Es müssen nicht immer Essprobleme bei Kindern dahinterstecken, wenn die Nahrungsaufnahme verweigert wird. Wenn Sie beispielsweise auf Vollwertkost wechseln wollen, darf die Umstellung nicht zu abrupt ausfallen. Da würde nicht nur Ihr Kind protestieren, sondern auch seine Verdauung könnte „beleidigt“ reagieren. Die Enzymsysteme und die Mikroflora des Darmes können sich nicht von heute auf morgen auf eine vollwertige Kost umstellen.
Umstellung auf Vollwertkost langsam anpacken
- Steigen Sie Schritt für Schritt von ausgemahlenem Mehl Type 405 auf Vollkornmehl um. Nehmen Sie zunächst Mehl mit geringerem Ausmahlungsgrad (z. B. 812, dann 1050, später 1600 für Weizenmehl) und immer fein gemahlen. Oder mischen Sie zunehmend mehr Vollkornmehl unter Ihr übliches Haushaltsmehl. Ähnlich können Sie mit den weißen Nudeln verfahren, denen Sie langsam immer mehr Vollkornnudeln untermischen (Kochzeiten beachten und zuerst die Vollkornnudeln ins kochende Wasser geben!). Das hell-dunkle Ergebnis können Sie Ihrem Kind als Leopardennudeln „verkaufen“. Manchmal wird Dinkelvollkorn lieber gegessen als Weizenvollkorn. Vollkorngetreide ist – mit Ausnahme von Hafer – besonders für Babys schwer verdaulich. Daher Frischkornbrei erst im Kleinkindalter anbieten.
- Verabschieden Sie sich langsam von zu viel Süßem. Geben Sie z. B. kontinuierlich immer weniger Zucker in den Tee und in Ihre selbst gebackenen Kuchen. Statt ungesunden Süßkrams können Sie Rosinen und andere Trockenfrüchte oder Studentenfutter anbieten oder selbst Popcorn machen (Öl im Topf erhitzen, Topfboden mit einer Lage Popcorn-Mais befüllen, Deckel drauf, Topf vom Herd nehmen, sobald es nicht mehr knallt, zwischendurch Topf schwenken, fertiges Popcorn leicht salzen).
Essprobleme bei Kindern: So werden aus Gemüsemuffeln Obst- und Gemüsefans
- Mundgerechte Appetithäppchen verführen zum Zugreifen. Bieten Sie Ihrem Kind gut gewaschenes (Schale dranlassen!) und entkerntes, in handliche Stückchen geschnittenes Obst an, z. B. Äpfel oder Birnen. Kaufen Sie bei Mandarinen und Trauben kernlose Sorten, denn vielen Kindern vergeht bei Kernen im Mund die Lust auf Obst. Sollten die Essprobleme bei Kindern dennoch nicht abnehmen, können Sie absoluten Obstmuffeln auch ein Glas reinen Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz (am besten frisch gepresst) geben.
- Roh ist Gemüse der Hit, auch wenn es gekocht bei vielen Kindern nur ein „iihh“ erntet. Ebenfalls in mundgerechten Stücken oder Stiften appetitlich bunt auf einem Teller angerichtet, werden Möhren, Tomaten, Paprika, Gurken, Kohlrabi, Blumenkohlröschen oder Rotkohlstreifen gerne verspeist und sorgen für eine gesunde Kinderernährung. Dazu ist ein Jogurtdipp aus Naturjogurt mit Kräutern, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer sehr beliebt.








