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Die 5 häufigsten Gründe warum Kinder sich nicht an Regeln halten

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Die 5 häufigsten Gründe warum Kinder sich nicht an Regeln halten

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Kind muss Regeln verstehen

Ihr Kind hört nicht, und Sie müssen alles zehnmal sagen und vielleicht sogar eine Strafe erteilen? Oder es nervt und quengelt, sobald Sie ihm nicht Ihre volle Aufmerksamkeit schenken? Erfahren Sie hier die 5 häufigsten Gründe, warum Kinder keine Regeln einhalten.

Kein Kind kann immerzu lieb und brav sein und wird immer prompt gehorchen. Doch wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind eher selten tut, was Sie von ihm wollen, und Sie sehr häufig schimpfen und vielleicht auch strafen, sollten Sie Ursachenforschung betreiben. Bitte sparen Sie sich dabei die berühmten Warum- Fragen („Warum hast du das gemacht?“), denn in den meisten Fällen wird Ihrem Kind der Grund für sein Verhalten nicht bewusst sein! Hier die 5 häufigsten Gründe, warum Kinder sich nicht an Regeln halten:

1. Grund: Ihr Kind möchte Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Beobachten Sie einmal, wie es bei Ihnen läuft: Loben Sie Ihr Kind, wenn es ohne Diskussion einer Anordnung Folge leistet, oder sehen Sie das als selbstverständlich an? Die meisten Eltern erwarten Gehorsam von ihrem Kind und finden es selbstverständlich, dass ihren Anordnungen Folge geleistet wird. Und wenn der Sprössling dann nach der dritten Ermahnung endlich macht, was er soll, haben sie oft das Gefühl „Na endlich! Warum nicht gleich so?“ und wenden sich wieder anderen Dingen zu. Bekommt Ihr Kind jedoch nach Erledigung der Aufgabe weniger Aufmerksamkeit als zuvor, als Sie sich gezwungenermaßen mit ihm beschäftigen mussten, lohnt sich das Gehorchen nicht sonderlich. Da hilft nur eines: promptes Lob, wenn es eine Aufgabe erledigt hat. Viele Kinder setzen schlechtes Verhalten auch ein, um die Eltern mit sich zu beschäftigen, sobald diese dem Kind nicht die volle Aufmerksamkeit schenken. Kaum sind Mama oder Papa am Telefon oder wickeln das Baby, wird gestört, was das Zeug hält. Plötzlich bekommt Ihr Kind beim Toilettengang den Hosenknopf nicht mehr auf (was sonst problemlos funktioniert) oder braucht anderweitig Hilfe. Oder es macht plötzlich gefährliche Dinge und kommt mit einem Messer in der Hand angelaufen oder klettert irgendwo hoch.

2. Grund: Sie tragen einen Machtkampf mit Ihrem Kind aus

Machtkämpfe können sich entwickeln, wenn Eltern eine Zeit lang die Bedürfnisse ihres Kindes nach Aufmerksamkeit und/oder Selbstbestimmung unterdrückt haben – schließlich wird allenthalben Konsequenz in der Erziehung gepredigt. In der Erziehung sollte es aber nie darum gehen, das Kind immer und um jeden Preis dazu zu bringen, den Anordnungen und Regeln zu folgen. Schließlich ist es kein Roboter! Lassen Sie gelegentliche Ausnahmen zu und verhandeln Sie Dinge, die Ihrem Kind besonders wichtig sind, sodass Sie zu einem für beide Seiten akzeptablen Kompromiss kommen. Denn geht es in der Erziehung nur noch darum, das Kind dazu zu bringen, das zu tun, was von ihm verlangt wird, entstehen nicht selten Machtkämpfe. Dann wird das Kind mit seinen Mitteln (z. B. Ungehorsam, Trödelei, Widerstand) vehement versuchen zu „gewinnen“. Und selbst wenn Ihr Kind dann am Ende ausgeschimpft wird oder Ihnen sogar in Ihrer Verzweiflung die Hand ausrutschen sollte, ist das ein „Sieg“ fürs Kind, das es wieder mal geschafft hat, Sie so richtig „auf die Palme“ zu bringen.

3. Grund: Ihr Kind ist durch (zu) viele Regeln überfordert

Gibt es zu viele Verbote und Regeln oder sind diese nicht altersgemäß? Für manches Kind können sogar altersgemäße Regeln noch zu hoch gesteckt sein, etwa bei ADHS (Aufmerksamkeits- Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). Es ist verständlich, dass Ihr Kind Regeln immer wieder übertritt, wenn diese es zu stark einengen. Geben Sie besser nur wenige Regeln vor, und setzen Sie diese dafür konsequent durch. Kindergartenkinder können schon einbezogen werden, wenn es gilt, Regeln aufzustellen und auszuhandeln. Besprechen Sie gemeinsam, in welchen Bereichen Sie bestimmen und was Ihr Kind entscheiden darf.

4. Grund: Ihr Kind fühlt sich ungerecht bestraft

Strafe kann neue Unfolgsamkeit hervorrufen, wenn Ihr Kind sich ungerecht behandelt fühlt. Eine sinnvolle Strafe sollte in Zusammenhang mit der „Tat“ stehen. Dann handelt es sich nicht um eine Strafe im engeren Sinn, die mit dem Vergehen nichts zu tun hat, sondern um eine so genannte logische Konsequenz. Wenn Ihr Kind z. B. mit Spielzeug wirft und auf Ihre Aufforderung, damit aufzuhören, nicht reagiert, müssen Sie ihm als Strafe das Spielzeug für eine gewisse Zeit wegnehmen. Hat es beim Herumwerfen des Spielzeugs gar etwas zerbrochen, sollte es (wenn gefahrlos möglich) die Scherben entfernen oder den Gegenstand mit Ihnen reparieren. Hat Ihr Kind beim Spazieren gehen nicht gehorcht und ist Ihnen davongelaufen, muss es entweder in den Kinderwagen oder konsequent an der Hand gehen. Im Wiederholungsfall beenden Sie den Spaziergang und gehen nach Hause.

5. Grund: Eltern sind nicht konsequent genug

Drohungen nutzen sich schnell ab, insbesondere wenn Ihr Kind gelernt hat, dass die Strafe nur selten eintrifft: Wenn Mami oder Papi zwar drohen, dass es kein Fernsehen gibt, falls nicht aufgeräumt wird, man nachher nach etwas Betteln aber doch vor der Glotze sitzen darf, braucht man die Eltern nicht wirklich ernst zu nehmen. Das Einhalten von Regeln klappt auf längere Sicht viel besser, wenn Ihr Kind sie einsieht und durch positive Anreize wie Zuwendung motiviert ist. Lassen Sie sich jedoch nicht auf regelmäßige Belohnungen für Selbstverständlichkeiten wie Aufräumen oder Tischdecken ein, denn wenn Sie jedes Mal dafür „bezahlen“, wird Ihr Kind ohne materiellen Anreiz kaum noch zu motivieren sein.

Mein Tipp: So finden Sie mit geschickten Fragen heraus, welche Ziele Ihr Kind verfolgt

Sprechen Sie in Frageform mit Ihrem Kind und äußern Sie so Ihre Vermutung, z. B.: „Könnte es sein, dass du möchtest, dass ich mich mehr mit dir beschäftige?“, wenn Sie denken, Ihr Kind will mit seinem Verhalten Ihre Aufmerksamkeit fesseln. Jede „Könnte es sein ...?“-Frage signalisiert Ihrem Kind, dass Sie nicht alles wissen und es nur selbst die richtige Antwort geben kann. In der Frage ist keine verdeckte Anklage enthalten, die Ihr Kind in die Defensive drängt. Ganz im Gegenteil: Schon in der Frage sieht Ihr Kind die Antwort erraten und fühlt sich verstanden. Und selbst wenn es nicht antwortet, erkennen Sie oft an einem Lächeln, das plötzlich über sein Gesicht huscht, dass Sie die richtige Frage gestellt haben.

 

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