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Elternbrief


E-Mail Newsletter 27-05-2008
 

 


Themen:
 

 

Liebe Eltern,

durchschnittlich leidet jedes Kind ein- bis zweimal im Jahr unter einem Magen-Darm-Infekt. Brechdurchfall ist in den meisten Fällen durch Viren bedingt, aber auch eine bakterielle Infektion (vor allem im Sommer Gefahr durch Salmonellen!) oder eine Kostumstellung können zu Durchfall oder Erbrechen führen. Manchmal hat ein Kind auch schlicht das Falsche oder zu viel gegessen und der Spuk ist vorbei, wenn es das wieder los geworden ist.

Durchfall führt immer zu einem Verlust von Flüssigkeit, Salzen und Mineralstoffen. Es kann zu einer Austrocknung (Exsikkose) des Körpers kommen. Besonders gefährdet sind die Kleinsten, also Kinder unter zwei Jahren, bei denen immer ein Besuch beim Kinderarzt erforderlich ist, wenn Durchfall und/oder Erbrechen länger als sechs Stunden anhalten oder Zeichen einer Austrocknung wie trockene Windeln (kaum Urinproduktion!) oder trockene Lippen und Mundhöhle erkennbar sind!

Was Sie selbst gegen Durchfall tun können, verrate ich Ihnen in den nachfolgenden Beiträgen. Und im Newsletter am kommenden Freitag berichte ich Ihnen über eine Impfung, mit der Sie einer Infektion durch Rotaviren (gefürchtete Durchfallerreger!) vorbeugen können.


 

Um Verluste auszugleichen, sollten Sie Ihrem Kind bei Durchfall und wiederholtem Erbrechen eine orale Rehydratationslösung (ORL, z. B. Oralpädon 240, gibt es rezeptfrei in der Apotheke) geben. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Gemisch aus verschiedenen Mineralien und Traubenzucker, das Sie in einer bestimmten Menge Wasser oder Tee auflösen und Ihrem Kind anschließend nach Verordnung des Arztes oder Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage zu trinken geben.

Leider schmeckt die ORL unangenehm salzig, deswegen können Sie zur Geschmacksverbesserung etwas Saft dazugeben. Insbesondere, wenn Ihr Kind erbricht, sollten Sie die Lösung besser etwas gekühlt und nur teelöffelweise verabreichen, dafür aber alle zwei bis fünf Minuten einen Löffel.

Gestillte Babys dürfen weiterhin Muttermilch bekommen und nach Anweisung des Arztes zusätzlich die ORL. Alle anderen Kinder erhalten in den ersten vier bis sechs Stunden eine ORL und dürfen dann wieder normal essen, wobei anfangs leichte Speisen (siehe unten) zu bevorzugen sind. Lediglich bei Flaschenkindern unter sechs Monaten sollte die Nahrung nach der ORL über 24 bis 36 Stunden langsam nach Anweisung des Arztes wieder aufgebaut werden. Bei Säuglingen über sechs Monaten kann anschließend an die ORL sofort wieder die gewohnte Milchnahrung in normaler Konzentration gefüttert werden. Bei schweren und/oder anhaltenden Durchfällen ist für die ersten Tage allerdings eine Heilnahrung günstiger (bitte mit dem Arzt absprechen!)

Weigert sich Ihr Kind standhaft, die ORL zu trinken, ist ab dem Beikostalter, wenn Ihr Kleines bereits Karottenbrei bekommt, die folgende Karottensuppe ein guter Ersatz:

500 Gramm saubere Karotten (am besten aus Bioanbau) in 1 Liter Wasser eine Stunde lang kochen, dann pürieren. Anschließend ggf. mit Wasser auf 1 Liter auffüllen und einen knapp gestrichenen Teelöffel Salz zugeben. Von der Suppe geben Sie Ihrem Kind schluck- oder löffelweise, soviel es davon mag.

Karotten wirken bei Durchfall günstig, weil sie einen ganz speziellen Zucker (Oligogalakturonid) enthalten, der die Anheftung krankmachender Keime an die Darmschleimhaut hemmt. Auch ein geriebener Apfel bessert den Durchfall, denn das enthaltene Pektin bindet Wasser im Darm und festigt den Stuhl. Besonders mit etwas eingeweichtem Zwieback essen ihn viele Kinder gerne.



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Nach der ORL braucht Ihr Kind frühzeitig verträgliche Nahrung, damit die geschädigte Darmschleimhaut wieder aufgebaut werden kann. Größere Kinder ab drei Jahren dürfen sogar schon zur ORL Salzstangen oder trockenen Zwieback knabbern, falls sie Appetit darauf haben.

Wichtig: Bieten Sie Ihrem Kind immer nur wenig Nahrung an, dafür öfter. Zwingen Sie es nie zum Essen! Behalten Sie eine hohe Trinkmenge bei. Gut geeignet ist beispielsweise Heidelbeertee oder Brombeerblättertee.

Am ersten (und zweiten) Tag:
1. Reisschleim (aus 20 g Reisflocken und 150 ml Wasser sowie einer Prise Salz)
2. Haferschleim (aus 25 g Haferflocken und 300 ml Wasser sowie einer Prise Salz)
3. Karottenbrei (empfehlenswert: Baby-Karottengläschen) mit einer Prise Salz, evtl. mit Reisflocken

An den folgenden Tagen:
1. geriebener Apfel (wird auch gerne vermischt mit eingeweichtem Zwieback gegessen)
2. schaumig geschlagene Banane (auch 1:1 mit geriebenem Apfel sehr beliebt)
3. trockener Zwieback, Knäckebrot, Toastbrot, evtl. mit Bananenscheiben belegt
4. Gemüsebrühe mit Nudeln, Reis oder Grieß
5. Reis bzw. Kartoffelbrei (ohne Milch und Fett!) mit gekochten Karotten und (ab dem 3. Tag) Huhn
6. für Säuglinge: Gemüsegläschen (Karotte, Kartoffel, Kürbis), ab dem 3. Tag auch wieder mit Geflügel

Ab dem 3. Tag für Kinder über einem Jahr auch:
1. Heidelbeeren bzw. Brombeeren gekocht als Kompott oder Marmelade, später auch roh (eventuell in Joghurt oder Quark)
2. Magerjoghurt (am besten probiotisch!), Magerquark oder Buttermilch

Für ca. 10 Tage weglassen:
1. Milch
2. Fett (Butter, Margarine, Öl) nur in geringen Mengen beigeben (eine Messerspitze pro Mahlzeit)

Diese Ernährung behalten Sie bei, bis der Stuhlgang wieder geformt ist, was meist etwa fünf bis sechs Tage dauert.



 

Wenn die Kleinen einen Infekt nach dem anderen haben, greifen viele Eltern zu Vitaminpräparaten, und wollen so die Abwehrkräfte stärken. Doch aufgepasst: Die Wirksamkeit von Multivitaminpräparaten zur Infektvorbeugung ist nicht belegt, und möglicherweise erhöhen sie sogar das Allergierisiko von Kindern!

Vitamine sind wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem – so viel steht fest. Bloß der Umkehrschluss, dass mehr Vitamine zu einem stärkeren Immunsystem verhelfen, wie uns die Pharmabranche häufig weismachen will, ließ sich bisher nicht zweifelsfrei belegen. Wie Sie das Immunsystem stärken, welche Vitamine für Kinder nach ärztlicher Absprache geeignet sind und was Sie lieber lassen sollten, lesen Sie hier.

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Liebe Mutter, lieber Vater,

natürlich wollen Sie - wie alle Eltern - Ihr Kind vor Unfällen und Verletzungen möglichst bewahren. Doch Hand aufs Herz, wüssten Sie, was im Fall des Falles zu tun wäre? Denn gerade bei schweren Verletzungen können Minuten über das Leben eines verunglückten Kindes entscheiden!

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Ihre
Andrea Schmelz

PS: Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind, dass Sie diesen Spezialreport "Erste Hilfe" niemals brauchen! Falls Ihrem Kind aber doch einmal etwas zustößt, können Sie ihm zumindest ohne Zeitverzögerung richtig helfen.



 

Meine große Tochter (zweieinhalb Jahre) ist zum Teil sehr eigen mit ihren Spielsachen. Wenn ihre kleine Schwester (fast ein Jahr) an Sachen geht, die eigentlich der Großen gehören, will sie ihr das sofort abnehmen und fängt leicht an zu toben.
Ich habe Schwierigkeiten, den richtigen Umgang damit zu finden. Ich versuche ihr zu erklären, dass sie doch teilen soll, da sie auch mit den Sachen der Kleinen spielt und dass wir Erwachsene ja auch teilen. Ich habe ihr auch schon mal ihr Recht gelassen und sie hatte dann ein Teil, das sie nicht hergeben musste und die Kleine hatte aber genauso ein Teil, an das die Große nicht durfte. Insgesamt bin ich mir aber einfach unsicher, welche Methode jetzt richtig ist. Können Sie mir weiterhelfen?
Ansonsten liebt die Große ihre kleine Schwester aber sehr. Es gibt auch Situationen, in denen die beiden einträchtig miteinander spielen.

Antwort von Frau Schmelz


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So, nun aber zu etwas Erfreulicherem als Brechdurchfall!

Unten ohne
Ich war mit meinem Enkel Luca im Sandkasten und habe ihm gezeigt, wie man die Füße „verschwinden“ lassen kann: Ich habe meine beiden Füße in den Sand eingegraben. Er fand das sehr interessant und wollte es auch. Na gut, Schuhe runter – Socken aus und vergraben. Dann habe ich ihm gezeigt und erklärt, dass im Schatten alles kalt und in der Sonne alles warm ist und wie gut barfuß laufen ist. Er hatte so Freude daran und der Tag ging auch barfuß zu Ende. Am nächsten Morgen hat er schon ziemlich früh bei mir angerufen und mich gefragt, ob wir später auch wieder „nackig draußen laufen“. Ich musste so lachen, habe ihm aber gleich noch einmal erklärt, dass es „barfuߓ heißt. (von Gabi Spleiß aus Schemmerberg)

Mit Musik geht alles besser
Meine zweijährige Nichte hat an meinem dreißigsten Geburtstag ein neues Lied gehört, das sie jetzt immer zum Topfsitzen singt: „Häppi bösdi lulu!“ (von Valerie Danler aus Innsbruck)

Logisch kombiniert
Neulich in unserem Kindergarten: Ein neuer Praktikant kann Gitarre und Klarinette spielen. Als er nach einem „Musikstündchen“ seine Klarinette sauber machte, wollte Anna (4 Jahre) wissen, was er da machte. Er erklärte geduldig, dass durch die Atemluft Feuchtigkeit entsteht (etc.), die dann weitgehend entfernt werden muss, da Holz ja arbeitet. Anna fragte: „Ist denn die Carmen (eine Erzieherin) auch aus Holz?“ Er fragte erstaunt: „Die Carmen? Wie kommst du denn da drauf?“ Daraufhin Anna: „Na, Carmen sagt ja auch immer, sie ist die einzige, die hier arbeitet...“ (von Martina Loher aus Berlin)

Vielen Dank an alle Einsender/innen!
Wenn Sie auch einen netten Spruch Ihres Kindes auf Lager haben, senden Sie ihn bitte an gesundheit.erziehung@onlinehome.de. Dann können wir im Newsletter alle darüber schmunzeln!





 


Herzlichst

Ihre


Dr. med Andrea Schmelz

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Erleuchtung: Als wir es uns vor Weihnachten jeweils abends gemütlich machten, das Licht löschten und nur noch die kleinen elektrischen Kerzchen brannten, war Zeit für eine Weihnachtsgeschichte. Ich montierte, damit ich den Text lesen konnte, meine Stirnlampe. So zirka nach 10 Minuten wurde meine kleine Tochter (2 ½-jährig) unruhig. Als ich zu ihr schaute, sagte sie zu mir: „Zünde mich nicht an, ich bin keine Kerze!“ Noch heute muss ich lachen, wenn ich daran zurückdenke.