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Zöliakie: Wenn Getreide Ihr Kind krank macht

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Zöliakie: Wenn Getreide Ihr Kind krank macht

» Der Zöliakie vorbeugen

Getreide

Wenn Ihr Kind nicht richtig zunimmt oder ständig Durchfall hat, könnte das an einer Gluten-Unverträglichkeit, an der Zöliakie liegen. Sie ist nämlich keineswegs so selten wie früher angenommen. Glücklicherweise entwickeln sich betroffene Kinder mit der richtigen Diät völlig normal.

In den letzten 20 Jahren haben sich die Möglichkeiten, eine Zöliakie zu diagnostizieren, sehr verbessert. Deshalb wurden zunehmend mehr Patienten mit dieser Erkrankung entdeckt.

So entsteht Zöliakie

Aufgrund einer genetischen Veranlagung vertragen manche Menschen das Klebereiweiß Gluten nicht, das in den meisten Getreidesorten steckt. Bei ihnen löst der Glutenbestandteil Gliadin eine Autoimmunreaktion gegen die eigene Dünndarmschleimhaut aus. Dadurch werden die Dünndarmzotten zerstört. Zotten sind mikroskopisch kleine Ausstülpungen der Darmwand, die beim gesunden Menschen die Nährstoffe aus dem Darm aufnehmen und ins Blut abgeben. Durch den Verlust der Dünndarmzotten können die Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden. Der Nahrungsbrei passiert also größtenteils ungenutzt den Darm. Deshalb kommt es einerseits zu Verdauungsstörungen wie Durchfällen und Blähungen sowie andererseits zu Mangelerscheinungen, die sich in einem schlechten Gedeihen (Untergewicht und/oder Minderwuchs) äußern können. Zu den glutenhaltigen Getreidesorten gehören Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer. Glutenfrei sind Kartoffeln, Soja, Reis,Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amarant. Um der Entwicklung einer Zöliakie vorzubeugen, solltenBabys in den ersten sechs Lebensmonaten grundsätzlich glutenfrei ernährt werden, weil der Darm anfangs besonders durchlässig für Eiweißstoffe aus der Nahrung ist. Geeignet sind vor allem Reis- und Hirseflocken.

So erkennen Sie die Beschwerden von Zöliakie bei Ihrem Kind

Typisch für Kinder mit Zöliakie ist, dass sie als Babys zunächst ganz normal gedeihen, so lange sie gestillt werden oder das Fläschchen bekommen. Denn weder die Muttermilch noch industriell hergestellte Säuglingsmilch enthalten Gluten. Meist treten die ersten Beschwerden ein bis sechs Monate nach Beginn der Beikostfütterung auf, da der Getreidebrei in der Regel glutenhaltig ist. Die häufigsten Symptome (in % der Fälle) bei Kindern sind: Gewichtsstillstand (90 %) oder Gewichtsabnahme Verdauungsstörungen (70 %) wie anhaltende Durchfälle mit teilweise fettig glänzendem, übel riechendem Stuhl oder Blähungen, bisweilen ist aber auch Verstopfung möglich! Appetitlosigkeit (50 %) und Bauchschmerzen, Erbrechen (50 %), insbesondere bei Babys aufgetriebener Bauch (33 %), der in auffälligem Gegensatz zu den dünnen Armen und Beinen steht Blässe (18 %) durch Eisenmangel, schlechte Laune (13 %), Reizbarkeit, missmutiger Gesichtsausdruck, Minderwuchs (3 bis 10 %).
Gar nicht so selten fällt eine Zöliakie auch erst dadurch auf, dass ein Kind immer mehr von seiner Wachstumskurve abfällt. Sein Gewicht bleibt immer weiter unter der Perzentilenkurve (Normwerte in Form einer Kurve, die z. B. im gelben Untersuchungsheft abgedruckt sind) zurück.

Mit einer Darmbiopsie finden Sie heraus, ob Ihr Kind an Zöliakie leidet

Besteht bei Ihrem Kind der Verdacht auf eine Zöliakie, wird der Arzt erst einmal Blut abnehmen. Im Blut lassen sich verschiedene Antikörper („Abwehrstoffe“) gegen Getreide und bestimmte Darmwandbestandteile nachweisen. Sind dabei die Antikörper gegen Gliadin nicht erhöht, schließt das bei Säuglingen eine Zöliakie aus. Somit kann Ihrem Baby eine weitere Diagnostik erspart werden. Sprechen die Antikörper-Befunde im Blut jedoch für eine Zöliakie,muss zur Bestätigung der Diagnose eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm entnommen werden. Bei dieser Dünndarmbiopsie wird ein dünner Schlauch über die Nase bis in den Dünndarm vorgeschoben. Dort wird, z. B. mit einer kleinen Zange, etwas Dünndarmschleimhaut entnommen, die anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird. Sind die Darmzotten abgeflacht oder fehlen sie ganz, ist die Diagnose Zöliakie gesichert. Die Biopsie ist allerdings nur aussagekräftig, wenn sie vor dem Beginn der glutenfreien Ernährung durchgeführt wird! Unter einer glutenfreien Diät erholt sich die Darmschleimhaut nämlich wieder, und es finden sich normale Dünndarmzotten, sodass der Darm gesund erscheint.

So muss sich Ihr Kind bei Zöliakie ernähren

Ist die Diagnose Zöliakie gesichert, gibt es nur eine wirksame Behandlung: Ihr Kind muss lebenslang eine glutenfreie Ernährung einhalten, um symptomfrei leben zu können. Das heißt: Die gängigen Getreidesorten wie Weizen, Roggen oder Hafer sind absolut tabu. „Normales“ Brot, Müsli oder Nudeln darf Ihr Kind nicht mehr bekommen. Immer mehr Bäckereien bieten inzwischen aber schon glutenfreies Brot an.Auch in Reformhäusern, Bioläden und im Versand erhalten Sie spezielle glutenfreie Produkte wie Brot, Gebäck, Nudeln oder Müsli. Trotzdem erfordert eine Ernährung ohne Gluten viel Ernährungs-Know-how: Auch zahlreiche Fertigprodukte enthalten die zu meidenden Getreide als versteckte Bestandteile, die nicht immer aus der Zutatenliste ersichtlich sind! Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (Filderhauptstr. 61, 70599 Stuttgart, www.dzg-online.de) gibt deshalb jährlich aktualisierte Listen mit glutenfreien Lebensmitteln heraus, die Sie als Mitglied kostenlos erhalten.

Weitere Informationen und glutenfreie Rezepte finden Sie im Internet unter www.ernaehrung.de/tipps/zoeliakie, www.glutenfrei-kochen.de, www.hammermuehleshop. de/Service.cfm und www.zoeliakie-treff.de.

 

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