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Essstörung

Neigt Ihr Kind zu einer Essstörung?

Magersucht, Bulemie und weitere

Normalerweise gibt Essen Kindern ein Gefühl von Wohlbehagen. Wenn Kinder aber ein tiefer liegendes Problem mit sich herumschleppen, kann sich das in einer Essstörung zeigen. Lesen Sie, wie Sie erste Anzeichen von Magersucht, Bulemie und anderen Essstörungen frühzeitig erkennen und was Sie im Falle einer Essstörung tun sollten. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Die meisten Essstörungen beginnen in der Pubertät, doch tendenziell zeigt sich, dass immer mehr jüngere Menschen von einer Essstörung wie Magersucht oder Bulemie betroffen sind. So leiden mittlerweile schon 10- bis 12-Jährige unter ausgeprägten Essstörungen.

Essstörungen entwickeln sich langsam über einen längeren Zeitraum hinweg und können umso besser behandelt werden, je früher sie erkannt werden. Deshalb ist es sinnvoll, hin und wieder mal einen aufmerksamen Blick auf das Essverhalten der Kinder zu werfen, um eine Essstörung frühzeitig zu erkennen. Doch nicht jedes auffällige Verhalten in Bezug auf das Essen ist gleich eine manifeste Essstörung wie Magersucht oder Bulemie!

Wenn

  • Ihr Kind phasenweise wenig Appetit hat und dann zeitweise wieder viel und gerne isst
  • Ihr Kind die gekochten Speisen auf dem Teller nicht vermischt haben möchte
  • Ihr Kind bestimmte Lebensmittel einfach nicht mag; wie z.B. gekochtes Gemüse oder Salat
  • Ihr Kind am liebsten immer dasselbe essen möchte und recht unflexibel auf Neues reagiert,

so handelt es sich hierbei meistens um relativ „normale“ Phänomene, die keine Essstörung sind und nicht zu sehr problematisiert werden sollten. Solange das Gewicht des Kindes stimmt und es einen gesunden und munteren Eindruck macht, brauchen Sie sich über eine eventuelle Essstörung keine ernsthaften Sorgen zu machen.

Wenn Ihr Kind auf bestimmte Speisen mit Ekel oder sogar Übelkeit reagiert, z.B. auf Fleisch, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen, um eine Magen-Darm-Erkrankung auszuschließen.

Folgende Essstörungen kommen am häufigsten vor:

1. Magersucht (Anorexia nervosa)

Magersucht entwickelt sich durch ein gestörtes Selbstbild und ein verzerrtes Körperempfinden. Die Betroffenen dieser Essstörung – meistens Mädchen und junge Frauen – fühlen sich zu dick und wollen bei dieser Essstörung mit aller Macht dünner werden. Sie reduzieren bei Magersucht sukzessive ihre tägliche Nahrungsaufnahme und magern ab, was sie aber bei dieser Essstörung lange kaschieren und leugnen, wenn sie darauf angesprochen werden. Menschen mit Magersucht sind meistens sehr aktiv, verausgaben sich aufgrund ihrer Essstörung gerne z.B. im Sport und finden kaum Ruhe. Hungergefühle geben sie bei dieser Essstörung nicht zu und sie entziehen sich gemeinsamen Mahlzeiten, wann immer das möglich ist. Die Magersucht kann dramatische Formen annehmen und sogar tödlich enden.

Über die Ursachen für die Magersucht sind sich Wissenschaftler noch nicht ganz schlüssig. Man hat aber beobachtet, dass Mädchen mit Magersucht sehr ehrgeizig, leistungsorientiert und perfektionistisch sind. Sie gehen bei dieser Essstörung sehr streng mit sich und ihrem Körper um und versuchen, eigene Bedürfnisse stets unter Kontrolle zu halten. Eine Magersucht kann nur mithilfe spezialisierter therapeutischer Intervention erfolgreich behandelt werden.

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Kommentare zu "Neigt Ihr Kind zu einer Essstörung?"

  • Biggi schreibt am 28.04.2015

    Hallo, ich hab ein Problem. Meine Tochter, 5 jahre, hat ständig oder anders,möchte ständig essen,was mich nerft.Sobald wir zu den Mahlzeiten am Tisch sitzen schaut sie was sich alle nehmen und muß das auch haben,obwohl genug da ist.Ständige Ermahnungen sind die Folge.Kann mir jemand einen Rat geben?
  • susanne schreibt am 29.12.2013

    Hallo

    mein sohn ist 9 jahre alt... seit ca drei monaten ist er mega schlecht. mahlzeiten verweigert er mittlerweile. ich muss ihn wirklich zwingen wenigstens drei löffel zunehmen. als ich ihn fragte was los ist, warum er so wenig ist, antwortete er mir:ER HAT ANGST ZUZUNEHMEN. seit dem er das heute zu mir sagte bekam ich richtig angst. weil er ist alles andere als dick. an ihm ist kaum was dran. weiss jemand was ich machen kann, bzw weiss jemand ob eine essstörung vorliegt?? brechen geht er noch nicht oder steckt sich den finger in hals. aber ihm ist nach jedem essen schlecht.
  • Elisabeth schreibt am 28.06.2013

    Liebe Alle!
    Auch wir haben mit unserem 93/4 jährigen ein solches Essproblem!
    Er fragt nach Kalorien und schaut seinen Bauch an bzw. misst bei anderen, ob er nicht zu dick ist. Er ist keine Schuljause, beschränkt sich auf 2 - max. 3 Mahlzeiten am Tag.
    Besteht schon eine Essstörung?
    Unsere Vereinbarung ist, dass wir das Gewicht in regelmäßigen Abständen das Gewicht kontrollieren - und er darf nicht rapide abnehmen. Auch das Trinken ist sehr zäh, ich zwinge ihn mittlerweile dazu.
  • Anonym schreibt am 29.10.2009

    Hallo
    Unser 8-jähriger Sohn ist auch kein grosser Esser, eher dünn und mittlerweile leichter als seine 2 Jahre jüngere Schwester. Schon oft hatten wir Phasen, wo das Essen ein Dauerthema war. wir haben gemerkt, dass dies dann oft eine Art Machtspiel zwischen uns und unserem Sohn wurde, wo wir als Eltern kaum gewinnen können denn zwangsfüttern können/wollen wir ihn ja nicht. so hatten wir die Vereinbarung, dass er essen darf so viel er will mit der einzigen Regel \"mind. 3 Löffel von jeder Speise probieren\" (denn er ist oft auch sehr wählerisch). Zudem haben wir erklärt, weshalb Essen wichtig für den Körper ist usw. Momentan isst er grad wieder recht gut. Ein grosser Esser wird er wohl nie werden, aber dadurch dass wir das Thema einfach nicht mehr \"auf den Tisch\" gebracht haben, hat es sich von selber erledigt.
    Weiss schon... tönt einfacher als es ist. Wünsche euch viel Glück!!!
  • Anonym schreibt am 07.02.2009

    Hallo,
    ich habe folgendes Problem: Mein Sohn ist 11 Jahre alt, ca. 157 cm groß und wiegt nur ca 30-31 Kg, er isst einfach sehr wenig, weil er schnell satt ist. Dieser Zustand haben wir ca. seit Okt. 08, da ist es uns zumindest bewusst geworden, würde sagen, er hat in einem halben Jahr ca. 3 Kg abgenommen, ist allerdings etwa 2 cm gewachsen und ist zwischenzeitlich richitg dürr. Seit ca. Ende Nov. versuchen wir, dass er mal ein paar Kilo draufbekommt - allerdings sind die Mahlzeiten zwischenzeitlich für alle Stress pur, ich immer kannst du nicht noch etwas, er: ich bin eigentlich satt, Ich: aber zu weißt doch du solltest etwas mehr essen ... So geht das dauernd und jeder ist total genervt.
    Ernährungsberatung konnte auch nicht wirklich helfen, da kalorienreicher kochen etc. ich alles schon mache, trotzdem setzt nichts an. Sie meinte, er kann im Moment gar nicht soviel essen, dass er zunimmt evtl. Nahrungs-ergänzung vom Kinderarzt.
    Kinderarzt hat Blut untersucht etc. organisch
    alles in Ordnung, daher sieht er keine Notwen-digkeit von Nährungsergänzung, sei eine Ess-störung, solle mich an Psychologen wenden.
    Heilpraktierin meint, klar dass ihm der Apetit vergeht, wenn er immer mehr essen soll, als er möchte. Ich solle ihn einfach mal essen lassen wie und was er will, hat Bachblüten bekommen, da ihn der Essstress sehr
    belastet. Sie meinte, es sei keinesfalls ein Fall für den Psychologen, da er sonst keine Probleme hat, Schule prima, mit Freunden unterwegs, schwimmt im Verein.
    Ich weiß langsam nicht mehr was wir machen sollen, haben selbst schon schlaflose Nächte.
    Lasse ihn jetzt seit 2 Tagen essen wieviel er will - natürlich ist jetzt nur Miniportionen, ich versuche das mal so 10 Tage durchzu-halten, mal schauen was passiert, ob er nach den 10 Tagen abgenommen hat.

    Kann mir jemand helfen!!!!
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