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Belohnung, Loben

Der Stellenwert von Loben und Belohnen: Das steigert die Motivation für Wohlverhalten

Loben und Belohnen als Königsweg der Erziehung

Kinder sind keine Engel und tun nicht immer, was ihre Eltern von ihnen erwarten. Wie also machen Sie Ihrem Kind Wohlverhalten schmackhaft und bringen es dazu, Unerwünschtes zu lassen? Mit ständigem Schimpfen, Drohen oder Nörgeln klappt es bestimmt nicht. Versuchen Sie es lieber mit einem Motivationsschub!  

Expertenrat von 

Der Königsweg in der Erziehung besteht in der richtigen Motivation. Lob und Belohnung können Wunder wirken, wenn auch nicht immer sofort, aber doch mit großer Zuverlässigkeit. Trotzdem loben viele Eltern zu selten.  

Was Lob alles bewirken kann

  • Lob spornt Ihr Kind mehr an als Strafe oder Kritik.
  • Lob verstärkt die Bemühungen Ihres Kindes, sich wieder „gut“ zu verhalten. Erwünschtes Verhalten Ihres Kindes wird also häufiger auftreten.
  • Lob wirkt entspannend auf die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind.
  • Lob stärkt das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Ihres Kindes.
  • Lob wirkt auf verbaler und auf nonverbaler Ebene, das heißt, noch bevor Ihre Worte im Sprachzentrum des Gehirns entschlüsselt werden, lösen Ihre Mimik und Gestik bereits positive Emotionen beim Kind aus.
  •  Lob erhöht das Wohlbefinden Ihres Kindes!  

Und ganz nebenbei: Auch Eltern macht es mehr Spaß, ihr Kind zu loben statt es ausschimpfen zu müssen!  

Etwas zu loben gibt es überall Kinder haben immer wieder Phasen, in denen sie sehr anstrengend sein können. Ihre Eltern haben dann oft das Gefühl, dass überhaupt nichts klappt und sie eigentlich den ganzen Tag lang schimpfen und ermahnen müssen, damit der Nachwuchs wenigstens einigermaßen mitmacht.

Mein Tipp: Loben für Fortgeschrittene

Wenn Sie Ihr Kind dazu bringen wollen, ein erwünschtes Verhalten öfter zu zeigen, können Sie anfangs auch Teilerfolge loben. Dann weiß Ihr Kind, wo es ansetzen kann, und wird sich gezielt mehr Mühe geben. Mir fällt dazu ein Beispiel aus der Schule ein: Welcher Lehrer wird wohl die größeren Erfolge haben? Einer, der im Schreibheft in jeder Zeile mit dem Buchstaben „a“ den schönsten prämiert (z. B. dem schönsten „a“ eine Krone aufmalt, auch wenn es längst noch nicht „perfekt“ ist!) und das Kind fragt, ob es noch mehr so hübsche „a“ schreiben kann? Oder einer, der die hässlichen „a“ durchstreicht und darunterschreibt „Bitte das nächste Mal mehr Mühe geben!“?  Gerade in schwierigen Zeiten braucht Ihr Kind Lob! Hängt Ihr Kind beispielsweise ständig an Ihrem Rockzipfel und kann es mit sich allein kaum etwas anfangen, sollten Sie es gezielt loben, wenn es sich einmal freiwillig – und sei es auch nur für wenige Minuten – selbst beschäftigt. Vielleicht werden Sie jetzt einwenden, dass das doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist und nicht extra gelobt werden muss. Aus Erwachsenensicht ist das wohl richtig, aber offensichtlich fällt es Ihrem Kind besonders schwer, sich allein zu beschäftigen. Und wenn es sich um etwas bemühen, also quasi etwas „leisten“ muss, dann verdient das ein Lob! Dabei kommt es nicht auf das objektive Ergebnis (das wird oft unspektakulär sein!), sondern auf die Anstrengung des Kindes an.

Achtung: „Dauerlob“ kann schaden!

Manche Eltern wollen es ganz besonders gut machen und loben alles und jedes. Hier heißt es aufpassen! Zu häufiges Lob, das nicht der erbrachten Leistung des Kindes entspricht, verunsichert. Wenn Sie Ihr Kind für den fünften gleichgroßen Turm aus Bauklötzen loben, wird es sich bald fragen: „Hat Mama nicht kapiert, dass ich tolle Türme bauen kann?“ Dauerlob kann nach gewisser Zeit unwirksam werden – das Kind nimmt Ihre anerkennenden Worte nicht mehr ernst. Sie könnten im Beispiel mit dem Bauklotzturm aber mit einem „Turmbauen macht dir offensichtlich sehr viel Freude!“ zum Ausdruck bringen, dass es hier nicht um das Ergebnis, sondern um die begeisterte Beschäftigung mit etwas geht. Kinder, die ständig für alles, was sie tun, gelobt werden, können bald ein übersteigertes Selbstwertgefühl entwickeln. Sie überschätzen die eigene Person („ich bin der Tollste“) und ihre Fähigkeiten („ich kann alles“). Bei der Kontaktaufnahme und Positionierung in einer Gleichaltrigengruppe, etwa im Kindergarten, haben sie dann häufig Schwierigkeiten, von den anderen akzeptiert zu werden. Sie verfügen meist über eine geringe Frustrationstoleranz und reagieren rasch beleidigt oder weinerlich, wenn sie etwas nicht schaffen oder wenn sie erkennen (müssen), dass sie nicht von jedem „in den Himmel gehoben“ werden. Dauerlob birgt die Gefahr, dass sich Kinder nur noch bemühen, um von den Eltern gelobt zu werden. Sie verlieren den Antrieb, selbst etwas vollbringen zu wollen, was die Entwicklung von Eigenständigkeit und Leistungsmotivation hemmt. Kinder, die zu lange Zeit durch ständige Aufmerksamkeit und andauerndes Lob der Eltern im Mittelpunkt stehen, fühlen sich als „Nabel der Welt“. Kommt irgendwann der Zeitpunkt, dass sie diesen Status aufgeben müssen (etwa weil ein Geschwisterchen geboren wurde oder weil sie im Kindergarten nicht der einzige „Weltmeister“ sein können), gibt es heftigen Widerstand. Nicht selten versuchen sie dann mit allen Mitteln, ihre Umwelt dazu zu bringen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Auffälligkeiten wie etwa Schreien und Brüllen, wenn sie sich unbeachtet fühlen, ihnen langweilig ist oder sie beim Einschlafen allein gelassen werden, können die unangenehme Folge sein.

Loben auch nach der dritten Ermahnung?

Viele Eltern reagieren ungehalten, wenn ihr Kind mehrere Ermahnungen braucht, bis es endlich tut, was sie ihm aufgetragen haben. Soll man dann etwa noch loben? Warum nicht? Vielleicht ist es eine Aufgabe, die dem Kind besonders schwer fällt, oder es hat heute einen unkonzentrierten, schlechten Tag. In solchen Fällen können Sie beispielsweise Ihre Anerkennung ausdrücken, dass Ihr Kind sich doch noch überwunden hat: „Ich sehe schon, du hast heute gar keine Lust (oder: es fällt dir heute sehr schwer), … zu machen. Deswegen finde ich es gut, dass du es nun doch tust.“

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