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Mutter und Tochter beim Fleisch einkaufen
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Welches Fleisch ist das gesündeste für Ihr Kind?

Was Sie beim Fleischkauf beachten sollten

Skandale über Gammelfleisch oder Antibiotika in Futtermitteln verderben vielen Verbrauchern den Appetit auf Schwein, Rind und Geflügel. Trotzdem raten Ernährungswissenschaftler nach wie vor zum regelmäßigen Fleischverzehr, weil es mithilft, den Eiweiß- und Eisenbedarf Ihres Kindes zu decken. Doch wie erkennen Sie gutes Fleisch? Und wie viel Fleisch ist gut für Ihr Kind? Ich habe die wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen und erkläre Ihnen auch, auf welche Bio-Siegel Sie sich verlassen können. 

Expertenrat von 
Dipl. oec. troph. Marion Jetter, Ernährungsberaterin & Chefredakteurin "Mein Kind - fit & gesund!"

In Fleisch sind essenzielle Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Zink enthalten, die der Körper optimal verwerten kann. Bei pflanzlicher Kost klappt die Verwertung der Nährstoffe nicht so gut. Ein Beispiel: Aus 100 Gramm (g) Rindfleisch kann unser Körper etwa 0,5 Milligramm (mg) Eisen verwerten. Um die gleiche Menge Eisen aus Spinat zu erhalten, müssten Sie die siebenfache Menge (das entspricht 700 g) essen.

Wie viel Fleisch braucht Ihr Kind?

In der abgebildeten Tabelle sehen Sie, welche Fleischmenge für Ihr Kind ideal ist. Die vom Forschungsinstitut für Kinder (FKI) in Dortmund empfohlene Menge wird von den meisten Kindern und Jugendlichen sogar deutlich überschritten. Ich halte mich bei meinen Kindern deshalb an den Grundsatz: „Klasse statt Masse“, kaufe also lieber qualitativ hochwertiges Fleisch, das dafür aber in überschaubaren Mengen

 

Welche Fleisch- menge ist für Ihr Kind ideal (Richtwerte des FKI) 
Alter des KindesFleisch ( g/Tag )
4 bis 6 Jahre40
7 bis 9 Jahre50
10 bis 12 Jahre60
13 bis 14 Jahre ( Mädchen)65
13 bis 14 Jahre ( Jungen )75

 

Lieber Steak statt Salami

„Rotes Fleisch erhöht das Risiko, später an Krebs, Herzerkrankungen oder Diabetes zu sterben“, so der bisherige Stand der Forschung. Jetzt gibt es aber Entwarnung: Die Rolle von rotem Fleisch bei diesen Erkrankungen wird überschätzt. Nach wie vor gelten jedoch, laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), verarbeitete Produkte wie Wurst oder Schinken als gesundheitsgefährdend. Ernährungsexperten machen dafür die an der Fleischverarbeitung beteiligten Stoffe wie Salz und Nitrate verantwortlich. Wenn Ihr Kind Wurst aufs Brot haben möchte, ist das trotzdem kein Problem, solange Sie die Menge im Auge behalten (maximal 50 g pro Tag) und auf gute Bio-Qualität achten. Hier wird mit Nitritpökelsalz sparsamer umgegangen.

Ist Biofleisch besser?

Viel Platz im Stall, Auslauf im Freien, Futter vom eigenen Hof und vor allem keine vorbeugende Antibiotikagabe: Artgerechte Tierhaltung, wie sie die Siegel der privaten Anbauverbände wie Naturland, Bioland oder Demeter vorschreiben, hat einfach ihren Preis. Und ich finde zu Recht, gerade was den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung angeht. Doch es lohnt sich – nicht nur wegen der Tiere – etwas mehr zu bezahlen: Das Fleisch hat durch die längere Mastdauer mehr intramuskuläres Fett und enthält nicht so viel Wasser. Dadurch schrumpft es beim Braten weniger zusammen und schmeckt aromatischer.

Die wichtigsten Fleischarten im Überblick

Fleischeinkauf ist zwar Vertrauenssache, aber deswegen ist die Ware aus dem Supermarkt noch lange nicht immer schlecht und vom Metzger nicht immer gut. Ich stelle Ihnen in der Tabelle auf dieser Seite die wichtigsten Fleischarten kurz vor und sage Ihnen, worauf Sie an der Verkaufstheke achten sollten, um möglichst gutes Fleisch zu erhalten.

Mein Tipp: Vorsicht bei mariniertem Grillfleisch!

Fertig mariniertes Fleisch ist praktisch und kann sofort auf den Grill gelegt werden. Trotzdem sollten Sie lieber frisches Fleisch ohne Marinade kaufen. Denn Fleisch, das fertig eingelegt verkauft wird, ist oft nicht mehr ganz frisch. Mögliche Qualitätsmängel und die Farbe des Fleisches werden von der Marinade einfach überdeckt.

Die wichtigsten Fleischarten im Überblick

Fleischsorte: Schwein

So erkennen Sie gute Qualität

Schweinefleisch muss im Gegensatz zu Rindfleisch nicht reifen und wird bereits einen Tag nach dem Schlachten verkauft. Vom Schlachttag abgerechnet, hält es sich nur eine Woche. Frisches Fleisch erkennen Sie an einer hell- bis zartrosa Farbe. Das Fleisch sollte zartrosa, zartfaserig und leicht marmoriert (mit Fettadern durchzogen) sein. Die Marmorierung ist wichtig für den Geschmack und die Zartheit des Fleisches.

Das sollten Sie beachten

Lassen Sie sich nicht von Angeboten wie 6,99 € für ein Kilogramm Schnitzel locken. Bei diesen Preisen kann kein Tier artgerecht gehalten werden und kein Landwirt etwas verdienen. Achten Sie deshalb auf das EU-Bio-Siegel, zumindest auf das Neuland-Siegel (neuland-fleisch.de). In der Metzgerei sollten Sie immer nachfragen, wo und wie die Tiere gehalten wurden und ob der Betrieb eventuell noch selbst schlachtet. Und noch etwas: Schweinefleisch immer gut durchgaren.

Fleischsorte: Rindfleisch (enthält am meisten Eiweiß und Eisen!)

So erkennen Sie gute Qualität

Gutes Rindfleisch muss richtig abgehangen und reif sein. Jungbullenfleisch erkennen Sie an seiner hell- bis mittelroten Farbe. Ein geringer Fettansatz mit weißen Fettadern ist erwünscht.

Das sollten Sie beachten

Etwas Fett sorgt dafür, dass das Rindfleisch beim Braten saftig bleibt. Im Idealfall zieht es sich als feine Marmorierung, in sogenannten Adern, durch das Fleisch. Fehlt diese Fettmarmorierung, wurde das Tier wahrscheinlich zu schnell gemästet.

Fleischsorte: Kalbfleisch

So erkennen Sie gute Qualität

Je nach Alter des geschlachteten Tieres ist das Fleisch kräftig rosa bis hellrot. Das Fleisch ist besonders fettarm und zart, bei sehr jungen Tieren fast fettlos.

Das sollten Sie beachten

Anhand der Färbung des Fleischs kann man Rückschlüsse auf die Art der Mast ziehen. Je heller die Fleischfärbung ist, desto eisenarmer war das Futter, was das Kalb bekam. Frisches Grünfutter von der Weide beispielsweise ist reich an Eisen. Das Eisen fördert die Myoglobinbildung im Blut, und das Kalbfleisch färbt sich rot.

Fleischsorte: Geflügel

So erkennen Sie gute Qualität

Ein ganzes Brathuhn aus der schnellen Mast wiegt meist nur um die 1.000 g, eines vom Bio Bauern hat mehr Zeit zum Wachsen und bringt mindestens 1,5 kg auf die Waage. Ebenfalls fleischiger und schwerer sind Poularden, sie wiegen knapp 2 kg. Suppenhühner werden erst geschlachtet, wenn sie keine Eier mehr legen, haben darum mehr Muskeln und härteres Fleisch. Sie eignen sich nur zum Suppenkochen. Putenfleisch wird meist als Schnitzel oder Brustfilets verkauft und sollte weiß und zart sein.

Das sollten Sie beachten

Ob Suppenhuhn, Putenbrust oder Ente: Lassen Sie sich nicht blenden durch Angaben wie „bäuerliche Aufzucht“ oder „tiergerechte Haltung“. Häufig besagen scheinbare Informationen zu den Haltungsbedingungen tatsächlich gar nichts. Nur die Formulierungen „extensive Bodenhaltung“, „Freilandhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ und „bäuerliche Freilandhaltung – unbegrenzter Auslauf“ sowie die Bezeichnungen „Bio“ und „Öko“ liefern verlässliche Informationen zur Haltung. Diese extensive Geflügelhaltung verbessert nicht nur das Wohlbefinden der Tiere. Sie sorgt auch für besseren Geschmack und geringere Verluste bei der Zubereitung. Bei Öko-Geflügel wird zusätzlich auf den vorbeugenden Einsatz von Arzneimitteln verzichtet. Wichtig: Wegen Salmonellen, für die Geflügel besonders anfällig ist, sollten Sie Huhn & Co. niemals roh essen und stets gut durchgaren.

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