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Kleiner Junge an seinem Schreibtisch in der Klasse an der Grundschule
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So punkten schüchterne Kinder bei der Mitarbeit

Brennpunkt Schule

Hat Ihr Kind Rechenprobleme, kämpft es mit einer schlechten Note nur in Mathe. Traut es sich aber nicht zu reden, bekommt es in allen Fächern schlechte Mitarbeitsnoten. Profitieren Sie daher von meinen Tipps, die ich den Eltern schüchterner Kinder beim Elternsprechtag gebe. Vielleicht überrascht Ihr Kind seinen Lehrer schon bald mit häufigerem Melden? 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

6 Fakten zur Schüchternheit

1. Die Veranlagung zur Schüchternheit ist zum Teil angeboren, wird aber auch am Verhalten und an den Reaktionen der Eltern abgeschaut.

2. 16 Prozent aller Grundschüler sind schüchtern. Jeder zweite Viertklässler ist schüchtern; 15 Prozent gelten als ausgesprochen gehemmt.

3. Schüchterne Kinder liegen mit ihrem Notendurchschnitt knapp unter dem der anderen.

4. Sie unterschätzen ihre Leistungen, haben öfter Kontaktschwierigkeiten und Minderwertigkeitsgefühle.

5. Schüchterne Mädchen erfahren von Klassenkameraden weniger Ablehnung als schüchterne Jungs.

6. Trost gibt eine Langzeitstudie von Münchner und Würzburger Forschern, die Kinder mehr als 20 Jahre lang begleitete. Sie ergab: Schüchterne sind letztlich ebenso erfolgreich wie die kesser auftretende Konkurrenz.

7 Mutmach-Strategien für zu Hause

Die Zurückhaltung schüchterner Kinder macht es meinen Kollegen und mir oft schwer, sie richtig und leistungsgerecht einzuordnen. So passiert es häufig, dass Lehrer schüchternen Kindern kein Verständnis entgegenbringen oder sie bei der Benotung falsch beurteilen. Möglicherweise wird auch Ihr Kind für desinteressiert und faul gehalten, obwohl es sich nur nicht traut, sich zu melden? Helfen Sie ihm, seine Schüchternheit zumindest teilweise zu überwinden und dieses falsche Bild geradezurücken.

1. Fassen Sie sich an die eigene Nase!

Auch wenn die Eltern etlicher ängstlicher Kinder selbst gehemmt sind, wird eine Vielzahl schüchterner Kinder von starken, erfolgsorientierten Eltern erzogen. Nehmen Sie sich vor, sich selbst häufiger zurückzunehmen (Antworten Sie z. B. nicht anstelle Ihres Kindes!) und eigene Unsicherheiten zuzugeben (meine Tochter fand es etwa sehr amüsant, dass ich im Supermarkt lieber lange nach einem Produkt suche, anstatt die Verkäuferin danach zu fragen)

2. Mut zur Angst

Mut bedeutet, Ängste zu überwinden. Lassen Sie Ihr Kind ankreuzen, was ihm Angst macht. Unterhalten Sie sich dann darüber, welche Ängste Sie als Kind hatten. Wie haben Sie das Problem in den Griff bekommen? Welche Ängste haben Sie noch immer?

3. Hex, hex!

Machen Sie Ihrem Kind spielerisch Mut, indem Sie beispielsweise seinen Frühstückskakao in einen Zaubertrank verwandeln, der bis zum Abend mehr Mut verleiht. Oder machen Sie aus seinem Pullover einen geheimnisvollen Tarnumhang, der seine Schüchternheit vor dem Referat für alle unsichtbar versteckt.

4. Fragen lernen

Lassen Sie Ihr Kind Botengänge erledigen (z. B. beim Bäcker nach dem Preis für ein Stück Torte fragen, telefonisch eine Pizza bestellen, in der Eisdiele sein Lieblingseis holen). Bestimmt hilft es Ihrem Kind, wenn Sie davor zu Hause gemeinsam den Text einüben und die Situation als kleines Theaterstück spielen!

5. Spieglein, Spieglein an der Wand …

Schüchterne Kinder wackeln bei einem Referat oft von einem Bein aufs andere oder gehen mit hochgezogenen Schultern umher. Ein fester Stand lässt sich antrainieren: Geben Sie Ihrem Kind vor einem Spiegel folgende Aufgaben:

  • Stelle dich mit beiden Beinen fest auf den Boden!
  • Denke dir ein drittes Auge auf deine Brust, das nach oben schauen will!
  • Versuche, deine Schulterblätter in die „Hosentaschen zu stecken“!

6. Ich bin etwas!

Lassen Sie Ihr Kind auf zwei Blättern notieren, was es an sich mag (z. B. Ich kann anderen gut zuhören) und was weniger (z. B. Ich spreche im Unterricht zu leise). Nun soll es das zweite Blatt zerknüllen und wegwerfen oder feierlich verbrennen. Das erste Blatt aber soll es über sein Bett pinnen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind jeden Abend vor dem Schlafengehen einen seiner positiven Eigenschaften fünfmal laut vorlesen und machen Sie ihm so seine Einzigartigkeit bewusst.

7. Vorbilder machen Mut

Lassen Sie Ihr Kind die folgenden Sätze vervollständigen (z. B. Ich will so geschickt sein wie mein Opa beim Heimwerken/Ich will so mutig sein wie Pippi Langstrumpf auf hoher See). Überlegen Sie dann gemeinsam, wie es diese Fähigkeiten erlangen könnte (z. B. Ich frage Opa, ob er mir zeigt, wie man Nägel einhaut)

Ich will so geschickt sein wie ________________________________

Ich will so schlau sein wie ________________________________

Ich will so gutmütig sein wie ________________________________

Ich will so flink sein wie ________________________________

Ich will so _____________ sein wie _____________________________ 

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