Wie Äffchen sind auch Babys von Natur aus „Traglinge“, die sich aktiv an der Mutter festklammern. Der enge Körperkontakt vermittelt Geborgenheit, und Blickkontakt mit der Mutter ist jederzeit möglich. Ein Schweizer Kinderarzt stellte fest, dass ein Baby, das etwa vier Stunden täglich getragen wurde, wesentlich weniger weinte als die nicht getragenen Kinder der Kontrollgruppe.
Gibt es Schäden, wenn Mütter ihre Babys tragen?
Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Im Gegenteil, eine Studie an 400 Kindern, die viel getragen wurden, ergab, dass diese später weniger Haltungsschäden hatten als der Bevölkerungsdurchschnitt. Auch bei den Naturvölkern, die ihre Kinder bis zum vierten Lebensjahr tragen, sind Haltungsschäden nahezu unbekannt. Die Befürchtung, das Baby könnte beim Tragen zu wenig Luft bekommen, ist ebenfalls unbegründet, so lange die Tragehaltung stimmt und das Baby nicht in sich zusammensackt.
Das ist wichtig für Ihren Rücken, wenn Sie Ihr Baby tragen
Wenn Sie folgende Punkte beachten, schonen Sie Ihren Rücken und beugen Beschwerden vor:
Tragen Sie Ihr Baby möglichst hoch am Körper, jedoch nicht so hoch, dass Babys Köpfchen sich in der Höhe Ihres Kinns befindet. Je höher der Körperschwerpunkt Ihres Kindes, desto besser ist das für Ihre eigene Haltung.
Tragen Sie Ihr Baby nah am Körper; es sollte sich also nicht weit nach hinten oder seitwärts beugen können.
Tragen Sie Ihr Baby möglichst in der Körpermitte und nicht asymmetrisch auf der Hüfte. Dies fördert eine schiefe Haltung.
Größere Kinder lassen sich besser auf dem Rücken tragen, das ist auch für Sie die schonendste Trageweise.
Tragen Sie Ihr Kind nur zeitweise, denn Sie beide brauchen Tragepausen.
Leiden Sie trotzdem unter Rückenschmerzen, können Sie Ihr Kind natürlich auch im Kinderwagen fahren. Körpernähe bekommt es schließlich auch bei ausgedehnten Schmuse- und Spielzeiten!
Die richtige Tragehaltung
Die Tragehilfe muss Babys Rücken fest umschließen und dadurch gut stützen. Babys Rücken muss dabei leicht gewölbt sein, das ist die beim Tragen in diesem Alter physiologische Haltung. Ein Hohlkreuz ist unbedingt zu vermeiden! In den ersten Lebensmonaten muss die Tragehilfe auch Babys Köpfchen gut stützen. Ihr Baby muss mit mehr als 90 Grad angehockten und gespreizten Beinchen in der Tragehilfe sitzen. Es sitzt also wie ein kleiner Frosch. Diese Haltung fördert – wie das „Breitwickeln“ – die Hüftentwicklung und kann einer Hüftdysplasie, bei der die Hüftpfanne zu flach ausgebildet ist, vorbeugen.
Tabelle: Auswirkungen und Eignung der einzelnen Trageweisen für Mutter und Baby
|
Trageweise |
Kind |
Mutter |
Bewertung |
|---|---|---|---|
|
liegend im |
ab Geburt bis etwa drei Monate |
praktisch, da das Baby in dieser |
nur für die ersten Wochen |
|
auf der Hüfte |
ab etwa sechs Wochen,wenn Kopf dabei |
durch asymmetrische Körperhaltung |
nur für kurze Strecken, da auf |
|
am Bauch der |
wenn Köpfchen gut gestützt wird, |
gut geeignet, da Kind in |
bei Kindern bis etwa acht |
|
am Bauch der |
ungünstige Haltung, da Rücken nicht gerundet |
siehe „am Bauch der Mutter, |
bietet keine Vorteile |
|
auf dem Rücken |
im Tragetuch oder Tragesack ab drittem |
sobald das Baby zum Tragen |
ideal für größere Kinder, die sich |
Bezugsquellen für anatomisch korrekte Tragehilfen: z. B. Tragetücher von Didymos, die je nach Länge und Stoff 70 bis 123 € kosten (Leihtuch zum Ausprobieren für 17,00 €);
Didymos Erika Hoffmann GmbH, Alleenstr. 8, 71638 Ludwigsburg; Tel. 07141/92 10 24; im Internet: www.didymos.de. Sinnvoller, mitwachsender Tragesack: Glückskäfer Babytragesack
(Informationen unter www.glueckskaefer.de), erhältlich z. B. bei Baby-Walz unter der Best.-Nr. 197.912 für 59,90 €; Versandhaus Walz GmbH, 88336 Bad Waldsee; tel. Bestellservice
01805/33 40 11; im Internet: www.baby-walz.de.










