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Liebevolle und konsequente Kindererziehung

Kindererziehung: Kinder liebevoll und trotzdem konsequent erziehen

Erziehungstipps für eine liebevolle und trotzdem konsequente Erziehung

„Wenn du nicht …, dann …“ Mit Sätzen wie diesem versuchen viele Eltern, ihr Kind zur Mitarbeit zu bewegen. Oft genug ohne Erfolg. Lauterwerden oder Schimpfen sind auch keine Lösung. Doch wie schafft man es, „liebevoll-konsequent“ zu sein, wie es in den Erziehungsratgebern immer so schön heißt? 

Expertenrat von 

Ohne Grenzen und Regeln klappt das Zusammenleben in einer Familie nicht. Was sich in der Theorie so einfach anhört, ist nicht immer leicht umzusetzen. Nicht für jede Konfliktsituation lässt sich gleich die passende Konsequenz aus dem Hut zaubern. Deswegen kommt es vor allem darauf an, in der jeweiligen Situation angemessen, individuell und auch liebevoll und trotzdem konsequent zu reagieren.

Liebevolle und trotzdem konsequente Erziehung: Klare Regeln sind wichtig

Regeln geben einem Kind sowohl Halt als auch Orientierung und helfen ihm, gut in seine soziale Umwelt hineinzuwachsen. Es ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe für ein Kind in den ersten Lebensjahren, Regeln verstehen und dann auch befolgen zu lernen. Damit Ihr Kind weiß, was Sie von ihm wollen, müssen Sie Regeln so vorgeben und formulieren, dass Ihr Kind sich auch wirklich daran halten kann und Erfolgserlebnisse dabei hat. Eine Regel ist umso besser zu befolgen, je einfacher, klarer und nachvollziehbarer sie ist. Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Ihnen wirklich wichtig sind. Wird ein Kind mit zu vielen Regeln überfordert, reagiert es irgendwann selbst bei sinnvollen Grenzen trotzig.

Logische Konsequenzen in der Kindererziehung: Verstehen durch Erfahrung

Ab einem Alter von zwei bis drei Jahren sind natürliche Konsequenzen die beste Möglichkeit, Ihrem Kind Grenzen aufzuzeigen. Kinder begreifen am ehesten, was richtig und was falsch ist, wenn sie die Folgen ihres Tuns unmittelbar zu spüren bekommen. Je jünger Ihr Kind ist, umso schneller muss diese Verknüpfung erfolgen. Hat es zum wiederholten Mal sein Apfelschnitz auf den Boden geworfen, bekommt es keines mehr. Eine kurze Erklärung genügt: „Ich sehe, du möchtest keinen Apfel mehr. Dann packe ich den Rest jetzt weg.“ Für den Fall, dass Ihr Kind gerne noch weiter gegessen hätte, wird es sich schnell merken, dass es den Apfel lieber in den Mund stecken sollte, wenn es nachher noch ein Stück möchte. Wenn Ihr Kind auf dem Spielplatz wiederholt andere Kinder stört, lautet die logische Konsequenz: „Wir gehen heim!“ Sie können sicher sein, dass Ihr Kind in der Lage ist, seine Schlüsse daraus zu ziehen. Sie brauchen gar nicht laut zu werden oder zu schimpfen!

Mein Erziehungstipp
Machen Sie sich bewusst, dass Fehlverhalten meist kein gezielter Angriff auf die Eltern ist. Schonen Sie daher die Beziehung zu Ihrem Kind, indem Sie zwar eine Konsequenz folgen lassen, das jedoch möglichst ruhig und ohne Schimpfen tun. 

Achten Sie darauf, dass die Konsequenz dem Fehlverhalten und dem Alter Ihres Kindes angepasst ist. Ihrem Kleinkind abends vor dem Schlafengehen nicht zu helfen, das geliebte Kuscheltier zu suchen, weil es tagsüber nicht aufgeräumt hat, wäre unangemessen. Aber Ihr sechsjähriges Kind, das nicht aufräumen wollte, können Sie ruhig alleine nach seinem Bilderbuch suchen lassen.

Liebevolle und trotzdem konsequente Erziehung: Lassen Sie sich nicht provozieren

Manchmal will Ihr Kind einfach austesten, wie weit es gehen kann. So kann es schon mal vorkommen, dass es Sie gezielt provoziert. In solchen Fällen machen Sie es sich und Ihrem Kind leichter, wenn Sie nicht auf jede Kleinigkeit „anspringen“. Denn genau das will Ihr Kind: eine Reaktion aus Ihnen herauslocken. Immerhin ist negative Zuwendung besser als gar keine. Und jede Art von Zuwendung, auch die negative (also z. B. Schimpfen), wirkt in diesem Sinne als eine Verstärkung des Verhaltens. Da kann es sinnvoller sein, manchmal etwas einfach zu „übersehen“. Seien Sie also ruhig angemessen großzügig.

Konsequente Erziehung bedeutet: Keine leeren Drohungen!

Sätze wie „Wenn du nicht …, dann …“ laufen deshalb oft ins Leere, weil Eltern auf die Schnelle oft keine vernünftige Konsequenz einfällt und sie dann Drohungen einsetzen, die sie gar nicht wahr machen können. Wenn Ihr Kind sich z. B. beim Einkaufen danebenbenimmt, sollten Sie auf Sätze wie „Dann nehme ich dich nie mehr mit!“ verzichten. Wie wollen Sie das umsetzen? So lernt Ihr Kind nur: „Lass Mama nur schimpfen. Die macht das ja sowieso nicht, was sie mir da androht. Also kann ich ruhig mit dem, was ich gerade tue, weitermachen.“

Mein Tipp für liebevolle und dennoch konsequente Erziehung:
Motivieren statt drohen. Versuchen Sie Ihrem Kind aufzuzeigen, warum es von Vorteil ist mitzumachen und Ihren Anweisungen zu folgen. Positive Anreize wirken viel besser als Drohungen. Ihr Kind trödelt, und Sie kommen einfach nicht aus dem Haus? Versuchen Sie es mit einem Wettkampf, mit einer Geschichte, die Sie nur so lange erzählen, wie Ihr Kind sich anzieht, oder mit einer in Aussicht gestellten Belohnung: „Wenn wir jetzt fix losgehen, sind wir schneller wieder zuhause, und dann habe ich nachher noch Zeit, dir ein Bilderbuch vorzulesen.“ 
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