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Junges Baby wird von Vater getragen
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Welche Kriterien beeinflussen den Charakter

Kleine Persönlichkeiten

Individuelle genetische Veranlagung oder die Erziehungsmethoden der Eltern – was ist bei der Bildung des persönlichen Charakters eines Menschen ausschlaggebend? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Sowohl die jeweilige von den Eltern mitgegebenen Veranlagung, als auch Erfahrungen, die später im Leben gemacht werden, spielen eine Rolle. 

Expertenrat von 

Bereits wenn ein neugeborenes Baby zum ersten Mal im Arm gehalten wird, kann eine gewisse Grundpersönlichkeit erkannt werden. Dieses von Wissenschaftlern betitelte Temperament wird im Laufe der Jahre von der Vielzahl der individuellen Erfahrungen geprägt und beeinflusst.

Feste Anlagen und veränderliche Einflüsse

Die genetische Veranlagung ist festgelegt. Bei anderen Kriterien ist unter anderem die Erziehung an der Ausbildung des Charakters mit beteiligt. Der Name, der für ein Kind ausgesucht wird, hat ebenso einen Einfluss auf die Persönlichkeit. Wir zählen dieses Kriterium hier zu den Fixpunkten, da der Rufname bei uns in der Regel nicht geändert wird.

Entscheidend ist hier die Wahrnehmung des Namens im sozialen Kontext. Ein Name kann entscheidend dazu beitragen, wie mit einem Menschen umgegangen wird oder welche Erwartungen gestellt werden. Dazu wurde bereits eine Studie vom Institut für Pädagogik an der Universität Oldenburg veröffentlicht.

Nicht nur verschiedene Trends, sondern auch die persönlichen Vorlieben der Eltern fließen bei der Auswahl mit ein. Im Babynamen Test können beispielsweise über eine Abfrage von verschiedenen Charaktereigenschaften, die mit einem Namen in Verbindung stehen, neue Vorschläge angezeigt werden.

In einem Interview mit der FAZ berichtet die Namensforscherin Damaris Nübling, dass „Sie einen zu ausgefallenen Namen wählen (können), der womöglich auch noch jemanden nachbenennt. Das ist immer riskant.“ Es sollte stets überlegt werden, wie das Kind später mit dem Namen zurechtkommt. Viele empfinden ihren Namen jedoch auch als zu gewöhnlich.

"Eltern wollen sich selbst und ihre eigene soziale Schicht benennen, denken aber nicht an das Kind.“ 

 

Namensforscherin Damaris Nübling im Interview mit der FAZ


Einteilung in Charaktertypen

Schon immer wurde versucht, die verschiedenen Wesenszüge von Menschen zu kategorisieren oder durch bildliche Vergleiche greifbarer zu machen. Die wohl älteste Einteilung in Sternzeichen orientiert sich dabei am Einfluss der Gestirne. Bei der modernen Psychologie basieren die Grundtypen auf dem individuellen Umgang mit kritischen Situationen.

Bei einer Studie wurden Kindergartenkinder aufgrund Ihres Verhaltens in drei Gruppen eingeteilt. Da waren jene, die sich wenig kontrollieren konnten, und in Krisensituationen zu Aggressivität neigten. Und solche, die ihre Gefühle dabei eher unterdrückten. Die dritte Gruppe bestand aus Kindern, die weder die eine noch die andere Ausprägung zeigten. Im Alter von 23 Jahren wurde bei den Testpersonen festgestellt, dass sich an dieser Grundtendenz nichts geändert hatte.

Charakter und Körperbau

Eine Zeitlang wurden auch Theorien überprüft, die den Charakter in eine Abhängigkeit vom jeweiligen Körperbau und der Konstitution bringen wollten. Ein direkter Zusammenhang konnte jedoch nicht bewiesen werden.

Auch hier steht die Wahrnehmung und der Umgang mit der jeweiligen Person im Vordergrund und wirkt sich auf das Wesen und die Entwicklung der Persönlichkeit aus.

 

Fünf-Faktoren-Modell

In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden von amerikanischen Psychologen fünf konstante Begriffe festgelegt, die sich als Entscheidend für die Bildung der Persönlichkeit auszeichnen. Anhand einer Liste mit über 18.000 Begriffen wurden diese fünf herausgefiltert und in der Theorie des Fünf-Faktoren-Modells verankert. Es gilt heute neben der Vielzahl an anderen Systemen als universelles Standardmodell.

FAKTOR

schwach ausgeprägt

stark ausgeprägt

 

Offenheit für Erfahrungen

 

konservativ, vorsichtig

 

erfinderisch, neugierig

 

Gewissenhaftigkeit

 

unbekümmert, nachlässig

 

effektiv, organisiert

 

Extraversion

 

zurückhaltend, reserviert

 

gesellig

 

Verträglichkeit

 

wettbewerbsorientiert, antagonistisch

 

kooperativ, freundlich, mitfühlend

 

Neurotizismus

 

selbstsicher, ruhig

 

emotional, verletzlich

Die fünf herausgefilterten Begriffe sind demnach in unterschiedlicher Ausprägung bei jedem von uns vorhanden und formen unseren Charakter. Weiterhin besagt das Modell, dass die Entwicklung der Faktoren jeweils zur Hälfte von der genetischen Veranlagung und dem Einfluss von außen bestimmt werden.

Einflüsse von außen

Der Charakter verändert sich während der Kindheit und Jugend noch ständig bis zum Erwachsenenalter. Doch auch nach dieser prägenden Zeit sind beispielsweise durch einschneidende Erlebnisse noch Veränderungen möglich.   

Bei der Kindererziehung ist es sinnvoll, auf die individuellen Persönlichkeitsmerkmale einzugehen. Was beim einen funktioniert, kann beim anderen gerade das Gegenteil bewirken. Dabei ist eben nicht allein der Erziehungsstil ausschlaggebend. Vielmehr ist das Zusammenspiel der Verhaltensmuster von Eltern und Kind entscheidend.

Ein autoritäres Auftreten mag bei manchen Kindern notwendig sein, um beispielsweise Aggressionen in den Griff zu bekommen. Andere Kinder würde dies hingegen einschüchtern und dazu führen, dass sie sich immer mehr in sich zurückziehen.

Individuelle Wahrnehmung der Umwelt

Jedes Kind reagiert anders auf seine Umgebung und vor allem auf andere Menschen. Eine eher introvertierte oder extrovertierte Veranlagung ist nach Meinung der Psychologen bereits grundlegend festgelegt. Somit spielen die jeweiligen Interaktionen und Rückmeldungen auf das Verhalten und eigene Handlungsmuster eine große Rolle bei der Persönlichkeitsentwicklung. 

Hier kann bei der Erziehung ebenfalls eingegriffen werden. Positive Erfahrungen und Erfolgserlebnisse führen dazu, dass ein Kind Selbstvertrauen entwickelt

Auch bei der Ausbildung von sozialen Kontakten spielen diese Charakterzüge eine große Rolle. Mit Geschwistern und gleichaltrigen Kindern können spielerisch Grenzen ausgetestet werden. Je nachdem ob die  Erfahrungen dabei positiv oder negativ sind,
entwickeln sich dabei gesellige oder auch eher unabhängige und eigenständige Persönlichkeiten.

 

 

 

 

 

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