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Schulkinder stehen vor einer Tafel
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7 Bedürfnisse Ihres Schulkindes, die Sie unbedingt beachten sollten

Starke Eltern – starkes Kind

Unbestritten wollen die meisten Eltern ihr Kind in seiner Entwicklung so gut wie möglich begleiten und seine Bedürfnisse befriedigen. Doch was bedeutet das? Kinder äußern ununterbrochen irgendwelche Wünsche, die Eltern erfüllen sollen. Ein Smartphone, ein Fahrrad, länger aufbleiben dürfen, bei den Großeltern schlafen oder mit Freunden ins Schwimmbad gehen – diese Liste kann unendlich fortgesetzt werden. Welche sieben Bedürfnisse für Schulkinder neben der Grundversorgung mit Essen und Schlaf wirklich wichtig sind und wofür Sie Ihre Energie einsetzen sollten, erfahren Sie in dem folgenden Beitrag 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wenn Kinder in die Schule kommen, machen sie einen großen Entwicklungsschritt. Sie werden nun ganz oft auf ihre Rolle als Schulkind angesprochen, sind stolz und selbstbewusst. Die Schule nimmt einen großen Raum in ihrem Leben ein, und sie wollen wirklich gerne etwas lernen. Das können sie aber nur, wenn sie in ihren Bedürfnissen ernst genommen werden. Wird auf ihre Anliegen nicht eingegangen, hat das in vielen Fällen negative Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

7 wichtige Bedürfnisse von Schulkindern

1. Geben Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit und Zuneigung

Durch den Eintritt in die Schule werden viele neue Anforderungen an Ihr Kind gestellt. Trotzdem wird sein Bedarf an Zuwendung nicht weniger. Im Gegenteil: Gerade die ersten Monate sind für Eltern und Schulkinder nicht leicht. Erstklässler benötigen besonders viel Lob und Anerkennung, um nicht gleich am Anfang die Lust an der Schule und am Lernen zu verlieren.

Mein Tipp: So unterstützen Sie dieses Bedürfnis Ihres Kindes.

  • Fragen Sie jeden Tag, was Ihr Kind in der Schule erlebt hat.
  • Hören Sie Ihrem Kind aktiv zu, stellen Sie Verständnisfragen.
  • Unterstützen Sie Freundschaften in der Klasse, damit Ihr Kind sich wohl fühlt.
  • Stärken Sie die Frustrationstoleranz Ihres Kindes: Fehler sind normal und keine Niederlage

2. Sorgen Sie für körperliche Betätigung

Wenn Ihr Kind den Vormittag in der Schule mit geistigen Herausforderungen verbracht hat, braucht es auch „Futter“ für den Körper. Damit sind nicht weitere Lerneinheiten wie beispielsweise Hausaufgaben, Gitarrenunterricht oder Nachhilfe gemeint, sondern echtes Freizeitvergnügen. Ihr Kind braucht körperlichen Ausgleich zum Lernen in der Schule, den es durch das Spielen und Toben mit seinen Freunden bekommt. Das ist positiv für die Konzentrationsfähigkeit und führt zu einer Leistungssteigerung.

Mein Tipp: Wenn Ihr Kind keine Möglichkeit hat, sich mit Freunden aus der Klasse zum Herumtollen zu treffen, ist ein Sportverein eine sinnvolle Alternative. Auch lange Spaziergänge mit einem Hund sind für manche Kinder eine perfekte Freizeitbeschäftigung.

3. Fördern Sie die Kreativität Ihres Kindes

Die Vorstellungswelt von Kindern ist beachtlich, doch wenn sie nicht geschult wird, verkümmert sie. In der Schule ist wenig Raum für freies Gestalten oder künstlerischen Ausdruck. Dabei sind individuelle Lösungswege und unorthodoxes Denken genau die Fähigkeiten, die zum Bilden einer unabhängigen Persönlichkeit notwendig sind. Was die Schule nicht leistet, können Sie zu Hause kompensieren. Geben Sie dem kreativen Gestalten einen festen Platz im Alltag mit Ihrem Kind. Bei seinen kreativen Tätigkeiten darf und soll Ihr Kind seine eigenen Vorstellungen umsetzen. Loben Sie individuelle Einfälle, und heben Sie die Fantasie Ihres Kindes hervor. Mein Tipp: Feier- und Geburtstage sind immer ein guter Anlass, um die Mal- und Bastelsachen auszupacken. Viele Gebrauchsgegenstände des Alltags können selbst hergestellt werden und so dem eigenen Zuhause ein ganz persönliches Flair geben. Individuelle Freiheiten sind dabei besser als vorgegebene Bastelanleitungen.

4. Sparen Sie nicht mit Lob und Anerkennung

Unser Team von Lernen und fördern mit Spaß! betont immer wieder, wie wichtig es ist, die positiven Seiten eines Kindes zu sehen. Im stressigen Erziehungsalltag ist die Zeit eigentlich immer knapp, und Ruhephasen sind selten. Viele Anforderungen und Erwartungen werden tagtäglich an Eltern und Kinder gestellt. Da fällt es oft schwer, sich die Zeit für ein Lob zu nehmen. Doch genau diese Anerkennung ist es, die Kinder motiviert und immer wieder dazu bringt, sich neu anzustrengen.

  • Erkennen Sie Lernfortschritte Ihres Kindes an, auch wenn die Note nicht so toll ausgefallen ist.
  • Suchen Sie gemeinsam nach Lösungswegen.
  • Kritisieren Sie niemals die Persönlichkeit Ihres Kindes, sondern höchstens sein Verhalten.

Mein Tipp: Sprechen Sie am Ende eines jeden Tages mit Ihrem Kind darüber, was ihm gut gelungen ist

5. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, die Welt zu erkunden

Kinder sind neugierig und möchten vom ersten Tag ihres Lebens an die Welt mit allen ihren Sinnen entdecken. Dabei hilft ihnen ihr angeborener Lern- und Spieltrieb, der durch ständiges Fragen manchmal sehr anstrengend für die Eltern sein kann. Doch genau diese Fragen sind es, mit denen Ihr Kind versucht, die noch unbekannte Welt zu verstehen. Das klingt manchmal vorlaut, frech oder unsensibel, weil es Ihrem Kind noch viel an Erfahrung fehlt. Meistens ist es aber nicht so gemeint. Greifen Sie die Fragen Ihres Kindes auf, und stillen Sie seinen Wissensdurst. So hat die kindliche Entdeckerfreude eine Chance, bis ins Jugendalter erhalten zu bleiben. Das ist wichtig für das lebenslange Lernen.

Mein Tipp: Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Liste von Dingen, die es in seinem Leben gerne einmal machen möchte. Diese Liste eignet sich übrigens ganz hervorragend für ein Belohnungssystem.

6. Geben Sie Ihrem Kind Zeit, seine Erlebnisse zu verarbeiten

Kinder erleben fast jeden Tag etwas Neues. Sie werden mit Informationen, Ereignissen und Menschen konfrontiert, die ihnen unbekannt sind. Je älter Kinder werden, desto mehr hinterfragen sie die Erlebnisse eines Tages. Das braucht Zeit, denn mit jeder Information ergeben sich neue Fragen.

Mein Tipp: Neben dem Austausch mit anderen braucht Ihr Kind auch ausreichend Schlaf, Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe. Eine eigene Ruheinsel, vielleicht eine Kissenecke im Zimmer, und freie Zeit unterstützen dieses Bedürfnis.

7. Schaffen Sie eine positive Lernumgebung

Natürlich muss auch die Lernumgebung zu Hause stimmen, damit Ihr Kind sein Potenzial ausschöpfen kann. Neben einer freundlichen und hellen Lernumgebung benötigt Ihr Kind einen eigenen Platz, an dem es konzentriert arbeiten kann. Hier sollte auch Raum für seine Lernmaterialien wie Hefte, Stifte und Bücher sein. Neben der positiven Lernumgebung zu Hause ist natürlich auch die Lernatmosphäre in der Schule wichtig. Über den Elternbeirat können Sie hier eventuell Einfluss nehmen.

7 wichtige Bedürfnisse von Schulkindern

 

  • Aufmerksamkeit und Zuneigung
  • Lob und Anerkenneung
  • Zeit für Verarbeitung
  • positive Lernumgebung
  • Hilfe beim Erkunden der Welt
  • körperliche Betätigung
  • kreatives Gestalten

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