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Konflikte friedlich lösen

So lernt Ihr Kind Konflikte friedlich zu lösen

Konflikte friedlich lösen

Zack! Rabiat hat ein kleiner Junge einem anderen die Schaufel über den Kopf gezogen und ihm den Sandeimer entrissen. Wie man Konflikte friedlich lösen kann, müssen die Kleinen erst lernen. So unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Konflikte friedlich zu lösen. 

Expertenrat von 

Wenn Menschen miteinander umgehen, gibt es immer wieder Interessenkonflikte – bei Kindern wie bei Erwachsenen. Deswegen ist es so wichtig, beizeiten einen friedfertigen Umgang miteinander zu erlernen und Konflikte friedlich zu lösen. Das Erkennen von Gefühlen bei anderen und das daraus resultierende Mitgefühl sind jedoch Lernprozesse, die ihre Zeit dauern.

Konflikte friedlich lösen: Ihr Vorbild wirkt – im Guten wie im Schlechten

So wichtig Erklärungen, Gespräche über Gefühle und Streitschlichtungsbemühungen auch sein mögen: Das Vorbild der Eltern spielt bei der Erziehung zur Friedfertigkeit eine ganz entscheidende Rolle. Wie verhalten wir Eltern uns? Erleben uns unsere Kinder als friedlich, freundlich und hilfsbereit? Hand aufs Herz: wer hat noch nie über den „Blödmann“ im Wagen vor einem, der trotz grüner Ampel einfach nicht losfährt, geschimpft? Oder über den Drängler an der Supermarktkasse? Es geht in solchen Fällen nicht darum, sich alles gefallen zu lassen, sondern seinen Unmut in angemessenem Rahmen zu äußern. Statt hinter vorgehaltener Hand über den Drängler zu schimpfen, ist es besser, ihn freundlich, aber direkt anzusprechen, etwa: „Entschuldigung, Sie haben vermutlich übersehen, dass wir schon länger anstehen.“ Denken Sie in solchen Konfliktsituationen immer an „kinderohrengerechtes“ Verhalten! Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind positive Beispiele zur Konfliktbewältigung immer wieder vorleben und eigene Konflikte friedlich lösen. Beispiel: Sie hatten Krach mit der Nachbarin, und es sind ein paar böse Worte gefallen, die Sie hinterher gerne ungeschehen machen wollen? Dann ist es gut, wenn Ihr Kind mitbekommt, dass Sie das bereuen und sich bei der Nachbarin entschuldigen.

Bei einem Konflikt gibt es immer zwei Seiten

Bei jedem Konflikt prallen unterschiedliche Interessen und Sichtweisen aufeinander – und meist wähnen sich alle Kontrahenten im Recht. Ein Beispiel: Der vierjährige Robert läuft zur Mama und beschwert sich: „Mama, Marisa hat mir den Kipplaster weggenommen.“ Die fünfjährige Marisa verteidigt sich: „Der gehört mir!“ Robert wirft ein: „Aber ich habe zuerst damit gespielt, und du hast ihn mir einfach aus der Hand gerissen!“ Wer ist nun im Recht? Hier hilft es, den Kindern klarzumachen, dass jeder ein wenig Recht hat. Marisa hat ein Anrecht auf den Laster, weil er ihr gehört. Robert hat den Laster zum Spielen genommen, als er gerade unbenutzt herumstand, und wehrt sich, weil er ihm unsanft abgenommen wurde. Als Mutter oder Vater sollte man den Kindern jeweils auch die andere Position verdeutlichen. Wer erkennen kann, dass es zwei „richtige“ oder vernünftige Meinungen/Standpunkte geben kann und daher jeder „ein bisschen Recht hat“, tut sich leichter, einen Kompromiss zu finden.

Mein Tipp
Regen Sie Ihr/e Kind/er immer wieder zum Nachdenken an und fördern Sie sein/ihr Einfühlungsvermögen, indem Sie fragen:„Wie würdest du dich in dieser Situation fühlen?“ Wenn Kinder sich ab einem Alter von vier bis fünf Jahren in die Lage eines anderen versetzen und verstehen können, wie dieser sich fühlt, werden sie automatisch kompromissbereiter und können Konflikte einfacher lösen! 

So reagiert Ihr Kind richtig in Konfliktsituationen

Es ist völlig normal, dass Ihr Kind wütend wird, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es sich das wünscht, oder wenn Sie ihm Grenzen setzen. Sie dürfen diese Wut ruhig zulassen, sollten aber darauf achten, dass es seine Aggression und Wut nicht an anderen auslässt. Stampft Ihr Kind wütend mit dem Fuß auf den Boden oder rennt es wutentbrannt in sein Zimmer, sollten Sie es gewähren lassen. Schlägt, tritt, beißt oder kneift es jedoch Sie oder andere, ist ein sofortiges „Stopp! Hör sofort auf damit!“ angebracht. Notfalls müssen Sie Ihr Kind festhalten oder in einen anderen Raum bringen.

Mein Tipp
Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind (ab drei Jahren) wütend wird, können Sie es ansprechen: „Du guckst richtig grimmig drein. Was macht dich denn so wütend?“ Die Wut ist nun angesprochen, und Ihr Kind kann seinen Ärger in Worten ausdrücken. Suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung oder fragen Sie Ihr Kind, was Sie hätten tun können, damit es erst gar nicht so weit kommen muss. Wie hätte man seinen Ärger vermeiden können? Gäbe es einen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss? Wie hätte Ihr Kind sich statt des Wutanfalls verhalten können (z. B. in ein Kissen boxen, eine Kissenschlacht machen, mit dem Kochlöffel auf eine Schüssel trommeln oder eine Runde durch den Garten rennen)? 
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