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Hilfe, mein Kind isst nicht genug!

Hilfe, mein Kind isst nicht genug!

» Essprobleme bei Kindern

Kind isst nicht genug

Manche Eltern sind verzweifelt, weil sie meinen, dass ihr Kind zu wenig isst und befürchten Mangelzustände. Zur Beruhigung: Ein gesundes Kind wird nicht freiwillig verhungern! Außerdem kann der Appetit von Kindern phasenweise sehr unterschiedlich sein. Lesen Sie hier, wie Sie mit Gemüsemuffeln und schlechten Essern umgehen.

Gemüsemuffel: Gemäkel am Essen ist bei Kleinkindern an der Tagesordnung

 

Im Säuglingsalter sind Essprobleme eher die Ausnahme, da die Kleinen bis zum ersten Geburtstag im Verhältnis zum Körpergewicht einen relativ hohen Nahrungsbedarf haben, weil sie so schnell wachsen. Danach verlangsamt sich das Wachstum etwas und der Energiebedarf sinkt (siehe Tabelle). Deshalb scheinen Kleinkinder auf einmal weniger Hunger zu haben – ohne dass sich Eltern deswegen gleich Sorgen machen müssten! Außerdem werden andere Dinge zunehmend wichtiger, beispielsweise das Laufen, sodass die Kleinen vor lauter Bewegungsdrang und Entdeckergeist gar keine Zeit zum Essen haben.

 

Energiebedarf von Säuglingen und Kleinkindern

Alter des Kindes

Durchschnittlicher Kalorienbedarf pro
Kilogramm Körpergewicht und Tag

ab Geburt bis 4. Monat

ca. 115 kcal (kilokalorien)

4. Monat bis 12. Monat

ca. 105 kcal

13. Monat bis 24. Monat

ca. 100 kcal

ab 2 Jahren bis 4 Jahre

ca. 90 kcal

ab 4 Jahren bis 6 Jahre

Jungen: ca. 85 kcal
Mädchen: ca. 76 kcal

 
Der Energiebedarf hängt nicht nur vom Körpergewicht, sondern auch vom Aktivitätsniveau (ruhiges oder lebhaftes Kind) ab.

Wenn Ihr Kind das Essen verweigert

Je älter Kleinkinder werden, desto genauer ist ihre Vorstellung darüber, was wo auf ihrem Teller zu liegen hat und was sie auf keinen Fall zu essen gedenken. Das ist gerade für Mütter, die sich oft den Kopf zerbrechen, wie sie ihr Kind ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, und täglich liebevoll mit frischen Bio-Zutaten kochen, recht frustrierend. Nehmen Sie´s nicht persönlich, denn die Nörgelei am Essen ist bei Kleinkindern normal. Die Kleinen wollen damit ihre wachsende Selbständigkeit beweisen und zeigen, dass sie selbst für sich sorgen können.

Selbst wenn Ihr Kind zeitweilig das Essen verweigert, ist das normal, insbesondere in heftigen Trotzphasen. Die Kleinen äußern im Rahmen ihrer Persönlichkeitsentwicklung nun sehr deutlich ihre Wünsche, z. B. ob es Hunger hat oder nicht, ob es essen will oder das Weiterspielen wichtiger ist. Druck wäre jetzt völlig verkehrt und würde nur in einem Machtkampf enden! Überlassen Sie Ihrem Kind die Entscheidung und vertrauen Sie darauf, dass es schon essen wird, wenn es hungrig ist.

Isst Ihr Kind zu wenig?

Wie viel ein Kleinkind an einem Tag isst, ist nicht so wichtig, denn der Appetit kann von Tag zu Tag erheblich schwanken. Aussagekräftiger ist die Beobachtung, ob es im Durchschnitt über eine ganze Woche ausreichend gegessen hat.

Will Ihr Kind nicht essen?

Haben sie daher das Gefühl, dass Ihr Kind zu wenig isst, sollten Sie eine Woche lang ein Ernährungstagbuch führen. Vergessen Sie dabei nicht, auch alle Getränke, Zwischenmahlzeiten und Naschereien aufzuführen! Vielleicht sind Sie am Ende bass erstaunt, dass Ihr Kind doch deutlich mehr gegessen hat als Sie geschätzt hätten. Oder es fällt Ihnen dadurch erst auf, wie viel Milch und Saft Ihr Kind über den Tag verteilt trinkt – und wenn es quasi damit schon seinen Kalorienbedarf deckt, hat es natürlich zu den Mahlzeiten nur noch wenig Hunger. Dasselbe gilt natürlich auch für Süßigkeiten oder Knabbereien wie z. B. Salzstangen.

Zum Kinderarzt gehen sollten Sie, wenn Ihr Kind

  • über mehrere Monate nicht zunimmt und/oder nicht wächst,
  • an Gewicht verliert,
  • andauernd krank ist,
  • Schluck- oder Kauprobleme hat oder das Essen schmerzhaft zu sein scheint,
  • nicht nur zeitweise, sondern über Wochen und Monate schlecht isst oder
  • wenn das Gewicht Ihres Kindes auf oder unterhalb der 3. Perzentile liegt.

Die besten Tipps gegen die 6 häufigsten Essprobleme bei Kindern

  1. Ihr Kind will überhaupt nichts essen. Zwingen Sie Ihr Kind niemals zum Essen, denn Essen soll Genuss sein und Spaß machen. Besprechen Sie mit ihm, was ihm gar nicht schmeckt oder was es lieber anders mag. Führen Sie ein Ernährungstagebuch, denn möglicherweise überschätzen Sie die Nahrungsmenge, die Ihr Kind braucht. Kinder essen nur dann, wenn sie hungrig sind. Wenn Ihr Kind appetitlos ist, könnte es daran liegen, dass es eine Krankheit ausbrütet, dass gerade der letzte Backenzahn durchbricht oder dass gerade ein Wachstumsschub vorüber gegangen ist und Ihr Kind deshalb wenig Hunger hat. Versuchen Sie Ihrem Kind mit seinen Lieblingsgerichten wieder Lust aufs Essen zu machen. Richten Sie das Essen besonders liebevoll an (z. B. Clownsgesicht auf der Pizza oder Papierschirmchen in der Quarkspeise). Schimpfen Sie nicht, wenn Ihr Kind mit dem Essen matscht, das könnte ihm den Appetit verderben. Essen Sie gemeinsam, denn wenn Ihr Kind alleine essen muss, schmeckt es nur halb so gut. Oder laden Sie andere Kinder ein, denn durch einen gewissen „Futterneid“ bekommen selbst schlechte Esser oft Appetit.
    Wichtigste Ernährungsregel
    Sie als Eltern bestimmen, wie oft, wann und welche Speisen auf den Tisch kommen. Ihr Kind bestimmt selbst, welche der angebotenen Speisen und wie viel es davon essen möchte.
     
  2. Ihr Kind mag keine Gemüse. Gekochtes Gemüse ist bei vielen Kindern unbeliebt. Oft mögen sie keine Eintöpfe oder Suppen, bei denen man nicht erkennen kann, was darin enthalten ist. Versuchen Sie es einmal mit rohem Gemüse als Fingerfood mit einem Joghurt- oder Quarkdipp. Manchmal hilft es, wenn Sie geeignetes Gemüse wie Kohlrabi, Möhren oder Paprika in Stifte schneiden und als „Gemüsepommes“ verkaufen. Auch eine geschälte Karotte wird Ihr Kind vielleicht mit Vergnügen knabbern. Lehnt es nur bestimmte Gemüsesorten ab, tischen Sie die bei ihm beliebten Sorten extra, also nicht mit anderen Speisen vermischt, auf. Ansonsten können Sie bei „Totalverweigerung“ das Gemüse durch mehr Obst und Kartoffeln ausgleichen. Lassen Sie die Esssituation keinesfalls eskalieren nach dem Motto „Du bekommst nur Nachtisch, wenn du das Gemüse aufisst.“ Das wird Ihrem Kind das Gemüse erst recht verleiden. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Je mehr Gemüsesorten Ihr Kind kennen lernt, umso eher wird sich sein Geschmacksempfinden auf „Gemüsiges“ einlassen können.

  3. Ihr Kind isst kein Obst. Dass ein Kind gar kein Obst mag, kommt sehr selten vor. Meist findet sich doch die eine oder andere Obstsorte, die ihm schmeckt. Schälen Sie diese Obstsorten und bieten Sie sie in mundgerechten Stücken an. Weintrauben müssen Sie oft auch entkernen oder gleich kernlose kaufen. Versuchen Sie es mit Obstspießchen oder selbst angerührtem Naturjoghurt mit frischen Obststückchen. Oder Sie legen z. B. aus Apfelvierteln und Aprikosenspalten kleine Segelschiffe (Apfel als Schiffsrumpf, Aprikosenspalte als Segel). Notfalls bieten Sie verdünnte Obstsäfte an oder pürieren das Obst zu einer Obstsoße. In Formen für Eis am Stiel wird aus eingefrorenem Fruchtpüree eine begehrte Leckerei.

  4. Ihr Kind trinkt keine Milch. Vielleicht mag es stattdessen Kakao? Bieten Sie selbst gekochten, wenig gesüßten Kakao an, denn Kakao-Instantpulver enthält viel Zucker (ein Teelöffel enthält etwa eineinhalb Stück Würfelzucker!). Locken Sie Ihr Kind mit Milchmixgetränke aus frischen Früchten wie Bananen oder Erdbeeren, bieten Sie Milchreis oder auch einmal einen Pudding an. Der Kalziumbedarf lässt sich aber ersatzweise auch mit 150 Gramm Joghurt und 30 bis 40 Gramm Käse decken.

  5. Ihr Kind mag kein Fleisch. So lange es Milch, Milchprodukte, Fisch, Eier, Getreide- und Getreideprodukte mag, muss es kein Fleisch essen. Ansonsten reicht eine kleine Fleischportion von 40 bis 60 Gramm zweimal pro Woche für ein Kleinkind aus, um seinen Eisenbedarf zu decken. Versuchen Sie Ihrem Kind Fleisch in Form von Hackbällchen schmackhaft zu machen. Die kann es gut aus der Hand essen und da muss es nicht so lange kauen.

  6. Ihr Kind will ständig was Süßes. Süßigkeiten ganz verbieten funktioniert zwar in den ersten Lebensjahren noch, doch spätestens im Kindergarten kriegen die Kleinen mit, was andere Kinder so alles dabei haben. Besser ist es oft, Süßigkeiten in Maßen wie etwa zehn Gummibärchen (es gibt inzwischen auch Mini-Tütchen), einen Riegel Schokolade oder einen kleinen Kinderquarkbecher zu erlauben. Wählen Sie Süßwaren gezielt aus und legen Sie nur Mini-Vorräte an. Sparen Sie generell mit Zucker, geben Sie keine Limonaden, Fruchtsaftgetränke und andere stark gesüßte Getränke, sondern lieber nur schwach gesüßten Tee. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und überprüfen Sie Ihr eigenes Naschverhalten. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nichts Süßes vor den Mahlzeiten isst. Kleine Zwischenmahlzeiten wie ein Fruchtjoghurt oder ein Obstteller verhindern, dass zwischendurch Heißhunger auf Süßes entsteht. Auch ein süßes Hauptgericht einmal pro Woche oder eine süße Nachspeise können den Süßhunger stillen. Geben Sie keine Süßigkeiten als Trost oder zur Belohnung. Dann könnte sich Ihr Kind „Süß – dann ist alles in Ordnung“ einprägen – auch für sein späteres Leben.

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Nettes aus Kindermund :)

Sprudel-Pferd: Ich unterhielt mich mit unserer Tochter Lisa (5 Jahre) über Pferdefutter. Sie wollte wissen, was denn die Folge falscher Fütterung wäre. Ich antwortete, dass dann das arme Pferd wohl eine Kolik bekäme, das führe zu großen Schmerzen. Am Abend erzählte Lisa meinem Mann, dass man Pferde immer richtig füttern müsse, denn sonst bekämen sie „Kohlensäure“.