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Jodversorgung: Jodsalz & Co.

Jodversorgung: Jodsalz & Co.

» gesunde Kinderernährung

Gerade für Kinder ist eine ausreichende Jodversorgung wichtig, denn sonst kann es zu Wachstumsstörungen sowie Lern- und Konzentrationsstörungen kommen. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten, damit Ihr Kind mit Jod gut versorgt ist.

 

Dass Jod für die Funktion der Schilddrüse wichtig ist, weiß inzwischen fast jeder – doch:

Wie viel Jod braucht Ihr Baby?

Jod ist wichtig für die Bildung von Nervenwachstumsfaktoren und wird daher bereits im Mutterleib für die Hirnentwicklung des Ungeborenen benötigt. Deswegen sollten Schwangere in Absprache mit ihrem Frauenarzt z. B. Jodidtabletten einnehmen. Es gibt Untersuchungen aus den USA, die belegen, dass Kinder von Müttern mit Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft einen um vier Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten (IQ) haben. Untersuchungen in Gebieten mit Jodmangel haben zudem gezeigt, dass dort lebende Kinder im Vergleich zu Kindern aus ausreichend mit Jod versorgten Gebieten EEG-Veränderungen sowie Verzögerungen im Wachstum und in der Knochenreife aufweisen können, insbesondere wenn sich infolge von Jodmangel eine Unterfunktion der Schilddrüse entwickelt. Auch in der Stillzeit ist eine gute Jodversorgung der Mutter  wichtig, denn im Gegensatz zu den meisten Nährstoffen ist der Gehalt an Jod der Muttermilch vom  Jodversorgungsstatus der Mutter abhängig. Wie viel Jod Sie als schwangere oder stillende Mutter benötigen, um Ihr Kind gut damit zu versorgen, und wie hoch der Bedarf an Jod Ihres Kindes in den ersten Lebensjahren ist, finden Sie in Tabelle 1.

Jodbedarf von Müttern und Kindern

Personenkreis

enpfohlene Jodaufnahme (in µg/Tag)

Mütter während der Schwangerschaft

230

stillende Mütter

260

Babys in der ersten 12 Monaten

40 bis 80

Kinder von 1 bis 6 Jahren

100 bis 120

Schulkinder

140 bis 180

µg = Mikrogramm, also Tuasendstel Gramm

Der Bedarf an Jod ist ohne Jodsalz nur schwer zu decken

Wie Sie aus Tabelle 2 ersehen können, ist es mit normalen Nahrungsmitteln relativ schwierig, den täglichen Bedarf an Jod zu decken. Da Babys ab dem Beikostalter und Kleinkinder in der Regel noch keine zwei Seefischmahlzeiten pro Woche bekommen, hilft nur die Verwendung von Jodsalz. Allerdings können Milch, Milchprodukte und Eier zur Bedarfsdeckung beitragen. Zu bedenken ist jedoch, dass Kleinkinder nicht mehr als 350 ml Milch pro Tag trinken und Eier nicht täglich auf dem Speiseplan stehen sollten.

Jodgehalt in Nahrungsmitteln

Nahrungsmittel

Jodgehalt in µg pro 100g bzw. 100ml

jodiertes Speisesalz

1.500 bis 2.000 (=15 bis 20µg Jod pro Gramm Salz)

Seefisch und andere Meerestiere

40 bis 150

Käse

10 bis 35

Eier

13

Milch

10

Nüsse

8 bis 13

industriell hergestellte Säuglingsnahrung

meist 7 bis 14 (vorgeschriebener Mindesgehalt 3,5)

Gemüse

5 bis 15

Muttermilch

durchschnittlich 6,3 (4,3 bis 9)

Butter

5

Kartoffeln

4

Volkornbrot

4

Süßwasserfisch

3 bis 5

Schweinefleisch

3

Nudeln

2 bis 3

Rindfleisch

2

Obst

1 bis 3

Huhn

1

Babygläschen (Gemüse, Menüs)

0 (ohne Jodsalz) bis 14 (bitte Etikett beachten!)

Manchmal wird jodreiches Mineralwasser zur Deckung des täglichen Bedarfes an Jod empfohlen. Das ist für Kinder jedoch wenig praktikabel, denn die meisten dieser Wässer enthalten relativ große Mengen an Natrium, Fluorid, Sulfat oder anderer für die Zubereitung von Säuglingsnahrung unerwünschter Stoffe. Die für Babys und Kleinkinder geeigneten Mineralwässer enthalten in der Regel nur Spuren von Jod und tragen daher kaum zur Jodversorgung bei.

So sichern Sie die Jodversorgung bei Ihrem Kind:

  • So bald wie möglich sollte Ihr Kind einmal, besser sogar zweimal pro Woche Seefisch essen, außerdem täglich Milch und Milchprodukte.
  • Verwenden Sie zu Hause Jodsalz nach der Devise: wenn schon Salz, dann wenigstens Jodsalz.
  • Bevorzugen Sie beim Einkauf Lebensmittel, die mit Jodsalz hergestellt wurden, z. B. Brot und Backwaren sowie Wurst und Fleischwaren. Bei abgepackten Lebensmitteln ist das Jodsalz deklariert. Sie finden den entsprechenden Hinweis in der Zutatenliste oder in dem aufgedruckten Jodsiegel. Wenn es um unverpackte Lebensmittel geht, fragen Sie beim Bäcker oder Metzger nach.
  • Besteht in Ihrer Familie eine Veranlagung zur Kropfbildung oder hat Ihr Kind eine Allergie gegen Milch, Ei und/oder Fisch, sollten Sie den Kinderarzt fragen, ob die Einnahme von Jodidtabletten sinnvoll ist.

Übrigens: Meersalze und so genannte „Reformsalze“ enthalten, wenn sie nicht jodiert sind, nur geringe Jodmengen und tragen deshalb nicht nennenswert zur Deckung des Bedarfes an Jod bei.

 

 

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