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Wenn Kinder angeben

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Wenn Kinder angeben

» Erziehungstipps zum Thema Angeben

Ein kleiner Angeber

Viele Kinder lassen keinen Zweifel daran und wollen gerne ein bisschen angeben: Sie können alles am besten, wissen genau, wie’s geht, sind die Hübschesten oder die Stärksten. Das kann einem als Eltern auch schon mal peinlich sein. Doch keine Sorge: Dieses Verhalten ist ganz normal!

Schon ab dem Kleinkindalter mit etwa zwei Jahren bemühen sich die Kleinen, Geltung zu erlangen bei den Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie möchten geliebt und beachtet, wenn möglich auch bewundert werden. Manchmal tragen sie dabei für unseren Geschmack etwas zu dick auf.

Ein wenig Angeben ist wichtig für das Selbstbewusstsein Ihres Kindes

Kinder lieben es, sich mit Gleichaltrigen zu vergleichen, denn sie wollen etwas darstellen, sich von anderen abheben, aber auch die eigenen Leistungen einschätzen. Zwar tun das auch Erwachsene, doch sind Kinder dabei viel offener und ungenierter. Sätze wie: „Ich hab aber viel mehr Barbies als du!“ oder „Ich kann schneller rennen als du. Wetten , dass ich als Erster da vorne bin?“ sind hierfür ganz typisch.

 

Dass Kinder sich über ein besonders tolles Spielzeug  freuen und damit auch gerne ein wenig vor ihren Freunden angeben, ist völlig normal. Allerdings sollte es nicht so weit gehen, dass Freunde schließlich nur noch am Spielzeug oder anderem Besitz gemessen werden!

Das kindliche Streben nach Anerkennung und Geltung hat seinen Sinn. Kinder brauchen Vergleiche, um sich in bestimmten Entwicklungsphasen zu orientieren und ihren Platz innerhalb der Gruppe zu definieren. Gerade wenn sie neu in einer Gruppe sind, etwa im Kindergarten oder später in der Schule, ist es für sie wichtig herauszufinden, wo sie im Gemeinschaftsgefüge stehen. So testen sie ihre Fähigkeiten aus, was ihnen beim Aufbau eines gesunden Selbstwertgefühls hilft. Außerdem wollen sie ihren Aktionsradius in diesem Alter immer mehr erweitern und sich schrittweise von den Eltern ablösen, indem sie sich in einer Gruppe von Gleichaltrigen integrieren.

Angeben kommt bei Jungs öfter vor

Wenn kleine Jungen sich vergleichen, stehen meist körperliche Fähigkeiten im Vordergrund: Wer ist stärker? Wer kann schneller laufen, weiter springen? Wer kann besser Fußball spielen? Aber auch: Wer traut sich mehr? In einer Gruppe von Jungen wird oft der Stärkste und Mutigste als Anführer anerkannt und genießt besonderes Ansehen. Rivalität um den „besten“ Platz innerhalb der Gruppe gehört hier einfach dazu. Deshalb sind kleine Jungen nicht selten die größeren Angeber. Bei Mädchen spielt hingegen die Beziehungsebene eine wichtige Rolle: Wer hat mehr Freundinnen? Wer wird häufiger zu Kindergeburtstagen eingeladen? Rivalität ist hier eher kontraproduktiv und spielt deshalb keine so herausragende Rolle.

Bleiben Sie gelassen, wenn Ihre Kinder angeben!

Wenn Ihr Kind mit seinen Stärken und Besonderheiten angibt, brauchen Sie sich in der Regel keine Sorgen zu machen und können gelassen bleiben. Wenn Sie sich nämlich einmischen und versuchen, die Angeberei zu beeinflussen, signalisieren Sie Ihrem Kind damit vor allem, dass Sie seine Prahlerei ernst nehmen. Sollte Ihr Kind gar zu dick auftragen, wird es selbst mit der Zeit merken, dass es damit andere Kinder eher vergrault, als sich Freunde zu schaffen. Gegensteuern sollten Sie hingegen, wenn Ihr Kind überwiegend mit materiellem Besitz prahlt. Kinder sollten nicht von „angesagtem“ Spielzeug oder „coolen“ Markenklamotten abhängig sein, um etwas zu gelten. Natürlich dürfen Sie bei Herzenswünschen durchaus Ausnahmen machen, aber prinzipiell sollte Ihr Kind lernen, dass es viel wichtiger ist, wer es ist, als was es besitzt! Mit Lob und Anerkennung für seine persönlichen Leistungen und Fähigkeiten stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes mehr als mit dem Kauf materieller Dinge.

 

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Die neuesten Kommentare zum Artikel "Wenn Kinder angeben":

Anzeige: 1 - 2 von 2.
Marlene schreibt am Mittwoch, 08.07.09 20:47:

Wenn einer etwas besser kann, sollten das die anderen auch anerkennen. Und die anderen kann man darin stärken, dass sie etwas anderes besser können. Jeder kann irgendetwas besser als andere, weil jedes Kind und jeder Mensch einzigartig ist.
Den letzten Punkt von Frau Dr. Schmelz finde ich hervorragend, und ganz besonders wichtig: Dass die Kinder durch eigene Fähigkeiten und Leistungen Selbstbewusstsein bekommen, und nicht durch materielle Dinge! Das ist ganz besonders wichtig in der heutigen Zeit des materiellen Überflusses. - Vielen Dank, Frau Dr. Schmelz!

wuerfelfeli schreibt am Dienstag, 30.06.09 22:42:

Leider sind es meistens die Eltern der anderen Kinder und auch der Freunde meines Sohnes, die sich damit schwer tun, die Prahlerei als etwas durchaus normales zu verstehen. Sie reagieren oft mit Unverständnis und maßregeln meinen Sohn, wenn er mal wieder der Erste sein möchte oder etwas vermeintlich besser kann als der Freund/die Freundin. Schade! Hier wünsche ich mir doch mehr Verständnis.

 
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