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Kleines Mädchen isst einen Apfel
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Fruchtzwerge, Milchschnitte & Co.: „Kinderlebensmittel“ sind ungesund

Ernährung

„Fruchtzwerge – Die schlaue Wahl für Weltentdecker“, „Monsterbacke Fruchtquark – so wichtig wie das tägliche Glas Milch“: Mit solchen und ähnlichen Slogans werben Hersteller für Lebensmittel, die angeblich besonders gesund für Kinder sein sollen. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

90% der getesteten Kinderlebensmittel sind ungesund

Die Verbraucherorganisation Foodwatch testete in einer neuen Studie 281 spezielle Kinderlebensmittel. Das Ergebnis zeigt, dass in den meisten Produkten deutlich zu viel Zucker und Fett stecken. Ein Fruchtzwerg z. B. besteht zu 12,6 % aus Zucker und zu 2,9 % aus Fett. Sein Zuckergehalt entspricht der Menge von zwei Stück Würfelzucker. (Zum Vergleich: Cola enthält dagegen „nur“ 10,6 % Zucker). Ähnlich sieht es bei den Frühstückscerealien von Kellogg’s aus. Die meisten Frühstücksflocken sind reine Zuckerbomben. Nur 29 der getesteten Produkte erfüllten die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO, 252 sollten dagegen nicht vermarktet werden. Am besten kamen im Test ausgerechnet noch die Kinder-Produkte von Burger King und McDonald’s weg. Von ihnen erfüllten wenigstens 24 bzw. 32 Prozent der Artikel die WHO-Kriterien.

Werbung für Kinder: Freiwillige Selbstbeschränkung ist offenbar wirkungslos

Die Foodwatch-Studie belegt: Die seit 2007 bestehende Selbstbeschränkung der Lebensmittelindustrie bei der Werbung für Kinder ist offenbar wirkungslos. Damals hatten zahlreiche Lebensmittelhersteller im Rahmen einer EU-Initiative zugesichert, strengere Regeln für an Kinder gerichtetes Marketing einzuhalten. Danach sollten für Kinder unter 12 Jahren nur noch Lebensmittel beworben werden, die bestimmte Nährwertanforderungen erfüllen. Zusammen mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) fordert Foodwatch nun ein gesetzliches Verbot des an Kinder und Jugendliche gerichteten Marketings für ungesunde Lebensmittel. „Die Selbstverpflichtung ist eine Mogelpackung und täuscht den Verbraucher“, kritisiert Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG

Mein Tipp:

Haben Sie schon mal selbst einen Fruchtzwerg probiert? Dass Lebensmittel, die so süß schmecken, dass die meisten Erwachsenen angewidert das Gesicht verziehen, nicht gesund sein können, liegt auf der Hand. Erziehen Sie Ihr Kind von Anfang an zu einem gesundheitsbewussten Verhalten, und lassen Sie die kleinen bunten „Aufreißer“ das sein, was sie sind: Süßigkeiten, die es ab und zu als Ausnahme einmal essen darf, die aber nicht auf dem täglichen Speiseplan zu finden sind.

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