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Junges Mädchen sitzt an einem dunklen Holztisch
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Angsthasen und Zweifler: So stärken Sie Ihr Kind

Starke Eltern – starkes Kind

Leonie traut sich nicht ins Wasser, Carl will nicht bei einem Freund übernachten, und Jakob schaut nur schüchtern auf die Erde, wenn sein Vater ihn auffordert, beim Einkaufen selber zu bezahlen. Wenn Kinder besonders ängstlich sind, wissen Eltern sich oft nicht zu helfen. Woher kommt die Unsicherheit, und wie können Kinder lernen, ihre Ängste und Zweifel zu überwinden? Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten Eltern haben, ihren Kindern Mut und Selbstvertrauen zu vermitteln. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Angst zu haben ist eine ganz natürliche und lebenswichtige Verhaltensweise, die vor Gefahren schützt. Kinder, die angstfrei sind, begeben sich in zahlreiche Gefahren, verletzen sich oft und setzen beinahe täglich ihr Leben aufs Spiel. Deswegen sind Eltern in den ersten Lebensjahren ständig damit beschäftigt, ihr Kind vor Gefahren zu warnen und ihm ein gesundes Maß an Vorsicht zu vermitteln. Mit zunehmendem Alter sollen Kinder selbst entscheiden, wann Angst und Vorsicht angesagt sind und wann nicht. Doch das ist für Kinder schwerer, als es sich anhört.

Für selbstständiges, mutiges Handeln brauchen Kinder Zeit

Manche Kinder sind von Natur aus mutig und probieren alles aus. Auf diese Kinder schauen die Eltern von Zweiflern und „Angsthasen“ oft neidisch, denn auch sie möchten, dass ihr Kind mutig und aktiv ist. Doch Kinder sind so verschieden, dass Vergleiche nicht sinnvoll sind. Mit Geduld und schrittweisem Vorgehen gelingt es, Angst und Zweifel bei zurückhaltenden Kindern auszuräumen.

1. Die Persönlichkeit bestimmt die Grundeinstellung

Akzeptieren Sie die Persönlichkeit Ihres Kindes, und machen Sie sich die positiven Aspekte seines Verhaltens (Gefahren vermeiden, besonnen handeln) bewusst. Zeigen Sie Ihrem Kind das auch.

Wenn Ihr Kind eher zaghaft und zurückhaltend ist, können Sie diesen Persönlichkeitsaspekt nicht verändern. Akzeptieren Sie, dass Ihr Kind kein Draufgänger ist, sondern zur Vorsicht neigt. Wenn es sich in neuen Situationen lieber abwartend verhält, hat das durchaus positive Aspekte.

2. Die Haltung der Eltern ist richtungsweisend

Seien Sie sich bewusst, dass sich Ihr Kind auch an Ihrem Verhalten orientiert

Ganz gleich welche Persönlichkeit ein Kind hat, es richtet sich immer auch nach dem Verhalten seiner Eltern. Sind sie besonders ängstlich, übernimmt auch das mutige Kind die Vorsicht in sein Verhalten.

3. Mut benötigt Herausforderungen

Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst, trauen Sie ihm aber zu, sie in einem angemessenen Rahmen zu bewältigen.

Um Angst zu überwinden und Selbstbewusstsein aufzubauen, brauchen Kinder entsprechende Herausforderungen, Möglichkeiten und Angebote. Diese müssen am Leistungsvermögen des Kindes orientiert sein: nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer.

4. Doppelbotschaften setzen Kinder unter Druck

Prüfen Sie Ihre Erwartungen auf versteckte Doppelbotschaften.

Manche Eltern beruhigen Ihr ängstliches Kind mit Worten wie „Es macht nichts, wenn du nicht ins Wasser gehen willst“, suggerieren aber mit ihrem Verhalten das Gegenteil. Beispielsweise wenn sie immer wieder ins Schwimmbad gehen und dabei anderen (mutigen) Kindern bewundernd zusehen. Diese Situationen „kratzen“ am Selbstbewusstsein der ängstlichen Kinder. Sie fühlen sich abgewertet und zweifeln an sich selbst. Besser wäre es, das Thema Schwimmbad zunächst zu vermeiden und das Kind nach einem halben Jahr für einen Schwimmkurs zu begeistern.

 

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