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Omega-Fettsäuren sind wichtig für Ihr Kind

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Omega-Fettsäuren sind wichtig für Ihr Kind

» Omega-Fettsäuren für Kinder

Omega-Fettsäuren fördern die Entwicklung des Gehirns und sind wichtig für die Sehkraft. Sie helfen, Erkrankungen vorzubeugen und stärken das Immunsystem. Lesen Sie hier, welche Lebensmittel besonders reich an Omega-Fettsäuren sind und welche Säuglingsnahrungen damit angereichert sind.

Zugegeben, leicht zu verstehen ist das „Fachchinesisch“ der Omega-Fettsäuren mit ihren verschiedenen Bezeichnungen nicht gerade. Aber weil Omega-Fettsäuren für die gesunde Entwicklung Ihres Kindes so wichtig sind, sollten Sie darüber Bescheid wissen.

Abc der ungesättigten Fettsäuren

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zählen zu den langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Da der menschliche Organismus diese nicht aus anderen Fettsäuren aufbauen kann, müssen Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) und Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure) mit der Nahrung aufgenommen werden.Aus diesen beiden Fettsäuren kann der Körper mit Hilfe der Enzyme Desaturase und Elongase in begrenzten Mengen die längerkettigen Verbindungen aufbauen, die für verschiedene Stoffwechselfunktionen benötigt werden. Omega-6-Fettsäuren: Aus Linolensäure kann der Körper Gamma-Linolensäure (GLA) und Arachidonsäure (AA) herstellen, die z. B. Bausubstanz für Hormone und Botenstoffe im Gehirn sind. Der Bedarf an Linolensäure kann mit der Nahrung gut gedeckt werden. AA wird mit der heute üblichen Ernährung sogar meist im Übermaß zugeführt, da sie in tierischen Fetten (z B. in Leber, Eigelb, Fleisch) reichlich vorhanden ist. Omega-Fettsäuren: Grundsubstanz der Omega-3-Fettsäuren ist die Alpha-Linolensäure, von der wir bei üblicher Ernährung eher zu wenig aufnehmen. Der Körper kann nur etwa 10 Prozent davon in die Eicosapentaensäure (EPA) und diese weiter in die dringend benötigte Docosahexaensäure (DHA) umwandeln. DHA ist unerlässlich für eine normale Gehirnfunktion.

Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Hirnentwicklung von Kindern!

Omega-6-Fettsäuren werden bevorzugt in Herz, Leber und Nervengewebe eingebaut. Omega-3-Fettsäuren finden sich dagegen vor allem in den Augen und im Gehirn, das – hätten Sie es gewusst? – zu über 50 Prozent aus Fett besteht. In den letzten Jahren wurden die positiven Wirkungender Omega-3-Fettsäuren intensiv untersucht. Die folgenden Erkenntnisse sind gerade für Kinder relevant:

  • Sie fördern Gehirnentwicklung, Intelligenz und Sehvermögen: Einjährige, die mit DHA-reicher Babynahrung (Mutter- oder Fertigmilch) gefüttert worden waren, erzielten in einem einfachen Intelligenz- und Sehtest deutlich bessere Ergebnisse als die Vergleichsgruppe mit DHA-armer Kost (herkömmliche Säuglingsnahrung). Aufmerksamkeits- und Lernstörungen (z. B. ADHS = Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) werden mit einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren in Verbindung gebracht.
  • Sie haben entzündungshemmende Eigenschaften: Ein Mangel begünstigt die Entwicklung von Ekzemen. Schuppenflechte und Neurodermitis bessern sich unter langfristiger Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren.Auch entzündliche Gelenk- (kindliches Rheuma) oder Darmerkrankungen (z. B.Morbus Crohn) und Asthma können dadurch gelindert werden.
  • Sie sind wichtig für ein funktionierendes Immunsystem: Eine anhaltende Unterversorgung wird mit der Entstehung von Allergien in Verbindung gebracht. Auch eine schlechte Wundheilung und eine erhöhte Infektanfälligkeit lassen sich bei einer Mangelversorgung beobachten.

Wann besteht Verdacht auf einen Omega-Fettsäure-Mangel bei Ihrem Kind?

Bei einem Mangel an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können folgende Symptome auftreten:

  • trockene Haut, trockenes Haar, brüchige Nägel
  • schuppige, raue Haut, vor allem an Oberarmen und
  • Oberschenkeln (wie Gänsehaut)
  • Wachstumsstörungen
  • Allergieneigung, Infektanfälligkeit
  • häufiges Wasserlassen, starker Durst
  • Lichtempfindlichkeit bei Helligkeit
  • eingeschränktes Sehvermögen bei Dunkelheit
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • häufig wechselnde Stimmung, niedrige Frustrationstoleranz,
  • emotionale Überempfindlichkeit
  • Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten,
  • daher leichte Ablenkbarkeit,Vergesslichkeit
  • scheinbare Abwesenheit (Kind hört nicht zu)
  • Probleme, eine Arbeit bzw. ein Spiel zu Ende zu führen
  • Lern- und Verhaltensstörungen

Zeigt Ihr Kind mehrere der genannten Anzeichen, sollten Sie den Kinderarzt darauf ansprechen.

Tabelle 1: Fettsäurezusammensetzung pflanzlicher Öle, angegeben in Gramm pro 100 Gramm Öl (die Zusammensetzung der einzelnen Fettsäuren in den Ölen kann je nach Anbaugebiet schwanken)

Beste Quellen für Omega-3-Fettsäuren: Fette Kaltwasserfische und Pflanzenöle

In der Nahrung kommen drei verschiedene Formen von Omega-3-Fettsäure vor:

  • Alpha-Linolensäure,
  • EPA (Eicosapentaensäure) und
  • DHA (Docosahexaensäure).

Alpha-Linolensäure nehmen wir hauptsächlich über Pflanzenöle auf.Vor allem Öle aus Leinsamen, Raps,Walnüssenund Soja liefern größere Anteile (siehe Tabelle 1). Da inder heutigen Ernährung Omega-6-Fettsäuren mit einem Anteil von 25:1 überwiegen, während die Deutsche Gesellschaft fürErnährung ein Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1 empfiehlt, sind Sonnenblumen-, Distel- undMaiskeimöl mit ihrem hohen Gehalt an Omega-6-Fettsäureneher ungünstig. EPA und DHA finden sich überwiegend in fettreichenMeeresfischen, z. B. Hering, Lachs, Tunfisch, Sardine und Makrele (siehe Tabelle 2). In Süßwasserfischen wie Forelleoder Karpfen und in Landtieren kommen sie nur in geringenMengen vor. Je nach Fanggebiet und Jahreszeit kann derAnteil an Omega-3-Fettsäuren im Fisch erheblich schwanken.

Mein Tipp

Damit Ihr Kind ausreichend mit den wichtigen Omega-3-Fettsäuren versorgt ist, sollten Sie vorwiegend Rapsöl verwenden. Leinöl mit seinem besonders hohen Linolensäuregehalt schmeckt leider sehr herb und wird von Kindern nicht gerne gegessen. Kaltgepresstes Walnussöl eignet sich gut für Salate. Bringen Sie mindestens einmalwöchentlich Seefisch (auch möglich: Dosenfisch) auf den Tisch, vorzugsweise Makrele, Sardine, Hering und Lachs (Wildfang oder aus Öko-Aquakultur). Achtung: Fischöl-Kapseln sind bei Fischallergie keine Alternative, da auch sie Fischeiweiß enthalten! 

Tabelle 2: Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Fisch (angegeben in Gramm pro 100 Gramm Fisch)

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