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Inneren Schweinehund überwinden.

Den inneren Schweinehund überwinden

Der 3-Schritte-Plan für Ihr Kind

Wenn Ihr Kind nicht zu denen gehört, die beim Übernehmen von Aufgaben oder beim Lernen gleich „Hier!“ schreien, könnte der folgende Beitrag Sie interessieren. Dabei sind wirklich faule Kinder die absolute Ausnahme. Vielmehr sind eine fehlende Motivation und/oder eine gewisse Antriebslosigkeit in den meisten Fällen die Ursachen für das angeblich „faule“ Verhalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gegensteuern können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wenn es ums Tischabdecken geht, einen Gang zur Mülltonne oder wenn Hilfe in der Küche benötigt wird, ist Antonia fast immer sofort zur Stelle. Das neunjährige Mädchen hilft gerne und blüht regelrecht auf, wenn ihre Unterstützung gebraucht wird. Auch zum Lernen muss sie nicht lange aufgefordert werden, wenn die Aufgaben zu bewältigen sind.

Ihr siebenjähriger Bruder Leo hat ein anderes Temperament; er gilt eher als träge und faul. Er muss stets mehrfach aufgefordert werden zu helfen und vergräbt sich lieber so schnell wie möglich in seinen Büchern. Lesen ist seine Welt, und aus den Fantasiegeschichten seiner Helden lässt er sich nicht gerne rausreißen.

Faulheit ist auch Definitionssache

Für die Eltern von Antonia und Leo ist ganz eindeutig, welches Kind aktiver und hilfsbereiter ist. Weil Antonia den Familienalltag direkt unterstützt, gerne im Kontakt ist und sich beim Helfen angeregt unterhält, ist ihr Verhalten offensichtlich alles andere als faul. Doch auch Leo tut etwas Sinnvolles und Aktives, wenn er liest. Sein Verhalten mag faul wirken, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Die angebliche Faulheit bezieht sich nur auf einen Bereich: nämlich die Unterstützung der Familie. Diese Differenzierung ist wichtig, denn auch angeblich faule Kinder haben meistens einen Bereich, in dem sie sich gerne und aktiv betätigen.

Faul ist nicht gleich faul

Wenn Eltern also von einem faulen Kind sprechen, sollten sie gleichzeitig eindeutig festlegen, was sie von ihrem Kind erwarten („Leo könnte etwas hilfsbereiter sein und endlich auch seine Brotdose nach der Schule in die Küche bringen!“). Je konkreter diese Erwartungen benannt werden, desto einfacher ist es, die gesteckten Ziele und Wünsche umzusetzen. Beobachten Sie Ihr „faules“ Kind also ganz genau. Liegt es wirklich den ganzen Tag auf dem Sofa und macht nichts? Beschäftigt es sich mit keinen Inhalten? Hat es kein Hobby? Interessiert es sich für nichts? Dann ist die Situation gefährlich, und es muss etwas passieren. In diesem Fall sollten Sie sich an einen Experten wenden. In den meisten Fällen konzentriert sich die mangelnde Eigeninitiative aber mehr auf Dinge, die für den Schulerfolg oder die Unterstützung in der Familie hilfreich wären.

Machen Sie sich ganz klar, worum es Ihnen geht

Kinder sind noch viel mehr als Erwachsene lustgesteuert. Sie folgen ihren Gefühlen und Wünschen. Manche arbeiten, helfen und lernen ausgesprochen gerne, sodass sie kaum dazu angehalten werden müssen. Andere verbringen jedoch ihre Zeit viel lieber mit Spielen, Lesen oder Malen. Diese Kinder müssen intensiver angehalten werden, ihren Pflichten nachzukommen. Das kann zum Beispiel in den folgenden Bereichen notwendig werden:

  •  Tisch abdecken und Teller in die Spülmaschine stellen
  •  Ranzen täglich aus- und einpacken
  •  Zimmer aufräumen
  •  ein Instrument lernen oder ein Musikstück üben
  •  Hausaufgaben machen
  •  Vokabeln regelmäßig wiederholen
  •  Besorgungen erledigen
  •  Haustier versorgen

So reagieren Sie richtig auf „Ich mach das später“-Sprüche

Ganz geschickte und charmante Faulpelze versprechen gerne, ihre Aufgaben zu erledigen, krümmen dann aber keinen Finger. Sie spekulieren darauf, dass Mama den Auftrag entweder vergisst oder ihn schnell selbst erledigt, ehe es Diskussionen gibt. Bei diesen Kindern sollten Sie einen festen Zeitpunkt für die Aufgabe vereinbaren, diesen Zeitpunkt kontrollieren und die versprochene Arbeit unbedingt konsequent einfordern, nicht lange diskutieren, sondern Ihr Kind auch mal Konsequenzen spüren lassen.

Beispiel:

Jan sollte um 16 Uhr vom Spielen reinkommen, sein angefangenes Puzzle auf dem Esstisch beenden und dann zum Aufhängen fixieren. Als Jan nach einer Erinnerung weiter mit seinem Freund auf der Wiese Federball spielt, packt seine Mutter das Puzzle in den Karton. Jan muss nun wieder ganz von vorne anfangen, wenn er das fertige Puzzle als Bild in sein Zimmer hängen möchte. 

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