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Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Hilfe

Selbstständigkeit: Bitte nicht zu viel helfen!

Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein fördern

Selbstbewusstsein hat etwas mit Selbstständigkeit zu tun. Und Ihr Kind macht in dieser Hinsicht in den ersten Lebensjahren enorme Fortschritte, die angemessen gewürdigt werden müssen. 

Expertenrat von 

Sicher haben Sie schon öfter gehört oder gelesen, dass man Kinder möglichst viel selbst machen lassen sollte – auch wenn das Ergebnis dann nicht perfekt ist oder alles viel länger dauert. Es ist beispielsweise eine große Leistung, wenn ein Kindergartenkind den Kampf mit der widerspenstigen Strumpfhose gewonnen und beide Beine passend „eingefädelt“ hat, auch wenn die Hose vielleicht ein wenig verdreht sitzt. Jetzt ist Lob gefragt, und je unsicherer Ihr Kind ist, umso mehr Ermutigung braucht es!

Aller Anfang ist schwer

Ob Ihr Baby nun Abschied von der Brust nimmt, Ihr Kleinkind alleine einschlafen lernt oder Ihr Kindergartenkind das erste Mal ohne Sie nachmittags bei einer Freundin spielt: All das sind große Schritte in die Selbstständigkeit, die Ihre Anerkennung verdienen. Die Gefühle Ihres Kindes sind dabei durchaus gemischt, denn diese Schritte in die Selbstständigkeit bedeuten auch, sich von den Eltern zu lösen und sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen. Jetzt brauchen sie Zuspruch und Erfolgserlebnisse. Wenn Sie Ihrem Kind zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen wollen, sollten Sie ihm so wenig wie möglich abnehmen und so viel wie möglich zutrauen. Freuen Sie sich mit ihm über seine Erfolge und ermutigen Sie es, es noch einmal zu versuchen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt (siehe Tabelle).

Mein Tipp:

Wenn Ihr Kind Hilfe braucht, ist es immer besser, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben statt Ihrem Kind etwas abzunehmen. Ist Ihrem Kleinkind z. B. der Ball unter das Sofa gerollt, können Sie ihm einen Kochlöffel geben und zeigen, wie es den Ball damit wieder hervorholen kann, statt selbst unter die Couch zu kriechen und den Ball für Ihr Kind hervorzuangeln.  

Wer auch mal schwach sein darf, wird wirklich stark

In den ersten drei Lebensjahren ist es völlig normal, dass die Entwicklung Ihres Kindes nicht kontinuierlich, sondern in Sprüngen und manchmal auch mit Rückschritten erfolgt. Plötzlich braucht Ihr Kind bei Dingen, die es doch schon konnte, wieder Hilfe oder hängt dauernd an Ihrem Rockzipfel. Unterstützen Sie es in diesen Phasen liebevoll, gewähren Sie ihm mehr Nähe, aber bestärken Sie es darin, seinen Fähigkeiten.

„Übersetzungshilfe“ für die altersgemäße Ermutigung

Situationsbeispiel Das entmutigt Ihr Kind: So stärken Sie sein Selbstvertrauen: 
Säugling
Ihr Baby liegt auf dem Bauch und versucht konzentriert, eine Rassel zu ergreifen, die gerade eben ein kleines Stück zu weit weg liegt. Sie geben ihm die Rassel und sagen: „Schau, da hast du sie!“ (Damit haben Sie ihm die Chance auf einen „spektakulären“ Erfolg genommen.) Sie bleiben dabei und sagen: „Ja, gleich hast du es geschafft, dir die Rassel selbst zu nehmen!“ Eventuell können Sie die Rassel ein kleines bisschen näher schieben, wenn es sie wirklich nicht erreichen kann. 
Kleinkind im 2. und 3. Lebensjahr
Ihr Kleinkind hat soeben versucht, einen Stuhl zu erklettern, ist dabei gestürzt (ohne sichtbare Verletzung) und will weinend getröstet werden.  Sie nehmen es auf den Schoß, trösten es ausgiebig und sagen: „Lass das lieber, sonst fällst du noch mal runter!“ (Dadurch traut sich Ihr Kind mit der Zeit immer weniger zu.) Sie trösten es kurz und sagen: „Ja, das hat ein bisschen weh getan. Versuch es gleich noch mal!“ Halten Sie eventuell den Stuhl fest, damit er beim Klettern nicht umkippt. 
Ihr Kind kommt freudestrahlend zu Ihnen, um zu vermelden, dass es jetzt in die Hose gemacht hat. Sie sagen: „Toll! Aber hättest du das nicht vorher sagen können – jetzt ist es zu spät, ist eh alles in der Hose!“ (Ihr Kind wird Ihnen vermutlich die nächsten paar Male keine Meldung mehr abgeben.) Sie loben: „Prima, du hast schon gemerkt, dass etwas gekommen ist! Lass uns schnell wickeln gehen.“ 
Kindergartenkind
Ihr Kind hat ein Bild gemalt und kommt damit stolz zu Ihnen, um es herzuzeigen. Sie können aber nicht erkennen, was es darstellt. Sie betrachten das Bild von allen Seiten und fragen:„Was soll das denn sein?“ – „Ach, ein Auto! Ich zeig dir mal, wie man ein richtiges Auto malt!“ (Und schon fühlt sich das Kind völlig unzulänglich.) Sie sehen sich das Bild interessiert an und sagen: „Schön, dass dir das Malen so viel Spaß macht. Hast du Lust, mir das Bild genauer zu erklären?“ 
Sie wollen weggehen, und Ihr Kind hat immer noch keine Schuhe und keinen Mantel an, obwohl es sich schon selbst anziehen kann Sie meckern:„Nun trödel doch nicht immer so! Damit’s schneller geht, zieh ich dich am besten gleich selbst an!“ (Und wieder hat Ihr Kind erfahren, dass Mama sowieso alles viel besser und schneller kann.) Sie bleiben gelassen und sagen: „Ich warte draußen auf dich! Hier drin ist es mir im Mantel zu warm.“ Dann verlassen Sie ruhig die Wohnung und vertrauen darauf, dass Ihr Kind sich anzieht und gleich nachkommt. 

 

 

 

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