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Kind mit positivem Körpergefühl

So entwickelt Ihr Kind ein positives Körpergefühl

Selbstbewusstsein stärken

Nur ein Kind, das sich selbst okay findet, kann selbstbewusst sein. So helfen Sie Ihrem Kind, ein positives Körpergefühl zu entwickeln und eine starke Persönlichkeit zu werden. 

Expertenrat von 

Etwa im Kindergartenalter beginnen Mädchen und Jungen, sich selbst bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben, z. B. „Ich bin stark“, „Ich bin lieb“, „Ich bin hübsch“ oder aber auch „Ich kann das sowieso nicht“ oder „Ich bin ungeschickt“. Damit entwickeln sie ein Bild von sich, das bestimmte Eigenschaften umfasst. Ob dieses Bild eher positiv oder eher negativ sein wird, können Sie als Eltern durch Ihr gutes Vorbild und die richtige Unterstützung entscheidend beeinflussen.

Ermutigung ist wichtig für ein gutes Selbstbewusstsein

In den ersten Lebensjahren sind Eltern die wichtigsten Menschen für ihr Kind. Erst später werden auch andere Bezugspersonen (z. B. Erzieherinnen, Lehrer) und vor allem der Freundeskreis immer wichtiger. Damit Ihr Kind ein positives Verhältnis zu seinem Aussehen, seinem Körper und seinem Geschlecht, kurz: zu seiner ganzen Person, entwickeln kann, braucht es viele ermutigende Reaktionen von Ihnen.
Kinder reagieren sehr sensibel auf Zuspruch oder Ablehnung, daher sollten Sie mit Kritik sehr vorsichtig sein und lieber Ihren Blick auf das Positive richten.

Diese Worte schaden dem Selbstbewusstsein

Negative Kommentare und Kritik, insbesondere wenn Ihr Kind sie immer wieder zu hören bekommt, können sich im Kopf Ihres Kindes festsetzen und seine Entwicklung hemmen. Vermeiden Sie deshalb Sätze wie „Sei doch nicht immer so aggressiv!“,„Was hast du denn da schon wieder für einen Blödsinn gemacht?“ oder „Du bist aber auch zu schusselig!“. Unbedingt verzichten sollten Sie auf Aussagen wie diese:

  • „Ich will dich nicht mehr sehen!“ oder „Jetzt hab ich dich nicht mehr lieb!“ Ohne Ihre Liebe ist Ihr Kind hilflos, deswegen sind Sätze wie diese derart bedrohlich. Wenn Sie Ihrem Kind eine Auszeit verordnen, tun Sie das bitte mit neutralen Worten: „Du gehst jetzt in dein Kinderzimmer, bis du dich wieder beruhigt hast!“
  • „Du bist (selbst) schuld!“ Das Wort „Schuld“ ist ein sehr harter Begriff. Kinder neigen ohnehin dazu, sich für alles Mögliche verantwortlich zu fühlen, z. B. sogar für die Scheidung der Eltern. Diese Tendenz sollten Sie durch Sätze wie diesen nicht noch verstärken. Und wenn etwas passiert ist: Wem hilft es, wenn am Schluss feststeht, wer schuld war?
  • „Ich hab dir ja gleich gesagt, dass du das nicht kannst!“ oder „Dafür bist du zu klein/zu ungeschickt/zu schusselig!“ Sätze wie diese nisten sich schneller im Kopf ein, als einem lieb ist. Formulieren Sie besser positiv: „Versuch es mal. Wenn es nicht gleich klappt, macht es auch nichts“ oder „Wenn du mich brauchst, helfe ich dir gerne“.
  • „Ich hab jetzt keine Zeit!“, „Ich habe Wichtigeres zu tun!“,„Das interessiert mich nicht!“ oder „Lass mich bloß mit deinem Kram in Ruhe!“ Sätze wie diese signalisieren Ihrem Kind, dass es Ihnen unwichtig bzw. andere Dinge viel wichtiger sind. Hört es sie häufiger, untergraben sie massiv das kindliche Selbstbewusstsein. Formulieren Sie lieber positiv: „Ich muss jetzt eben telefonieren. Aber dann setzen wir uns zusammen aufs Sofa, und du erzählst mir das ganz genau.“
  • „Ich versteh dich nicht!“ oder „Wie du nur so ... sein kannst, kann ich wirklich nicht verstehen!“ Überlegen Sie, wie Sie sich fühlen würden, wenn Ihnen jemand nachdrücklich sagt, dass er Ihre Art oder Ihre Handlungen nicht nur nicht gutheißt, sondern sie nicht mal verstehen kann.
  • „Aus dir wird nichts!“,„Dumm geboren und nichts dazugelernt!“ oder „Sag mal, wie dämlich kann man eigentlich sein?“ Sätze wie diese demotivieren ein Kind dermaßen, dass es bald noch nicht einmal mehr einen Versuch wagen möchte. Deshalb sollten derart negative Aussagen wirklich tabu sein.

Selbstbewusstsein stärken: Verlangen Sie nicht zu viel!

Viele Eltern erwarten zu viel von ihren Kindern. Perfektionismus und zu hohe Erwartungen produzieren aber nur Misserfolge und damit Entmutigung.
Sehen Sie also z. B. großzügig darüber hinweg, wenn Ihr Kind beim Hausputz hilft und das Ergebnis nicht perfekt ist oder irgendwo auf dem Boden eine Wasserpfütze entstanden ist. Verkneifen Sie es sich möglichst, im Beisein Ihres Kindes nachzubessern, z. B. die Fensterscheibe noch mal nachzupolieren oder das mühevoll gemachte Bett selbst richtig glatt zu streichen.

Positives Körpergefühl: Ich fühl mich wohl in meinem Körper

Mit den folgenden Punkten können Sie Ihrem Kind helfen, ein positives Körpergefühl zu entwickeln:

  • Schmusen und kuscheln Sie mit Ihrem Kind, so oft es das möchte. Auch Massagespiele sind sehr beliebt.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Sommer auch mal nackt herumlaufen, wenn es das möchte.
  • Laufen Sie gemeinsam barfuß über eine Wiese, über Sand oder andere interessante Untergründe. Im Sand lassen sich beispielsweise auch prima die Füße eingraben.
  • Rennen, springen, klettern und turnen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Sprechen Sie über die Körperwahrnehmungen Ihres Kindes und akzeptieren Sie seine Gefühle. Akzeptieren Sie z. B., dass Ihr Kind satt ist oder dass es sich wirklich weh getan hat und deshalb weint. Wenn Sie ihm nämlich mit einem „Nun heul nicht, das kann gar nicht so weh getan haben!“ seinen Schmerz ausreden wollen, vermitteln Sie ihm, dass seine Gefühle nicht ernst genommen werden oder nicht wichtig bzw. nicht richtig sind. Dadurch kann Ihr Kind mit der Zeit den Kontakt zu den eigenen Gefühlen verlieren. Irgendwann verstummt es, weil es glaubt, „Erwachsene wissen besser als ich, was für mich gut ist.“ Ein idealer Nährboden für Übergriffe! Schwieriger ist natürlich, wenn Ihr Kind richtig wütend ist. Aber auch hier gilt es, die Wut als solche zu akzeptieren und sie dem Kind nicht als unangemessen auszureden. Was nicht bedeutet, dass Ihr Kind seine Forderung in jedem Fall durchsetzen soll, aber: Es darf wütend sein!
    • Regen Sie Ihr Kind an, öfter mal etwas Ungewohntes zu machen. Malen kann man beispielsweise nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen. Und „normales“ Gehen geht auch spannender: auf den Zehenspitzen, auf den Hacken oder auch mal seitwärts.
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