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Jungen erziehen: So machen Väter den Sohn stark

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Jungen erziehen: So machen Väter den Sohn stark

» Erziehungstipps für Väter

Vater und Sohn

Sie sind häufiger zappelig und haben mehr Probleme in der Schule: Jungen haben es im Alltag oft ein wenig schwerer als Mädchen. Lesen Sie hier, was Ihr Sohn wirklich braucht und warum der Papa für die Erziehung von Jungen so wichtig ist!

Das Gehirn kleiner Jungen ist schon im Mutterleib männlichen Geschlechtshormonen ausgesetzt (Hormonschub um die achte Schwangerschaftswoche). Kein Wunder also, dass Jungen ein wenig anders „ticken“ als Mädchen! Nach der Geburt sind es jedoch vor allem Erfahrungen und Vorbilder, die das Verhalten von Mädchen und Jungen prägen.

Väter sind wichtige Vorbilder für die Erziehung von Jungen

In den ersten Lebensjahren hat ein kleiner Junge überwiegend Kontakt zu Frauen. Leider taugen sie nicht als Vorbild bei seiner Suche, wie man sich „männlich“ benimmt. Und es gibt noch ein Problem: Mütter und Erzieherinnen machen – als weibliche Wesen – gerne Dinge, die kleine Jungen nicht so gut können oder die ihnen wenig Spaß machen, etwa feine Bastelarbeiten oder im Stuhlkreis sitzen und über das Wochenende reden. Das, was „echte Kerle“ toll finden, ist vielen Müttern und Erzieherinnen hingegen zu anstrengend, zu laut oder zu gefährlich: z. B. toben, kämpfen und Krach machen. Väter hingegen spielen anders: Sie sind weniger vorsichtig, sorgen für mehr Abwechslung und fördern den Entdeckergeist. Als Ausgleich ist der Papa also besonders wichtig. Er ist das leuchtende Vorbild, wenn sein Sprössling wissen will, „wie Männer sind“. Und je vielseitiger ein Papa ist, umso besser! So lernen kleine Jungen, dass Männer stark sein und Autos reparieren können. Dass sie aber auch vorlesen, Kinder trösten und Pfannkuchen backen können. Das vermittelt Jungen ein differenziertes Rollenbild, denn sie erkennen: Den typischen Mann gibt es nicht. Ich habe die Wahl, mich zu entscheiden, wie ich sein will!

Mein Tipp für Väter:

Besonders toll finden es kleine Jungs, wenn sie dem Papa bei echten „Männersachen“ helfen dürfen.

 

7 Dinge, die kleine Jungen von ihrem Vater wirklich brauchen

Damit Ihr Sohn später im Leben leichter zurechtkommt, sollten Sie bestimmte Fähigkeiten besonders fördern. So sind für ihn gute männliche Vorbilder wichtig, um emotionale Kompetenz zu erwerben, oder eine Extraportion sprachliche Zuwendung, um später mit den wortgewandteren Mädchen verbal mithalten zu können.

1. Jungen brauchen mehr männliche Vorbilder. Neben einem engagierten Papa, der zwar vielseitig, aber beileibe kein „Supermann“ sein sollte, brauchen Söhne mehr Männer in ihrer Umgebung. Als zusätzliche männliche Rollenvorbilder – oder als Ersatz, falls Sie alleinerziehend sind – können Opas, Onkel oder der Trainer im Fußballverein einspringen.
2. Jungen brauchen vor allem die richtigen Vorbilder
. Leider werden in vielen Büchern oder Fernsehsendungen immer noch sehr traditionelle Rollenbilder vermittelt (Mann als harter Kerl, Draufgänger, Held). Steuern Sie gegen, indem Sie über abweichende Rollenvorbilder sprechen (z. B. Frauen, die bei einer Rallye mitfahren, oder Männer, die als Erzieher im Kindergarten arbeiten). Wählen Sie Bücher und Sendungen für Ihren Sohn mit Bedacht aus. Besprechen Sie mit ihm, was ihn an bestimmten Helden so fasziniert. Möchte er auch so sein wie diese? Ist das realistisch oder auch nur wünschenswert? Sie dürfen Ihrem Sohn bei falschen Vorbildern ruhig erklären, warum Sie dabei ein Unbehagen verspüren.
3.
Gehen Sie als Vater offen mit Gefühlen um. Wenn Ihr Sohn z. B. weint, dürfen Sie ihn darin bestätigen, dass seine Gefühle berechtigt sind. Sie können dann etwa sagen: „Ja, das ist traurig!“ oder „Ja, ich sehe, du hast dir wirklich fest den Kopf angeschlagen – das tut weh!“ Sie dürfen ihn unterstützen, wenn er „untypische“ Verhaltensweisen zeigt und sich für „Mädchenkram“ wie Puppen interessiert. Trotzdem sollten Sie Ihren Sohn nicht an Mädchen messen.
4.
„Baden“ Sie Ihren Sohn in Sprache. Mädchen sind von Haus aus meist sprachgewandter. Deswegen macht es Sinn, Söhne sprachlich besonders zu fördern. Reden Sie viel mit Ihrem Sohn, aber bitte nicht ununterbrochen. Machen Sie Fingerspiele und Kniereiter mit ihm und führen Sie ihn an Kinderreime heran. Auch Singen und regelmäßiges Vorlesen (vor allem Sachbücher, z. B. aus der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ von Ravensburger) fördern die Sprachentwicklung.
5.
Jungs brauchen Platz zum Toben. Stillsitzen und Basteln oder Malen ist für viele Jungen alles andere als attraktiv. Ihr Sohn sollte täglich draußen rennen, toben, springen und Dreirad, Roller oder Fahrrad fahren können, sofern es das Wetter zulässt. Auch drinnen braucht er Freiräume im wahrsten Sinn des Wortes, nämlich ausreichend Platz zum Toben. Stellen Sie ihm ausrangierte Matratzen oder auch ein Trampolin zur Verfügung.
6.
Ihr Sohn will sich mit anderen vergleichen. Unter Jungen ist der Wettbewerb „Wer ist größer, besser, schneller?“ stärker ausgeprägt als bei Mädchen, die eher im sozialen Bereich (Wer hat die meisten Freundinnen?) konkurrieren. Freuen Sie sich mit Ihrem Sohn über Erfolge und trösten Sie ihn bei Misserfolgen. Hier hilft es oft, wenn Sie von eigenen Niederlagen erzählen. Unterstützen Sie Ihren Sohn darin, bei gefährlichen Mutproben oder „Späßen“ auf Kosten anderer standhaft nein zu sagen. Dazu braucht Ihr Sohn allerdings ein starkes Selbstbewusstsein!
7.
Konsequenz in der Erziehung bei Jungen ist wichtig. Jungen drehen gerne mal auf und spielen den „starken Maxe“ – besonders wenn Freunde zu Besuch sind. Setzen Sie Ihrem Sohn dann freundlich, aber klar und konsequent Grenzen.

 

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