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Mädchen liegt auf dem Boden und ist am malen
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So wird Ihr Kind zum Teamplayer

Lerngemeinschaften

Manche Kinder sind sehr kontaktfreudig und schließen sich schnell einer Gruppe an. Andere hingegen bleiben lieber für sich allein. In der Schule kann das problematisch werden, denn bei Projekten oder in der Gruppenarbeit wird Teamwork mit anderen Kindern erwartet. Wir zeigen Ihnen, wie auch zurückhaltende Einzelgänger zu guten Mannschaftsspielern werden können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Was ist eigentlich eine gute Teamfähigkeit? Um in einem Team zu funktionieren, erfolgreich zusammenzuarbeiten und gemeinsam ein Ziel zu erreichen, bedarf es verschiedener Fähigkeiten. Teamfähigkeit ist also ein Sammelbegriff für unterschiedliche Eigenschaften. Dazu gehören unter anderem:

 

  • Zuverlässigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Rücksichtnahme
  • Engagement
  • eine eigene Meinung vertreten
  • Durchhaltevermögen
  • Kompromissbereitschaft

 

Alle diese Eigenschaften kann ein Kind nicht erlernen, wenn es sich nicht in einer Gruppe bewegt. Viele Jahre Erfahrung und Übung sind notwendig, um solche Team-Eigenschaften zu entwickeln. Deshalb ist der Aufbau der Teamfähigkeit schon in der Grundschule wichtig.

„Meine Tochter arbeitet am liebsten allein“

Rebekka (zehn Jahre) ist ein unproblematisches Kind. Sie geht gerne in die Schule und bringt durchschnittliche bis gute Leistungen. Nach dem Unterricht verabredet sie sich allerdings so gut wie nie mit anderen Schülern. In der Klasse arbeitet sie gerne allein und schließt sich keiner Gruppe an. Sie hat auch keine beste Freundin. Nur selten wird sie mal zu einem Geburtstag eingeladen und auch selbst feiert sie lieber mit ihrer Familie als mit einer Gruppe von Kindern.

Nicht jeder Eigenbrötler ist gleich ein Außenseiter

Rebekka scheint mit ihrer Situation nicht unglücklich zu sein. Sie wird in der Schule nicht gemobbt, nicht ausgegrenzt und leidet auch nicht unter der Situation. Allerdings weigert sie sich beharrlich, an Gruppenprojekten teil - zunehmen. An Teamarbeit hat sie kein Interesse. Arbeit in Gruppen wird jedoch vermutlich spätestens im Berufsleben von ihr verlangt. Daher ist es sinnvoll, ihre Teamfähigkeit in kleinen Schritten aufzubauen.

So können Rebekkas Eltern ihr Kind unterstützen

 

  • Zu den Hausaufgaben oder für die Vorbereitung auf eine Klassenarbeit sollte sich Rebekka ab und zu mit einem anderen Kind zusammensetzen. So lernt sie, dass es hilfreich sein kann, mehrere Aufgaben aufzuteilen.
  • Die Eltern sollten mit der Lehrkraft sprechen und auf das Problem aufmerksam machen. Diese kann Rebekka im Unterricht immer wieder mal dazu auffordern, einem anderen Kind zu helfen. So fällt es dem Mädchen zusehends leichter, sich gemeinsamer Arbeit zu öffnen.
  • Eine funktionierende Kommunikation ist die Grundlage jeden guten Teams. Rebekkas Eltern sollten darauf achten, dass ihre Tochter auch außerhalb der Schule mit ihren Mitschülern in Kontakt bleibt. In diesem Fall wäre ein Austausch über sichere Chatrooms oder per E-Mail ein erster Schritt.

 

Vorteile von Lerngemeinschaften:

In Gruppen lernen Kinder Geduld, Toleranz und die Fähigkeit, auch mal zurückzustecken. Wer immer nur allein spielt oder lernt, muss sich niemals auf andere einstellen. Auch Einzelgänger müssen lernen, sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Rebekka trainiert in der Hausaufgabengruppe und auch in einem Filmprojekt:

 

  • anderen zuzuhören und zu warten, bis sie selbst etwas sagen kann
  • ihre eigene Meinung zu formulieren
  • das Arbeitstempo der anderen zu akzeptieren
  • sich auf Kompromisse zu einigen ò Konflikte auszutragen und auszuhalten
  • ein gemeinsames Ergebnis vorzutragen und zu verantworten

 

Rebekka hat’s geschafft!

Um ihre Teamfähigkeit erst mal außerhalb der eigenen Klasse zu verbessern, besucht Rebekka in den Ferien ein Angebot der örtlichen Volkshochschule: Kinder drehen gemeinsam einen Film. Hier lernt sie, sich mit anderen abzusprechen, gemeinsam ein Thema zu entwickeln, eigene Ideen zu vertreten und Kompromisse zu schließen. Den fertigen Kurzfilm präsentieren die Kinder stolz als Gruppe. Nach dieser positiven Erfahrung findet Rebekka auch den Mut, im nächsten Schuljahr einer Referats-Gruppe beizutreten. Der Erfolg in den Ferien hat ihre Teamfähigkeit enorm verbessert.

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