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Erziehung, Verhalten

Tappen Sie nicht in diese 7 Erziehungsfallen

Erziehungsfallen: Wie Sie sich richtig verhalten

Kinder zu erziehen scheint immer schwieriger zu werden. Tobende Winzlinge, rotzfreche Kindergartenkinder – wie können Eltern damit umgehen, ohne wie ein Feldwebel zu brüllen oder Klapse auszuteilen? Lesen Sie hier, wie Sie die wichtigsten Erziehungsfehler und damit viele Probleme vermeiden können. 

Expertenrat von 

Ob Ihr Kind ruhig oder lebhaft, eher folgsam oder eher rebellisch ist, hängt nicht nur von Ihrer Erziehung, sondern auch von seiner Veranlagung ab. Doch gibt es einige Fallen, in die wir Eltern immer wieder tappen und die uns den Erziehungsalltag unnötig schwer machen.

1. Falle: Kind unbeabsichtigt belohnen

Wenn Sie Ihr Kind mit vermehrter Aufmerksamkeit, durch ein Spielzeug oder Süßigkeiten von seinem Fehlverhalten ablenken wollen, wird es das als Belohnung auffassen und eher häufiger als seltener so handeln. Bei größeren Kindern hat langes Debattieren denselben Effekt – das Kind bekommt vermehrt Aufmerksamkeit. Selbst negative Zuwendung durch Schimpfen und Nörgeln sind Ihrem Kind immer noch lieber als gar keine Zuwendung.

Kindliches Fehlverhalten, das vorwiegend darauf abzielt, Ihre Aufmerksamkeit zu erringen – etwa Quengeln und Nerven, während Sie telefonieren oder sich mit anderen unterhalten – lässt sich am ehesten abstellen, indem Sie es ignorieren. „Überhören“ Sie Ihr Kind in solchen Situationen, wenn Sie sich ihm bereits einmal zugewendet und ihm erklärt haben, dass Sie nachher wieder Zeit für Ihr Kind haben werden, jetzt aber ungestört sprechen wollen.

Ablenkung ist jedoch bei Babys und Kleinkindern oft die Methode der Wahl, wenn die Kleinen bei langweiligen Dingen wie Wickeln nicht mitmachen wollen oder ganz anders wollen als Mama oder Papa. Das ist sinnvoller als in einen Machtkampf einzusteigen!

2. Falle: Bei „Theater“ letztlich doch nachgeben

Wenn Kinder ihr Gebrüll, die Tobsuchtsanfälle oder das Gequengel verstärken, geben manche Eltern irgendwann entnervt nach. Da es seinen Willen erreicht hat, wird ein Kind diese Strategie häufiger einsetzen. Gehen Sie, soweit dies möglich ist, lieber von vornherein auf die Wünsche Ihres Kindes ein oder versuchen Sie einen Kompromiss zu schließen. Überlegen Sie, bevor Sie ein Verbot aussprechen, ob Sie auch dann konsequent bleiben würden, wenn Ihr Kind deswegen einen Wutanfall bekäme. Wenn ja, handelt es sich um Dinge, die wirklich wichtig sind und dann sollten Sie unbedingt konsequent bleiben und nicht nachgeben!

Auf Seite der Eltern gibt es ähnliche Probleme: Wenn Sie schnell schreien oder drohen, wird Ihr Kind Sie bald bei normal vorgebrachten Anweisungen nicht mehr ernst nehmen (siehe dazu auch 5. Falle).

3. Falle: Erwünschtes Verhalten übersehen

Leider loben die meisten Eltern ihr Kind viel zu wenig, wenn es sich gut benimmt,

Mein Tipp:

Nehmen Sie sich vor, Ihr Kind jeden Tag dreimal für erwünschtes Verhalten zu loben, auch wenn es gar nichts „Besonderes“ gemacht hat. Allein die Tatsache, dass es ohne zu streiten eine Stunde mit dem Geschwisterkind gespielt hat oder sich morgens ohne Trödeln angezogen hat, ist eine Umarmung und eine anerkennende Bemerkung wert. Sagen Sie z. B.: „Ich freue mich, dass du so schön mit deinem Bruder/deiner Schwester gespielt hast.“ oder „Ich bin stolz auf dich, weil du heute Morgen so schnell angezogen warst.“  

 

 

4. Falle: Falsche Anweisungen geben

Wie gut Ihr Kind Ihre Anweisungen befolgt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie Sie diese geben. Folgende Probleme können auftreten:

  • Zu viele Anweisungen, insbesondere zu viele auf einmal, führen dazu, dass Ihr Kind glaubt, es ohnehin nicht recht machen zu können. Es resigniert oder rebelliert dann möglicherweise. Geben Sie nur eine oder zwei Anweisungen auf einmal. Aufzählungen von mehreren Aufgaben, die Ihr Kind hintereinander erledigen soll, überfordern es höchstwahrscheinlich. Warten Sie ab, bis es eine Anweisung ausgeführt hat, und geben Sie dann erst die nächste.
  • Zu wenige Anweisungen lassen Ihr Kind im Unklaren, was Sie von ihm erwarten.  Geben Sie keine komplizierten Anweisungen, sondern sprechen Sie so einfach wie möglich. Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind hat gar nicht verstanden, was Sie von ihm erwarten, machen Sie ihm am besten vor, was es tun soll.
  • Zu schwierige Anweisungen kann Ihr Kind nicht verstehen und deshalb nicht befolgen. Wenn das, was Sie von Ihrem Kind erwarten, eine Überforderung darstellt, wird es nicht tun, was Sie von ihm verlangen. So kann z. B. ein dreijähriges Kind nicht alleine sein Kinderzimmer aufräumen. Bedenken Sie, dass Kinder je nach Entwicklungsstand sehr unterschiedlich sein können. Was der dreijährige Sohn Ihrer Schwägerin problemlos schafft, kann für Ihr Kind im Alter von drei Jahren jedoch noch eine Herausforderung darstellen!
  • Zu ungenaue Anweisungen führen nicht zur gewünschten Reaktion, weil Ihr Kind nicht weiß, was Sie von ihm wollen. Sagen Sie eindeutig, was Sie von Ihrem Kind wollen und vermeiden Sie das Wort „nicht“. Statt „Schmatz nicht so!“ sagen Sie z. B. besser: „Mach beim Kauen den Mund zu.“ Fragen Sie nicht „Möchtest du jetzt ins Bett gehen?“, sondern sagen Sie klipp und klar „Es ist jetzt Zeit, dass du ins Bett gehst.“
  • Anweisungen zur falschen Zeit, etwa, während Ihr Kind intensiv spielt, werden häufig tatsächlich überhört oder aber ignoriert. Sprechen Sie Ihr Kind gezielt an, stellen Sie Augen- oder Körperkontakt her und geben Sie dann Ihre Anweisung. Wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, sollten Sie Ihr Kind nicht aus seiner Tätigkeit herausreißen.
Mein Tipp: So hört Ihr Kind wirklich zu 

Gehen Sie zu Ihrem Kind hin oder lassen Sie es zu sich kommen. Rufen Sie ihm keine Anweisungen vom Nebenraum aus zu. Sprechen Sie es mit seinem Namen an, sehen Sie ihm in die Augen, gehen Sie vielleicht vor ihm in die Hocke, damit Sie auf gleicher Augenhöhe sind, oder stellen Sie Körperkontakt her, indem Sie ihm eine Hand auf die Schulter legen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind hört trotzdem nicht richtig zu, können Sie es nach Ihrer Anweisung fragen: „Also, was sollst du tun?“ und Ihr Kind die Anweisung wiederholen lassen. 

  • Anweisungen, die Ihr Kind nicht einordnen kann. Wenn Sie Ihrem Kind mit sanfter Stimme etwas verbieten und gleichzeitig lächeln, sagen Ihre Worte „nein“, aber Ihre Körpersprache animiert Ihr Kind zum Übertreten des Verbotes. So weiß es nicht, ob es den Worten oder aber Ihrer Körpersprache glauben soll. Sprechen Sie mit bestimmter Stimme und in klaren Worten. Ihr Kind muss wissen, dass Ihre Anweisung oder Ihr Verbot keine schüchterne Bitte oder eine Frage mit Wahlmöglichkeit ist! Fragen Sie nicht „Möchtest du jetzt ins Bett gehen?“, sondern sagen Sie klipp und klar „Es ist jetzt Zeit, dass du ins Bett gehst.“ Kinder verstehen auch keine „Ironie“ wie etwa „Du möchtest wohl gar nicht aufräumen?“ oder „Du bist ja heute wieder freundlich!“, wenn Ihr Kind sich unerwünscht verhält. Sagen Sie, was Sie wirklich wollen. Etwa: „Räum jetzt die Bausteine in die Box.“ oder „Beruhig dich und sei ein wenig freundlicher zu mir.“.
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