Babys können schon mit etwa sieben Monaten Dinge klar voneinander unterscheiden. In den folgenden Monaten lernen sie, den Gegenständen Wörter zuzuordnen. Doch bis die Kleinen diese Wörter dann auch aussprechen können, dauert es noch eine ganze Weile. Bis dahin müssen sich Babys und Kleinkinder anders verständlich machen, beispielsweise mit den Händen, also mit der Gebärdensprache
Gebärdensprache mit dem Baby lernen– in den USA bereits normal
In den USA oder in Großbritannien gehören Kurse in Gebärdensprache für Babys schon seit längerem zur frühkindlichen Förderung. Inzwischen gibt es Angebote auch in Deutschland. Unter www.babyzeichensprache.com oder www.babysignal.de finden Sie Kurse in Gebärdensprache für Kinder zwischen sechs und 24 Monaten. Der ideale Zeitpunkt, in einen solchen Kurs einzusteigen, ist dann gekommen, wenn Ihr Baby von sich aus Gebärden wie „Winke, Winke“ einsetzt.
Gebärdensprache ist kindgerecht und natürlich für Ihr Baby
In den Kursen lernen Mutter (oder Vater) und Kind ganz spielerisch – eingebettet in Lieder, Verse und Spiele – „babytaugliche“ Zeichen der deutschen Gebärdensprache. Die meisten Gebärden sind sehr anschaulich, sodass ein Baby sich Gebärden sehr schnell merken kann. Es kann diese einprägsamen, einfachen Handzeichen leicht imitieren, weil seine Motorik – im Gegensatz zur Sprache – schon weiter entwickelt ist. Babys zwischen acht und zwölf Monaten beginnen oft zwei bis zwölf Wochen nach Kursbeginn die ersten Gebärden zu zeigen. Kleinkinder lernen die Gebärdensprache oft noch schneller– sie machen eventuell schon innerhalb weniger Tage erste Handzeichen.
5 wichtige „Vokabeln“ in der Gebärdensprache für Ihr Baby
1. Essen: die Faust zum Mund führen
2. Trinken: ein imaginäres Glas zum Mund führen
3. Schlafen: den Kopf in eine Hand legen
4. lieb: mit der Hand eine Wange streicheln
5. fertig: mit beiden Händen eine Faust machen, Fäuste übereinander halten, mit der oberen auf die untere schlagen
Die Sprachentwicklung Ihres Babys profitiert von der Gebärdensprache
Eltern brauchen nicht zu befürchten, dass ihr Baby kein Interesse mehr am Sprechen lernen hat, wenn es sich gut über Gebärden verständlich machen kann. Im Gegenteil: Die Sprachentwicklung wird gefördert, weil die Babys lernen, dass es Bezeichnungen für Dinge gibt. Das ist eine Grundlage für den Spracherwerb. Die Bewegungen der Finger fördern die Entwicklung der feinmotorischen Fähigkeiten. Das kommt auch der Sprachentwicklung des Babys zugute, denn das Sprachzentrum im Gehirn ist mit der Steuerungszentrale für die Feinmotorik verzahnt.
Baby-Gebärdensprache macht selbstbewusst und zufrieden
Ein Baby, das frühzeitig durch Gebärdensprache ausdrücken kann, was es will, hat eine Menge Erfolgserlebnisse. Es wird selbstbewusst, weil es erfährt, dass es etwas bewirken kann. Dadurch erübrigt sich so mancher Wutanfall, weil Mami oder Papi gezielt und ohne Rätselraten („Was will er/sie jetzt nur?“) auf die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Babys eingehen können.
Zum Weiterlesen: „Das große Buch der Babyzeichen: Mit Babys kommunizieren, bevor sie sprechen können“ von Vivian König (Kestner Verlag 2007; 357 Seiten; 27,90 ?) ist mit fast 300 Babyzeichen-Fotos das ausführlichste deutsche Babyzeichen-Buch.









Babyzeichen machen Spaß! Seit mein Sohn sechs Monate alt ist zeige ich ihm ausgesuchte Gebärden. Ben ist jetzt 26 Monate alt, spricht viel. Er begleitet aber weiterhin seine Sätze mit einer Gebärde, wenn ihm etwas sehr wichtig ist. Über den Spaß, den wir und andere Eltern mit Babygebärden (auch Babyzeichen genannt) haben, berichten wir im Blog http://www.babyzeichen.blogspot.com. Dort sind viele Videos und Bilder zu sehen, außerdem zahlreiche Erlebnissberichte.
Auf der Webseite http:www.sprechende-haende.de stellen wir die Idee von Gebärden für Babys vor, erste Gebärden werden erklärt. Dort sind auch wissentschaftl. Artikel zu dem Thema eingestellt. Interessierte Eltern erhalten so einen Überblick über die Welt der Babygebärden.
Viele Grüße
Birgit