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Vater füttert Kind

Babybrei: Gläschen oder selbst kochen?

Gesunde Baby-Ernährung

Enthalten Babygläschen genügend Eisen und Vitamine? Muss es immer Bio sein? Ist in fertigem Babybrei zu viel Zucker drin? Und wie kochen Sie selbst Babybrei, damit Ihr Baby alle Nährstoffe, aber möglichst wenig Schadstoffe aufnimmt? Antwort auf diese brennenden Elternfragen für einen gesunden Babybrei liefert Ihnen dieser Beitrag. 

Expertenrat von 

Weil Kinder im ersten Lebensjahr schneller wachsen als in allen folgenden Jahren, ist eine ausgewogene Ernährung mit allen erforderlichen Nährstoffen besonders wichtig. Gleichzeitig ist der Organismus Ihres Babys besonders empfindlich und muss vor Schadstoffen unbedingt geschützt werden.

Babygläschen: Gutes Abschneiden in puncto Hygiene und Pestizide

Beikost aus dem Babygläschen ist praktisch und spart Zeit – keine Frage. Doch auch im Hinblick auf die Keimfreiheit kann es Selbstgekochtes nur schwer mit den Fertiggläschen aufnehmen. Wie wiederholte Untersuchungen belegen, wird bei Hipp, Alete & Co. sauber gearbeitet, die Babygläschen sind nicht mit Keimen belastet.

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Auch wenn heute schon viele Hersteller ihre Babyprodukte in Bio Qualität anbieten, Babykost bleibt Vertrauenssache. Vertrauen, von dem HiPP profitiert...

Dank strenger gesetzlicher Vorgaben darf Säuglingsnahrung aus dem Glas nur minimale Rückstände an Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- oder Vorratsschutzmitteln aufweisen. Dabei gilt ein Grenzwert von 0,01 Milligramm (mg) pro Kilogramm.

 

Eventuelle Verunreinigungen unterhalb dieses Wertes werden als unvermeidlich angesehen, denn trotz sorgfältiger Auswahl der Rohstoffe gibt es eine gewisse Hintergrundbelastung durch langlebige und überall in der Umwelt vorkommende Substanzen. Weiterhin gelten bei Babynahrung strenge Grenzwerte für Nitrat, die man beim Selberkochen nicht immer einhalten kann. Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, den Sauerstofftransport im Blut behindern und bei Säuglingen zu Erstickungsanfällen führen. Außerdem können sich aus Nitrit krebserregende Nitrosamine bilden.

Noch einen Vorteil bieten die Babygläschen: Beikost, die für Babys „nach dem 4.Monat“ ausgelobt ist, ist besonders fein püriert. Manche Babys stören sich schon an den kleinsten Stückchen, und mit dem Pürierstab oder Mixer können Sie den Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei gar nicht so fein zerkleinern, dass nicht doch das eine oder andere gröbere „Knöllchen“ im Mund landet.

Oft zu wenig Fleisch und Fett im Babygläschen

Immer wieder werden Babygläschen von der Stiftung Warentest und ÖKO-TEST unter die Lupe genommen, und regelmäßig ist der Gläscheninhalt nicht so recht zufriedenstellend. Bei den Gemüse-Fleisch-Gläschen werden immer wieder bemängelt

  • ein zu geringer Fleischgehalt, sodass die Eisenversorgung oft nicht gewährleistet ist,
  • ein zu geringer Fett- und Kaloriengehalt und
  • zu wenig Vitamin C, das die Eisenaufnahme verbessert.

Es steht zu befürchten, dass es um andere hitzeempfindliche Vitamine, wie z. B. Vitamin B, auch nicht besser bestellt ist. Für sechs Monate alte Babys empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung 20 Gramm (g) Fleisch pro Tag – die Kleinen essen durchschnittlich aber nur 12 g täglich. Bei den 12 Monate alten Babys sieht es nicht besser aus: Sie bekommen 15 g, empfohlen werden 30 g täglich. Dadurch ist die ausreichende Versorgung mit Eisen, Zink sowie Vitamin A und B gefährdet. Da die Eisen-Vorräte bei Babys nach einem halben Jahr erschöpft sind, brauchen die Kleinen für eine gesunde Baby-Ernährung mit der Beikost Nachschub. Im zweiten Lebenshalbjahr sollte Ihr Kind daher mindestens 80 bis 100 g Fleisch pro Woche bekommen. Obstgläschen ersetzen keine ganze Mahlzeit, und auch in den Frucht-Getreide-Gläschen ist meist zu wenig Getreide drin. In einem Getreide-Obst-Brei sollten 20 g Getreide stecken, sodass Sie entsprechende Babygläschen zwar dem Brei zugeben aber auf die Getreideflocken nicht verzichten können.

Gesunde Baby-Ernährung: So kaufen Sie die besten Gläschen bzw. werten den Babybrei auf

  • Studieren Sie immer das Etikett Ihrer Babymenüs.
  • Je nach Fleischgehalt sollte Ihr Baby mehr oder weniger häufig fleischhaltige Gläschen bekommen. Enthält ein Gläschen z. B. 15 g Fleisch, braucht Ihr Kind davon sechs Gläschen pro Woche, um auf die empfohlene Fleischmenge zu kommen. Bei vegetarischer Ernährung sollten Sie dem Brei statt Fleisch 10 g Vollkornhafer- oder –hirseflocken zugeben.
  • Fleischhaltige Gläschen sollten keine Milch enthalten, denn die reduziert die Eisenaufnahme im Darm.
  • Bevorzugen Sie für eine gute Eisenversorgung Rind und Lammfleisch, denn Geflügelfleisch ist relativ eisenarm, und auch Schweinefleisch weist inzwischen durch die Züchtung magerer Schweine einen geringeren Eisengehalt als früher auf.
  • Geben Sie zur besseren Eisenverwertung drei bis vier Teelöffel Vitamin-C-haltigen Saft oder Obstpüree zum Babybrei oder danach.
  • Salz und Gewürze sind überflüssig. Für eine gesunde Baby-Ernährung sollten Babymenüs so einfach wie möglich zusammengesetzt sein. Vier Zutaten genügen: Gemüse, Kartoffeln, Fleisch und Fett.
  • Achten Sie auf den Fettgehalt, denn die meisten Babygläschen enthalten zu wenig Fett. Pro Mahlzeit sollte Ihr Baby 8 bis 10 g Fett bekommen. Ist diese Menge nicht enthalten, geben Sie einen Teelöffel hochwertiges Rapsöl (entspricht 4 g) zu.

Im Babybrei stecken oft unnötige Zutaten

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Milch-Brei mit Ha1 Milch?

Brei

Sehen Sie sich einmal die Zutatenliste von Babybrei im Fertiggläschen an oder studieren Sie aufmerksam die Pappschachteln der Instantbreie zum Anrühren mit Wasser. Da wimmelt es oft nur so von Zucker, gefriergetrocknetem Obstpulver, künstlichem Vanillegeschmack, Emulgatoren und entmineralisierter Molke. Brauchen Babys wirklich Brei mit Stracciatellastückchen oder mit Apfelstrudelgeschmack, in dem dann zusätzlich auch noch Nüsse enthalten sind? Ganz klar: Nein! Und selbst wenn auf der Packung groß „ohne Zusatz von Kristallzucker“ draufsteht, kann trotzdem Zucker enthalten sein, der sich dann geschickt hinter Bezeichnungen wie Glukose oder Fruktose versteckt. Bereiten Sie den Milch-Getreide-Brei und den Obst-Getreide-Brei am besten selber zu. Dazu haben wir für unsere Abonnenten von „Gesundheit und Erziehung für mein Kind“ am Ende des Beitrags einige Grundrezepte zusammengestellt. Sie dürfen ab dem zweiten Lebenshalbjahr für den Milch-Getreidebrei auch getrost normale Vollmilch nehmen, obwohl ins Fläschchen bis zum ersten Geburtstag unbedingt industriell hergestellte Säuglingsmilch gehört, sofern Sie nicht mehr stillen. In den letzten Jahren wurde die Auswahl an „Jogurt- Töpfchen“,„Quark-Töpfchen“, „Früchte Duett“ (mit Jogurt oder Quarkcreme), „Frucht und Jogurt“ (bzw. Quark) oder Pudding für Babys ab dem siebten bis achten Monat schier unüberschaubar, denn offensichtlich kommen diese Produkte bei Mutter und Kind gut an. Lassen Sie diese Gläschen im Regal stehen, denn Babys brauchen neben dem Milch-

Getreide-Brei und Säuglings- oder Muttermilch keine weitere milchhaltige Beikost! Diese Produkte erhöhen mit einem Proteinanteil von bis zu 3 g pro 100 g Inhalt die in diesem Alter ohnehin in der Regel zu hohe Eiweißzufuhr. Außerdem verschlechtern sie die Eisenversorgung, indem sie die Eisenaufnahme behindern, und sie enthalten Zucker. Deswegen ist solch überflüssige milchhaltige Beikost unerwünscht.

Weil die Vorgaben für Babynahrung im Hinblick auf Nitrat und Pestizide so streng sind, sind auch Babygläschen aus konventioneller Herstellung praktisch rückstandsfrei. Denn um die Werte für Nitrat und Spritzgifte einhalten zu können, verwenden auch die konventionellen Hersteller immer mehr Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung. Deswegen schneiden reine Bio-Produkte nicht unbedingt besser ab. Beim Selberkochen ist es hingegen dringend zu empfehlen, ausschließlich Bioware zu verwenden, um dem Baby Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu ersparen und den Nitratgehalt so niedrig wie möglich zu halten. Leider kann Nitrat sogar bei Bio-Gemüse ein Problem sein, weil es im Boden vorhanden sein kann, selbst wenn der Landwirt keinen Kunstdünger verwendet.

Mein Tipp für eine gesunde Baby-Ernährung
Bestimmte Gemüsesorten wie Spinat, Mangold und Rote Bete enthalten besonders viel Nitrat. Sie sollten daher nicht zu häufig auf Babys Speiseplan stehen. Auch Kohlrabi und Fenchel aus konventionellem Anbau sind oft stark belastet. Verwenden Sie nur Bio-Ware und kaufen Sie diese Gemüse nur aus Freilandanbau.
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Kommentare zu "Babybrei: Gläschen oder selbst kochen?"

  • Amelie schreibt am 22.12.2014

    Hallo!

    Ich habe nun schon öfter gelesen, dass man auch normale Bio VOllmilch nehmen kann. Was stimmt nun?
  • Mama schreibt am 22.12.2014

    Kirstins Kommentar kann ich nur zustimmen. Könnte die Verfasserin dieses Artikels, Dr. med. Andrea Schmelz, bitte auf die Kommentare eingehen?
  • Klie schreibt am 15.10.2013

    Ich würde jeder Mutter empfehlen selbst den Brei zu kochen, schon allein um zu wissen was drin ist. Es gab schon oft genug Rückrufe weil irgendwelche Glassplitter im Babybrei sind! Und wir essen ja nun schließlich auch nicht nur aus Dosen oder?
    In der Not nehme sogar ich ein Gläschen aber das passiert wirklich nur im totalen Notfall, wie die Fahrt in den Urlaub (einfach sonst zu viel Stress)...

  • Kirstin schreibt am 04.05.2013

    Verzeihen Sie, aber auf welcher Grundlage raten Sie als Ärztin Müttern zu Konservenkost anstatt zu frischer Kost für ihre Kleinen? Man könnte fast vermuten, dass hierbei HIPP & Co. die Finger mit im Spiel haben! Als Mutter und Journalistin, die sich seit Jahren mit dem Thema Ernährung auseinander setzt und die Marketingmaschinerie der Babykostindustrie bestens kennt, kann ich nur sagen: Unverantwortlich! Abgesehen davon, dass haltbar gemachte, "tote" Kost niemals besser als Frischkost sein kann (u.a. gehen bei der Haltbarmachung einige Vitamine verloren), zieht sich die Gläschenbrei-Gesellschaft doch die Junkfood-Konsumenten von morgen heran. Da nützt auch das Bio-Logo nicht mehr viel. Wie sollen junge Leute heute noch lernen, mit frischen Zutaten zu kochen und sich ein Leben lang gesund zu ernähren, wenn sie seit ihrem 1. Lebensjahr zu Konservenessen verdammt wurden...
  • Anonym schreibt am 21.06.2011

    Die empfohlene Menge Fleisch ist für mich nicht logisch. Wie kommt man auf diese Menge? Eisen ist ja nicht nur in Fleisch enthalten.
  • Anonym schreibt am 20.06.2011

    Mich würde interessieren, was ich mir unter dem häufig in Obstgläschen vorkommenden Saftkonzentraten vorstellen kann. Darf Konzentrat gezuckert sein, obwohl das Obstgläschen \"ohne Zuckerzusatz\" ist?
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