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Zeichnung einer Darmflora
© Tamara Radavanavich - 123rf.com

Wie eine gesunde Darmflora das Hirn Ihres Kindes fit hält

Darm mit Charme

Kaum zu glauben, doch Darm und Hirn kommunizieren miteinander. Wie das funktioniert und wie auch Darmbakterien die Gesundheit des Gehirns Ihres Kindes beeinflussen können, ist zurzeit Gegenstand der modernen neurologischen Forschung. Was wirklich dahintersteckt, möchte ich Ihnen im Folgenden erklären. Außerdem erfahren Sie, was Sie konkret für eine gesunde Darmflora tun können, um auch das Gehirn Ihres Kindes fit zu halten. 

Expertenrat von 
Dipl. oec. troph. Marion Jetter, Ernährungsberaterin & Chefredakteurin "Mein Kind - fit & gesund!"

Der Darm – das unterschätzte Organ

Wissenschaftler verschiedenster europäischer Institute und Universitäten wie das Max-Planck-Institut in München forschen momentan sehr intensiv an diesem Organ. Unser Darm ist – würde man ihn sich ausgebreitet vorstellen – 300 bis 400 Quadratmeter groß, der gesamte Verdauungskanal ist etwa 6 bis 8 m lang und bietet ca. 100 Billionen Bakterien Platz. Damit ist er das weitaus größte menschliche Organ mit viel mehr Aufgaben als der reinen Verdauungstätigkeit.

Wie der Darm mit dem Hirn kommuniziert

Immer mehr stellt sich heraus, dass unser Darm ein eigenständiges Organ ist, das mit dem Gehirn und anderen Organen rege kommuniziert. So befindet sich im Darm ein Netz mit 100 Millionen Nervenzellen, das sich von der Speiseröhre bis zum Enddarm zieht. Dieses Nervensystem wird auch als „Bauch-“ oder „Darmhirn“ bezeichnet. Über die „Bauch-Hirn-Achse“ erfolgt nun der Informationsaustausch zwischen dem Bauch- und dem Kopfhirn. Beachtlich finde ich, dass 90 % der Informationen vom Darm in den Kopf gehen und nur 10 % in die andere Richtung.

Ein Beispiel für diesen Informationsaustausch, den Sie sicherlich schon bei sich oder Ihren Kindern beobachten konnten: Es steht eine Prüfung an oder eine andere aufregende Situation. Das Kopfhirn meldet an das Bauchhirn „Angst“, und die Verdauungstätigkeit bzw. der Stuhldrang wird aktiviert. Umgekehrt sendet uns der Bauch oft früher eine Entscheidung als unser Kopf. Sprachlich gibt’s die Verknüpfung zwischen Darm und Gehirn ja schon längst. Denken Sie an „Schmetterlinge im Bauch“ oder an das berühmte „Bauchgefühl“.

Stressanfälligkeit, Stimmungslage, Gedächtnis: Die Darmflora spielt eine wichtige Rolle

Der Darm beherbergt wie bereits erwähnt etwa 100 Billionen Bakterien, wobei es vermutlich 1.000 verschiedene Arten von Darmbakterien gibt. Diese Bakterienvielfalt ist wichtig für die Verdauung, die Abwehr von gefährlichen Keimen und Giften sowie für die Stärkung des Immunsystems – wobei die Anzahl und die Art der Bakterien individuell sehr unterschiedlich sind. Diese Lebensgemeinschaft an Bakterien schützt einerseits, kann aber auch krank machen. So wurde an Mäusen beispielsweise herausgefunden, dass sich das Gehirn nicht normal entwickelt, wenn sie in einer keimfreien Umgebung aufwachsen und somit keine Bakterien im Darm haben. Natürlich lassen sich Ergebnisse von Mäusen nicht so einfach auf den Menschen übertragen, doch weiß man mittlerweile gesichert, dass die Darmflora von Menschen, die in der Kindheit traumatische Erlebnisse hatten, anders aussieht als bei denjenigen, die dem nicht ausgesetzt waren. Der Darm und seine Bewohner haben nicht nur Auswirkungen auf die Verdauung, das Immunsystem und den Stoffwechsel, sondern auch auf die Stressanfälligkeit, die Stimmungslage sowie auf das Lernen und das Gedächtnis.

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Das können Sie gezielt für den Darm und das Gehirn Ihres Kindes tun

Unsere westliche Ernährungsweise mit viel Fertigprodukten und viel Zucker ist für eine gesunde Darmflora nicht unterstützend, denn sie verringert das Repertoire an Darmbakterien. Ein britischer Forscher ließ seinen Sohn zehn Tagelang bei McDonald´s essen. Das Ergebnis: Die Vielfalt der Darmbakterien hatte deutlich abgenommen.

Um die Darmflora Ihres Kindes zu unterstützen, gesund zu erhalten und somit auch Einfluss auf das Gehirn zu nehmen, versuchen Sie doch folgende Tipps umzusetzen:

  • Verwenden Sie so selten wie möglich Fertigprodukte.
  • Kochen Sie möglichst oft aus frischen Zutaten.
  • Vermeiden Sie Fastfood wann immer möglich.
  • Reduzieren Sie bewusst den Süßigkeitenkonsum Ihres Kindes auf eine Portion täglich.
  • Bauen Sie Obst und Gemüse fünfmal am Tag ein.
  • Bieten Sie ausreichend (Vollkorn-)Getreideprodukte an.
  • Versuchen Sie den Speiseplan Ihres Kindes vielfältig zu gestalten.
  • Geben Sie Ihrem Kind immer wieder probiotische Joghurts (sie helfen die Darmflora gesund zu erhalten).
  • Achten Sie auf eine fettarme Ernährung Ihrer Kinder (sie fördert die Vielfalt der Darmbakterien).
  • Antibiotika sind für die Vielfalt der Darmbakterien eine Keule. Sollte die Gabevon Antibiotika notwendig sein, achten Sie darauf, Ihrem Kind mit Laktobazillen angereicherten Joghurt anzubieten. So unterstützen Sie die Regeneration der Darmflora.

 

 

 

 

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