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Kleines Mädchen isst Cornflakes
© Oksana Kuzmina - 123rf.com

Die größten Zuckerfallen, die Sie kennen sollten – inklusive gesunder Alternativen

Achtung, Zuckerfalle!

Dass zu viel Zucker der Gesundheit schadet, ist mittlerweile allgemein bekannt. Aufgrund dieser Risiken und dem zunehmenden Wunsch der Konsumenten nach zuckerfreien Lebensmitteln wird Zucker von Lebensmittelherstellern geschickt versteckt. Für den „normalen Verbraucher“ ist es nicht immer einfach, hinter den komplizierten Bezeichnungen der vielen Zusatzstoffe den Zucker zu erkennen. Warum es also nicht ausreicht, Süßigkeiten zu meiden, um weniger Zucker zu essen, erfahren Sie hier. 

Expertenrat von 
Dana Kümmeler, Heilpraktikerin

Eine aktuelle Marktstudie von Foodwatch hat ergeben, dass in jedem zweiten Erfrischungsgetränk zu viel Zucker enthalten ist. Die Verbraucherschutzorganisation hat rund 500 verschiedene Getränke analysiert und festgestellt, dass davon 60 Prozent mehr als 5 Prozent Zucker enthielten. Von den restlichen untersuchten Getränken enthielten fast 90 Prozent Zuckerersatzstoffe, die gerade für Kinder auch nicht unbedenklich sind, da der Stoffwechsel von Kindern durch diese künstlichen bzw. chemischen Zusatzstoffe schwer belastet wird.

Zucker ist überall

Oft werden Erfrischungsgetränke damit beworben, dass sie zuckerarm oder gar zuckerfrei sind, was sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Zucker befindet sich jedoch nicht nur in Getränken und Süßigkeiten, sondern in vielen Fertig-Lebensmitteln, die industriell hergestellt werden. Insbesondere auch saure, pikante oder würzige Lebensmittel enthalten Zucker, so zum Beispiel Knabbereien wie Chips und Cerealien wie Cornflakes.

Warum zu viel Zucker schädlich ist

Nach dem 2. Weltkrieg in den 50er- und 60er-Jahren galt Zucker verständlicherweise als Inbegriff für Genuss und Wohlstand. Heute gilt Zucker als Krankmacher Nr. 1. Der Zuckerkonsum ist in den letzten 20 Jahren enorm angestiegen. Gleichzeitig nehmen Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit (Diabetes) und Übergewicht (Adipositas) schon bei Kindern rasant zu. Zu viel Zucker bedeutet – vereinfacht gesagt – Stress für die Bauchspeicheldrüse. Denn je höher der Blutzuckergehalt, desto mehr wird das Hormon Insulin produziert.

So kommt es im Laufe eines Tages bei Mahlzeiten, die auch nur kleine Mengen Zucker enthalten, immer wieder zu rasanten Blutzuckeranstiegen und als Folge zu vermehrter Insulinausschüttung. Ein stetiges Auf und Ab. Fällt der Blutzucker genauso rasch wieder, wie er gestiegen ist, kommt es schnell zum Heißhungergefühl, und es wird wieder gegessen. Das führt auf Dauer zu einem chronisch erhöhten Insulinspiegel, was wiederum zu einer erhöhten Entzündungsbereitschaft des Körpers führt und die Entwicklung chronischer Krankheiten begünstigen kann. Auch die Fettverbrennung funktioniert nicht mehr, so wird eine Gewichtsabnahme unmöglich. Weiterhin zerstört zu viel Zucker die Darmflora und begünstigt eine Besiedlung des Darms mit Pilzen. Da sich der gesamte Organismus und insbesondere der Stoffwechsel von Kindern noch im Aufbau befindet, kann eine frühe Schädigung der Zellen durch zu viel Zucker fatale Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Kindes haben.

Zucker ist nicht generell gefährlich

Es gibt wie so oft zwei Seiten der Medaille. Denn wie immer kommt es auf das Maß an. Ab und zu mal ein Stückchen Schokolade oder ein Stückchen Zucker im Kaffee ist sicher nicht schädlich. Durch den „versteckten“ Zucker in Lebensmitteln summiert sich allerdings die Menge des Zuckers, die wir im Laufe des Tages zu uns nehmen, sodass schnell die Menge erreicht ist, die dem Körper durchaus erheblich schaden kann.

Aufgepasst! Hinter diesen Begriffen versteckt sich Zucker

Nicht nur der allgemein bekannte Haushaltszucker (Kristallzucker), sondern auch brauner Zucker, Rohr-, Trauben- und Fruchtzucker sowie auch chemisch hergestellte Zuckerarten fördern die Insulinausschüttung. Wussten Sie, dass es mittlerweile über 70 verschiedene Namen und Stoffe gibt, die für Zucker stehen?

Der Zuckergehalt eines Lebensmittels muss von Lebensmittelherstellern auf einer Packung in der Nährwerttabelle angegeben werden. Hier müssen allerdings nur sogenannte „Einfach- und Zweifachzucker“ aufgelistet werden, wozu der normale Haushaltszucker, Rübenzucker, Rohrzucker und Kristallzucker zählen. Mehrfachzucker wie Oligofruktose, Fruktose-Glukose-Sirup, Maltodextrin oder Maltotriose müssen nicht genannt werden. Daher haben viele Lebensmittel einen wesentlich höheren Zuckeranteil, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Zu den bekanntesten Zuckerstoffen, die auf Lebensmitteln angegeben werden, zählen diese Bezeichnungen:

  • Dextrose
  • Maltodextrin
  • Saccharose
  • Glukose-Sirup
  • Traubensüße
  • Gerstenmalzextrakt
  • Süßmolkepulver
  • Magermilchpulver
  • Aspartam

Die Menge macht’s: So tappen Sie nicht in die Zuckerfalle

Jeder mag gerne Süßes. Besonders Kinder gewöhnen sich sehr früh an den süßen Geschmack, denn schon die Muttermilch schmeckt recht süß. Gewöhnen Sie Ihre Kinder daher nach dem Abstillen schon an andere Geschmacksrichtungen: Ab und zu Süßes, Saures und Herzhaftes ist nicht schädlich, aber auch neutraler Geschmack gehört dazu. Hierzu eignet sich stilles natürliches Wasser zum Trinken am besten. Wasser neutralisiert im Körper nicht nur Säuren, Wasser beruhigt auch den Stoffwechsel.

Um der Zuckerfalle zu entgehen, meiden Sie Fertigprodukte

Bereiten Sie selbst alles frisch zu – wenn möglich. Für Snacks zwischendurch können Sie Ihrem Kind Rohkost in Form von Karotten, Paprika, Gurken und Kohlrabi anbieten. Vor allem Nüsse (Mandeln, Erdnüsse) und Kerne (Sonnenblumen- und Kürbiskerne) sind wertvolle zuckerfreie Snacks, da sie viele Mineralien enthalten. Obst (vor allem Äpfel) enthalten wegen des hohen Fruchtzuckergehalts eine natürliche Süße. Einige Obstsorten wie z. B. Ananas werden extra so gezüchtet, dass sie noch mehr Fruchtzucker enthalten und somit noch süßer schmecken. Auch Früchte, die ohne Kerne gezüchtet werden, enthalten mehr Fruktose (Fruchtzucker) als die ursprünglichen Früchte. Alte Apfelsorten wie etwa Boskop, Renette oder Gravensteiner sind zu bevorzugen, da sie nicht ganz so süß und noch nicht überzüchtet sind.

Diese Zucker-Alternativen sind natürlich

  • Erythrit (auch Erythritol genannt) wird durch ein Fermentationsverfahren gewonnen, in dem Glukose aus Weizen oder Maisstärke durch spezielle Hefepilze fermentiert wird. Erythrit ist kalorienarm und gut verträglich, auch bei größeren Mengen kommt es nicht zu Durchfall. Erythrit erhalten Sie im Reformhaus oder im Internet (Preis: 1 kg ca. 9,90 €).
  • Xylit sind sogenannte Zuckeralkohole, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden. Diese natürliche Zuckeralternative ist zum Süßen gut geeignet. Xylit gelangt nur langsam ins Blut, lässt daher den Blutzucker nur leicht ansteigen und wird überwiegend insulinunabhängig verstoffwechselt. Zudem ist Xylit gut für die Zähne. Achtung: Bei zu hohem Konsum von Xylit kann es gerade bei Kinder zu Durchfall kommen, mehr als 10 g pro Tag sollten Sie Ihrem Kind nicht geben! Xylit bestellen Sie ebenso wie Erythrit am günstigsten und von guter Qualität bei www.xucker.de (Preis: 1 kg ca. 9,90 €).
  • Kokosblütenzucker wird aus dem frischen Saft der Kokosblüte gewonnen. Er hat einen angenehmen Geschmack (nicht nach Kokos!) und ist weniger süß als Haushaltszucker. Er enthält sehr wenig Fruktose, dafür aber viele wertvolle Mineralien. Kokosblütenzucker belastet nicht die Bauchspeicheldrüse. Kokosblütenzucker bekommen Sie im DM-Markt (Preis: 250 g 4,95 €).
  • Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft & Co. Diese naturbelassenen Produkte sind zwar eine süße Alternative, geben Sie sie Ihrem Kind jedoch nur in Maßen: Sie enthalten zwar viele Mineralien, jedoch leider auch hohe Zuckermengen in Form von Fruktose. Sie lassen den Blutzucker ansteigen und erhöhten die Insulinproduktion. Diese Produkte kaufen Sie am besten im Bioladen oder DM-Markt (Preise von ca. 5 bis 10 €).
  • Stevia wird aus der Pflanze Stevia gewonnen und ist 100-mal süßer als herkömmlicher Zucker. Stevia ist nur in seiner unbearbeiteten Form – als getrocknete Blätter der Stevia-Pflanze – unschädlich für die Gesundheit. Seit Stevia als Süßungsmittel entdeckt wurde, wird es als Pulver (mittels chemischer Prozesse verarbeitet) angeboten. Da Stevia nur in chemisch behandelter Form – selbst in Reformhäusern und Bioläden – angeboten wird, kann ich diese Zuckeralternative nicht wirklich empfehlen.

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