen im Krankenhaus verstorben ist.

Letzten Freitag wurde ein neuer, erschreckender Fall bekannt: Wieder ist ein dreijähriges Kleinkind, diesmal aus der Nähe von Gifhorn, gestorben und es besteht der Verdacht, dass der Vater das Mädchen zu Tode gequält hat. Wieder haben Nachbarn und Behörden nichts mitbekommen. Bislang ist noch unklar, ob das Mädchen wirklich misshandelt wurde (wie die Staatsanwaltschaft annimmt) oder aber tödlich verunglückt ist, weil es von einem Hochbett gestürzt ist (wie die Eltern beteuern).

Tatsache ist jedoch, dass die dreijährige Nadine von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand – und dass das niemandem aufgefallen ist! Besonders makaber: Das gestorbene Mädchen wurde einfach durch das
wenige Monate später geborene nächste Baby der Familie „ersetzt“, das ebenfalls den Namen Nadine erhielt.

Es ist einfach erschütternd – gerade, wenn man selbst Kinder hat. Und die Polizeistatistik verrät, dass in Deutschland immer mehr Kinder misshandelt werden. Registrierte das Bundeskriminalamt im Jahr 1996 noch 1971 Fälle von Kindesmisshandlungen, waren es im Jahr 2004 bereits 2916 Fälle. Experten gehen außerdem davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich darüber liegt.

Offensichtlich tut es Not, dass Nachbarn sich wieder mehr umeinander kümmern und auch ein wachsames Auge haben. Damit Sie wissen, was im Falle eines Falles zu tun wäre und worauf Sie besonders achten sollten, habe ich Ihnen im heutigen Newsletter einige wichtige Informationen zum Thema Kindesmisshandlung und -vernachlässigung zusammengestellt.


 

Da sich Kindesmisshandlung vor allem innerhalb der Familie ereignet, sind ihre Opfer auf Hilfe von außen angewiesen – und das umso mehr, je jünger sie sind. Doch wie kann man Kindesmisshandlung erkennen?

Wird ein Kind geschlagen oder auf eine andere Weise körperlich misshandelt, so deuten fast immer sichtbare Verletzungen (wie blaue Flecken, Abschürfungen, Brand- und andere Wunden, Knochenbrüche) auf die Gewaltanwendung hin. Nun ist natürlich nicht jeder blaue Fleck gleich ein Hinweis auf Misshandlung. Sicher wissen Sie von Ihren eigenen Kindern, dass durch Stürze und beim Spielen an den Schienbeinen, an den Knien, an den Außenseiten von Armen und Beinen blaue Flecken entstehen. An anderen Stellen sind sie jedoch auffällig und Sie sollten beobachten, ob das immer wieder vorkommt.
Bekommen Sie mit, dass es in der Nachbarwohnung jeden Abend Geschrei gibt oder dass die Eltern ihre Kinder alleine gelassen haben, sollten Sie sich z. B. ans Jugendamt wenden.

Körperliche Vernachlässigung kann vorliegen, wenn Kinder ungepflegt und verwahrlost aussehen, nicht der Jahreszeit angemessen gekleidet sind (z. B. zu dünne oder gar keine Jacke bei kaltem Wetter, ungeeignetes Schuhwerk), um Essen betteln oder nur unregelmäßig in die Schule oder in den Kindergarten gehen.

Psychische Gewalt ist sehr schwer zu erkennen. Wie bei körperlicher Misshandlung, sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung können betroffene Kinder einerseits besonders aggressiv sein, jedoch auch sehr still oder besonders angepasst und folgsam.



 

Nachfolgend habe ich Ihnen die Empfehlungen der Polizei aufgelistet. Denn ich erinnere mich gut an eine SternTV-Sendung, in der eine jetzt 23-jährige Frau zu Gast war, die als Kind von den Eltern schwerst misshandelt wurde und die die Eltern fast verhungern ließen. Das Mädchen wog damals, bei seiner Rettung durch die Polizei, nur noch 16 Kilo – im Alter von sieben Jahren! Die junge Frau erzählte, es sei erst dann etwas geschehen, als Nachbarn die Polizei gerufen hätten. Das Jugendamt sei informiert gewesen, aber man hätte nichts unternommen. Deshalb scheint es mir sinnvoll, sich in bedrohlich erscheinenden Fällen gleich an die Polizei zu wenden.

1. Greifen Sie beim Verdacht auf Kindesmisshandlung zum Schutz des Kindes rasch ein – das Kind braucht Ihre Hilfe!
2. Ermitteln Sie nicht selbst, sondern schalten Sie Fachleute von Beratungsstellen (z. B. vom Kinderschutzbund, Familien- und Erziehungsberatungsstellen), Jugendämtern und der Polizei ein – notfalls auch anonym.
3. Eine Mitteilung an die Polizei schließt die Hilfe anderer Einrichtungen nicht aus und gewährleistet offizielle, professionelle Ermittlungen. Damit auch die zum Schutz des Kindes notwendigen Maßnahmen getroffen werden können, werden das zuständige Jugendamt oder auch das Vormundschaftsgericht von der Polizei unterrichtet.
4. Zwar ist die Polizei keine Einrichtung der Opferhilfe, doch gibt es auch hier Spezialisten – etwa die Jugendbeauftragten oder die Jugendsachbearbeiterinnen und Jugendsachbearbeiter –, die Sie gerne beraten!

Viele Menschen zögern jedoch, ihre Nachbarn beim Jugendamt zu melden – aus Angst, den Eltern Unrecht zu tun. Bei Beratungsstellen und beim Jugendamt werden die gegebenen Informationen auf Wunsch vertraulich behandelt. Auch ist das Jugendamt nicht zur Anzeige verpflichtet. Melden Sie einen Verdacht dagegen bei der Polizei, werden in jedem Fall entsprechende Ermittlungen aufgenommen und Strafanzeigen erstattet.
(Quelle: polizei-beratung.de)



 

Suchen Sie im Verdachtsfall grundsätzlich professionelle Hilfe und wenden Sie sich an eine spezialisierte Beratungsstelle. Über entsprechende Angebote bzw. Adressen verfügen z. B. das örtliche Jugendamt (siehe Telefonbuch), der Kinderschutzbund (www.netzwerk-kinderschutz.de oder www.kinderschutzbund.de) oder auch Erziehungsberatungsstellen (www.bke.de/ratsuchende.htm).

In akuten Notsituationen vermitteln Kinder-, Jugend-, Sorgen- und Nottelefone, aber auch die Polizei sofort Hilfe, vor allem außerhalb der Dienstzeiten der Beratungsstellen und Jugendämter. Sie können sich z. B. beim Elterntelefon unter der kostenlosen Rufnummer 08 00/111 05 50 Rat und Hilfe holen (auch anonym).
Unter www.dji.de finden Sie bei Eingabe des Suchwortes "Kindesmisshandlung" eine Übersicht über Initiativen, Organisationen und Institutionen, die im Bereich Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung bundesweit tätig sind.

Unter www.polizei-
beratung.de/mediathek/kommunikationsmittel/broschueren/index/content_socket/broschueren/display/6/ können Sie eine Aufklärungsbroschüre zum Thema Kindesmisshandlung und -missbrauch mit dem Titel „Wohin gehst du?“ herunterladen.

Auf der Homepage des WDR (www.wdr.de) finden Sie unter dem Suchbegriff „Kinder in Not“ Themenschwerpunkte mit weiteren nützlichen Hilfestellungen.

Weitere Informationen zu den Themen Gewalt gegen Kinder, gewaltlose Erziehung und Präventionsmaßnahmen finden Sie z. B. unter folgenden Webadressen:
www.faustlos.de
www.hinsehen-handeln-helfen.de
www.papilio.de
www.sicher-stark.de



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(von Uta Reimann-Höhn)

Neu klingt das ja alles nicht, was die ausgebildeten Familienberater von Triple P zu sagen haben. Loben Sie Ihr Kind, setzen Sie klare Grenzen, verbringen Sie viel Zeit miteinander und helfen Sie ihm, sich zu einem selbstbewussten und selbstständigen Menschen zu entwickeln. Und wirklich, Triple P (Positive Parenting Programm = Positives Erziehungsprogramm) führt bewährte und gängige Ansätze und Methoden für effektives Erziehungsverhalten zusammen. Die 5 Grundpfeiler der Methode sind:

- „Sorgen Sie für eine sichere und interessante Umgebung!“
- „Schaffen Sie eine positive und anregende Lernatmosphäre!“
- „Verhalten Sie sich konsequent!“
- „Erwarten Sie nicht zu viel!“
- „Vernachlässigen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht!“

Das Besondere an Triple P ist jedoch die detaillierte Ausarbeitung und die Vermittlung der Erziehungsfertigkeiten in unterschiedlich gestaffelten Angeboten.

Das Programm Triple P unterscheidet 5 Stufen der Intervention:
1. Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Erziehung durch Broschüren, Radio und Fernsehsendungen.
2. Kurzgespräche für Eltern mit geschulten Trainern bei eng umgrenzten Problemen; Empfehlung von entsprechender Literatur und Material.
3. Einübung von Erziehungsstrategien in (meist) vier Gruppenterminen zu einem von den Eltern geschilderten, begrenzten Problem.
4. Bei generellen Erziehungsproblemen werden die grundlegenden Konzepte und Strategien von Triple P den Eltern vorgestellt und anschließend in Rollenspielen eingeübt.
5. Bei schwerwiegenden Erziehungsproblemen (z.B. Drogenkonsum) und großen familiären Problemen wird eine intensive Betreuung angeboten, die unter Umständen auch Hausbesuche mit einschließt.
Entwickelt wurde Triple P in langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit von einem wissenschaftlichen Team an der Universität von Queensland in Australien. Doch auch in vielen anderen Ländern wird Triple P bei Erziehungsproblemen angeboten und begleitend von wissenschaftlichen Teams auf seine Wirksamkeit überprüft. Man findet es u.a. in der Schweiz, Österreich, Belgien, Kanada und den Niederlanden. Einige der Triple P-Elternkurse werden sogar von verschiedenen deutschen Landesministerien gefördert und können so zu einem günstigen Preis angeboten werden.

Wo wird Triple P angeboten?
Fast überall in Deutschland findet man Triple P-Seminare und -Kurse, die für Eltern fast immer kostenpflichtig sind. Zu den Hauptanbietern gehören die Beratungsstellen und Familienbildungsstätten der großen Träger (ASB, AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Malteser u.a.). Aber auch in kinderärztlichen und psychotherapeutischen Praxen, bei städtischen Einrichtungen oder gemeinnützigen Vereinen gibt es Angebote. Auf der Internetseite www.triplep.de finden Sie eine aktuelle Anbieterliste.

Was kostet „Triple P“?
„Triple P“ ist nicht gerade billig. Ein Elternkurs mit viermal zwei Stunden Erziehungstipps und anschließender Telefonberatung kostet bis zu 200 € pro Person, wenn er nicht subventioniert wird. Dazu kommt das Arbeitsbuch für knapp 20 € und die „Kleinen Helfer“, dünne Heftchen für 8,50 € das Stück. Ein Video (30 €) ist auch im Angebot, bei dem man kommentierten Erziehungsalltag verfolgen kann.



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Auch wenn es im heute vorgestellten Buch nicht um Kindesmisshandlung geht, hat es trotzdem etwas damit zu tun, nämlich mit der Situation, dass ein Kind bedroht wird. Im Buch „Kim kann stark sein“ von Elisabeth Zöllner und Dagmar Geisler (Loewe 2005; 32 Seiten; 10,90 Euro) geht es um ein Mädchen, das im Kindergarten von anderen Kindern bedroht wird und sich dann immer „klitzeklein wie ein Mäuschen“ vorkommt.

„Bitte! Lasst mich durch!“ Kim traut sich nicht weiter. Sie hat schreckliche Angst. Wie so oft versperren die große Grit und der fiese Fritz ihr den Weg. Sie drohen ihr, sie wollen sie schubsen. Kim guckt zu Boden, rührt sich nicht, lässt geschehen. Die beiden erscheinen Kim viel größer und stärker als sie. Außerdem sind die auch noch zu zweit. Also macht Kim sich immer kleiner und kleiner – klitzeklein wie ein Mäuschen. Am liebsten würde sie sich verkriechen. Sie kann doch sowieso nichts machen – oder vielleicht doch?

Kim lernt, dass Verstecken nicht immer eine Lösung ist. Manchmal muss man über seinen eigenen Schatten springen und seine Furcht überwinden, sich anderen anzuvertrauen und sich lautstark zu wehren: Stopp rufen! Hilfe holen! Gar nicht so einfach. Dafür braucht jeder Mut und Selbstvertrauen – auch Kim. Mithilfe der Erzieherin und den anderen Kindern geht sie auf Entdeckungsreise nach ihren eigenen inneren Schätzen, die einen groß und stark machen.



 

Nach so viel „schwerer Kost“ nun noch etwas zum Schmunzeln…

Kleiner Muntermacher
Mein Sohn (jetzt 2,5 Jahre) sitzt gern auf dem Töpfchen und spielt nebenbei. Ich sitze meist daneben und rede mit ihm. Kürzlich, ich war von der Arbeit sehr müde, habe ich mich auf den Fußboden gelegt. Aaron: „Mama, nicht hinlegen!“ Ich: „Ach doch, ich bin so kaputt heute.“ Aaron: „Nein Mama, du bist nicht kaputt, du bist heile!!!“ Das kam so prompt aus dem Kindermund, daraufhin musste ich einfach aufstehen. (von Annett Merbold, Rostock)

Kartoffelbrei mit Unkraut
Bei uns gab es kürzlich zum Mittagessen Kartoffelbrei mit Sauerkraut. Ich befüllte die Teller schon, während die Familie sich langsam am Tisch versammelte. Mein Sohn Lino (3 Jahre) kam als Letzter und rief: „Mama, ich will auch Kartoffelbrei mit Unkraut!“ (von Sabine Adam)
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Ersatzmama
Ich bin hochschwanger und werde von meiner Tochter Katharina (2,5 Jahre) kurz vor Abendbrotzeit zum Mitspielen geholt. Ich sage, dass ich mich ausruhen und erst einmal hinlegen muss: „Ich bin alle!“ Sie stutzt kurz und sagt: „Mama, alle? - Neue Mama holen!“ (von Familie Hanke)

Wenn der Kirchturm glockt
Mein Sohn Felix (5 Jahre) und ich war sonntags unterwegs zur Kirche zum Erntedankfest, bei dem er mitwirkte. Als die Glocken im Kirchturm anfingen zu läuten, meinte er zu mir: „Mama, der Kirchturm glockt!“ (von Martina Eichhöfer)

Bärige Oma
Mein Sohn Giovanni (3 Jahre) geht morgens zu seiner noch schlafenden Omi und rüttelt sie fast wach. „Omi, Omi … brummen die Bären??“ Zwei bis drei Wiederholungen, bis Omi seine Frage schlaftrunken bejaht. Erleichtert guckt er seiner Omi ins Gesicht und verkündet, wie selbstverständlich: „Omi, du bist eine Bär.“ (von Familie Heilhausen, Hannover)

Leider nichts Besonderes
Als meine Tochter Emily Sophie (fast 3 Jahre) den ersten Tag im Kindergarten war und sie auf die Toilette musste, wollte die Erzieherin ihr behilflich sein. Emily Sophie meinte aber: „Ich kann das schon alleine, meine Mama hat zu Hause auch eine Toilette.“ Ja, was sollte da die Erzieherin noch sagen. (von Simone Rösler, aus Sebnitz/Sachsen)

Weise gesprochen
Trotz einer schon länger dauernden Autofahrt war unser Heinrich (3,5 Jahre) überraschenderweise noch nicht eingeschlafen. Sichtlich mit dem Schlaf ringend brachte er hervor: „Ich glaube, ich nähere mich dem Mittagsschlaf...“

Süße Füße
Mein Sohn (18 Monate) hatte vom Barfußlaufen schwarze Füße. Ich frage ihn, woher er die schwarzen Füße hätte. Darauf meinte meine Tochter (2 Jahre und 10 Monate): „Mama, er war im Nutellaglas.“ (von Annett Dieckmann)

Busen mit Vornamen
Meine Tochter Lea (3 Jahre) sagte neulich zu mir: „Mama, ich weiß jetzt, wie dein Busen im Vornamen heißt – Brust!“ Ich hatte nämlich vor Wochen erwähnt dass man „ihren“ Busen auch Brust nennt und dann kommt diese Kombination dabei raus. Ich musste sehr lachen. (von B. Ribis, Hall in Tirol)

Vielen Dank an alle Einsender/innen!
Wenn Sie auch einen netten Spruch Ihres Kindes auf Lager haben, senden Sie ihn bitte an gesundheit.erziehung@onlinehome.de. Dann können wir freitags alle darüber schmunzeln!





 


Herzlichst

Ihre


Dr. med Andrea Schmelz

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