Angst ist ein normales Gefühl und gehört zum Leben. Sie stellt ein wichtiges Signal dar, das vor einer möglichen Gefahr warnt. Ein Kind muss lernen, mit seinen Ängsten umzugehen. Die Erfahrung zu wissen, wie es seine Ängste bewältigen kann, macht es stark! Das fällt ihm umso leichter, je geborgener es sich innerhalb seiner Familie fühlt. Dadurch kann es leichter Vertrauen in die Welt entwickeln.
Viele Kinderängste wachsen sich von selbst aus, da die Persönlichkeit Ihres Kindes zunehmend stärker und reifer wird. Wie Sie Ihr Kind dabei am besten unterstützen, zeigen unsere praxiserprobten Hilfen und Tipps.
Entscheidungshilfe: Sie sollten einen Therapeuten aufsuchen, wenn
- Ihr Kind unter länger anhaltender und/oder panikartiger Angst leidet,
- Sie das Gefühl haben, dass die Entwicklung oder der Alltag Ihres Kindes beeinträchtigt ist,
- Ihr Kind unter Beschwerden wie z. B. Bauchschmerzen leidet, für die sich keine körperlichen Ursachen finden lassen,
- Sie selbst sich im Umgang mit Ihrem Kind unsicher oder ängstlich fühlen.
Die acht wichtigsten Strategien gegen Angst bei Kindern
Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit durch viel Körperkontakt, wenn es ihn wünscht, und indem Sie für es da sind, wenn es Sie braucht. Und: Trauen Sie ihm die Bewältigung seiner Ängste in dem ihm eigenen Tempo zu!
- Liebevolles Verständnis
Trösten Sie Ihr Kind in Angst auslösenden Situationen, und nehmen Sie es in den Arm. Tabu: lächerlich machen oder gar Strafandrohung (steigert die Angst!). Zeigen Sie Verständnis für seine Ängste und nehmen Sie Anteil, ohne die Angst zu dramatisieren oder herunterzuspielen. Lassen Sie Ihr Kind über seine Ängste reden, drängen Sie es aber nicht dazu. Kindgerechte Erklärungen Angst auslösender Situationen helfen Ihrem Kind, seine Unsicherheit zu überwinden. Versuchen Sie nicht, Probleme für Ihr Kind zu lösen, sondern ermutigen und unterstützen Sie es, dies mit Hilfe eigener Ideen und -seiner Fantasie selbst zu tun! Gibt es einen aktuellen Anlass für die Ängste (wie z. B. einen Todesfall oder die Trennung der Eltern), sollte dieser offen angesprochen werden, da Kinder auf unausgesprochene Ängste ohnehin ganz sensibel reagieren. - Vorbild der Eltern
Angst entsteht auch durch Nachahmung und „Ansteckung“. Je angstfreier Sie als Eltern Ihr Leben gestalten, umso besser gelingt dies auch Ihrem Kind. Haben Sie selbst z. B. Angst vor Spinnen, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch Ihr Kind sich vor ihnen fürchten wird. - Märchen und Geschichten
Märchen fassen die Ängste Ihres Kindes in Worte, zeigen ihm, dass es damit nicht allein ist, und ermöglichen ihm, durch die Identifikation mit dem Helden verschiedene Lösungsstrategien in der Phantasie zuzulassen.
Daneben gibt es eine Reihe von Büchern, deren Geschichten sich mit dem Thema Angst befassen. Eine Überblick sowie eine Reihe von Geschichten bietet das Buch „Märchen, die Kindern helfen“ von Gerlinde Ortner (DTV 1998; 141 Seiten; 7,90 €). Ab drei Jahren und wegen weiblicher Hauptfigur der Geschichten besonders für Mädchen geeignet sind „Anna zähmt die Monster“ von Doris Brett (Iskopress 2007; 229 Seiten; 21,50 €) sowie „Ein Zauberring für Anna“ von Doris Brett (Iskopress 2008; 246 Seiten; 21,50 €). Ab vier bis fünf Jahren eignet sich „Jacob, der Angstbändiger“ von Erika Meyer--Glitza (Iskopress 2008; 95 Seiten; 13,50 €).








