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Welcher Kindergarten für mein Kind?

Kindergarten-Formen und ihre pädagogischen Konzepte

Gerade in größeren Städten haben Eltern die Qual der Wahl. Wir zeigen Ihnen, was hinter den unterschiedlichen pädagogischen Konzepten steckt und wie Sie den richtigen Kindergarten für Ihr Kind finden. Mit umfassender tabellarischer Übersicht. 

Expertenrat von 

Seit der PISA-Studie wird von verschiedenen Seiten gefordert, dass der Kinderarten die Drei- bis Sechsjährigen nicht nur betreuen, sondern stärker fördern müsse. Im Kindergarten sollen die Kinder vielfältige Anregungen bekommen, damit sie neugierig werden (bzw. bleiben!), und Anreize erhalten, ihre Welt selbst zu entdecken. Wichtig ist aber auch, dass Kinder soziale Fähigkeiten wie Gemeinschaftsgefühl, Rücksicht und Toleranz bereits im Kindergarten erlernen.

Anforderungen an den Kindergarten und sein pädagogisches Konzept

Der Kindergarten muss nicht nur zu Ihrem Kind, sondern auch zu Ihnen als Eltern passen! Im Vorfeld sollten Sie daher auch folgende Punkte berücksichtigen:
Wohnort- oder Arbeitsplatznähe: Haben Sie es morgens eilig, weil Sie zur Arbeit müssen? Sollte der Kindergarten daher möglichst in Ihrer Nähe oder auf dem Weg zur Arbeit liegen? Legen Sie Wert darauf, Ihr Kind zu Fuß zum Kindergarten zu bringen?
Öffnungszeiten: Stimmen die Öffnungszeiten des Kindergartens ggf. mit Ihren Arbeitszeiten überein? Gibt es ein Betreuungsangebot in anderen Kindergärten, wenn der Kindergarten Ihres Kindes Ferien hat?
Elternmitarbeit: Wie viel Zeit wollen oder können Sie in die Mitarbeit investieren?

Welcher Kindergarten passt zu Ihrem Kind?

Damit Sie selbst entscheiden können, welche ob ein spezielles pädagogisches Konzept Ihren Ansprüchen, aber auch den Besonderheiten Ihres Kindes entspricht, finden Sie in unserer großen Übersichtstabelle alle wichtigen Kindergarten-Typen aufgeführt. Sofern sinnvoll, finden Sie dort auch Hinweise, welcher Kindergarten sich für bestimmte Kinder besonders gut oder eben eher nicht eignet.

Mein Tipp
Bedenken Sie bitte, dass die Wartelisten für bestimmte Kindergarten-Typen regional sehr unterschiedlich sein können. Informieren Sie sich daher möglichst frühzeitig beim Kindergarten Ihrer Wahl (eventuell schon ein bis zwei Jahre im Voraus!).

Letztendlich ist für die Wahl des Kindergartens dann natürlich Ihr persönlicher Eindruck entscheidend. Nutzen Sie dazu angebotene Schnuppertage und sprechen Sie mit Eltern, deren Kinder dort in den Kindergarten gehen!

Kindergärten und ihre pädagogischen Konzepte
KindergartenPädagogisches KonzeptGut zu wissen
Städtischer
Kindergarten
  • verschiedene pädagogische Konzepte möglich
  • oft große Gruppen (bis 25 Kinder)
  • meist nahe gelegen, daher gut für Kinder, die in der Nähe Freunde finden wollen
  • eher geeignet für Kinder, die sich auch in größeren Gruppen behaupten können, weniger gut für sehr schüchterne Kinder
  • häufig lange Öffnungszeiten (z. B. Ganztagsbetreuung) und elternfreundliche Ferienregelung
Kirchlicher
Kindergarten
  • verschiedene pädagogische Konzepte möglich
  • besondere Berücksichtigung christlicher Inhalte, Leben im Kirchenjahr
  • oft große Gruppen (bis 25 Kinder)
  • wie „liberal“ ein kirchlicher Kindergarten ist, ist je nach Einrichtung unterschiedlich, daher eventuell auch für weniger religiöse Eltern interessant
  • besondere Förderung des Gemeinschaftsgefühls
  • Vor- und Nachteile meist ähnlich wie bei Städtischen Kindergärten
Bewegungskindergarten

selbstbestimmtes Lernen durch Bewegung

  • Bewegung wird als wichtiges Mittel der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes erkannt
  • offener Kindergarten, bei dem die Kinder selbst entscheiden, wobei sie mitmachen wollen
  • Grundaktivitäten wie Gehen, Klettern oder Werfen werden durch kindgemäße Spielangebote gefördert
  • spielerische Auseinandersetzung mit Geräten, Spielpartnern und Spielsituationen fördert die soziale Kompetenz und das Gemeinschaftsgefühl, vermittelt aber auch Erfolgserlebnisse
  • Ausgleich der Bewegungsarmut unserer Zeit
  • ideal für Kinder, die viel Bewegung brauchen, z. B. hyperaktive Kinder
  • Förderung der motorischen Fähigkeiten, daher für sportlich „schwächere“ Kinder geeignet, denen so viel Bewegung jedoch auch zu viel werden könnte!
Bilingualer
Kindergarten

spielerischer Spracherwerb durch zweisprachige Erziehung

  • eine Erzieherin spricht nur deutsch, die zweite nur in der Fremdsprache (meist englisch oder französisch, möglichst als Muttersprache)
  • Kinder lernen die Sprache über die jeweilige Situation, Gesagtes wird unterstützt durch Handlungen und Gesten, Erklärungen in der zweiten Sprache sind nur ergänzend
  • meist kleinere Gruppen (bis 20 Kinder)
  • Voraussetzung: altersgemäße Entwicklung der Muttersprache, die das Kind jedoch noch nicht perfekt beherrschen muss
  • häusliches Üben der Fremdsprache ist nicht notwendig!
  • Erlernen einer Fremdsprache fällt Kindern in diesem Alter erstaunlich leicht
Elterninitiativ-
Gruppe
(darf sich offiziell nicht Kindergarten nennen)

hier machen Eltern vieles selbst

  • verschiedene pädagogische Konzepte möglich, häufig wird freies Spiel gefördert
  • meist kleine Gruppen bis 15 Kinder
  • großes Mitspracherecht der Eltern und meist monatliche Elternabende, aber relativ hoher Zeitaufwand für aktive Mithilfe
  • oft etwas höherer Beitrag
  • in diesen Einrichtungen werden nicht selten auch Kinder unter drei Jahren bzw. sogar Wickelkinder in begrenzter Zahl aufgenommen
Integrations-
Kindergarten

behinderte und nichtbehinderte Kinder werden zusammen erzogen

  • unterschiedliche pädagogische Konzepte möglich
  • kleinere Gruppen (unter 20 Kinder, nicht mehr als ein Viertel davon behindert)
  • zusätzliches Fachpersonal wie z. B. Heilpädagoginnen
  • Rücksicht und Toleranz werden gefördert
  • oft etwas höherer Beitrag
Kindergarten mit Situationsansatz

Erziehungsarbeit orientiert sich an den Erfahrungen des Kindes

  • Impulse gehen vom Kind aus, von seinen Fragen, Erfahrungen, Erlebnissen
  • Erzieherin gibt nur Hilfestellung, damit die Kinder das Thema möglichst selbstständig bearbeiten können
  • Ziel: Den Kindern sollen die nötigen Kompetenzen für den Alltag vermittelt werden (wie beschaffe ich mir die nötigen Informationen)
  • fortschrittliches Konzept, das auch in städtischen oder kirchlichen Kindergärten angeboten wird
Kindergarten mit Projektarbeit

ideale Form der Bildung im Kindergarten

  • Themen werden im Zusammenhang bearbeitet, z. B. Projekte wie „Auf dem Wochenmarkt“, „Beim Zahnarzt“
  • Kontakt zur „Außenwelt“ jenseits des Kindergartens wird gefördert
  • kann gut mit dem Situationsansatz kombiniert werden (Beispiel: Reggio-Pädagogik)
  • Ziel: Kinder erwerben im Zusammenhang und im Kontakt zur alltäglichen Umwelt alle erforderlichen Fähigkeiten
  • Förderung von Selbstständigkeit, Erfahrungslernen und Handlungsorientierung
  • zukunftsträchtiges Konzept, das auch in städtischen oder kirchlichen Kindergärten angeboten wird
Kindergarten mit traditionellem Ansatz

Themen werden von der Erzieherin vorgegeben

Ziel: Kinder sollen die vorgegebenen Inhalte möglichst spielerisch erlernen oder in bestimmten vorgegebenen Fertigkeiten gefördert werden

  • traditionelles Konzept, das meist in städtischen oder kirchlichen Kindergärten angeboten wird
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Kommentare zu "Welcher Kindergarten für mein Kind?"

  • Anonym schreibt am 26.02.2009

    Hallo!

    Bin schon seit Wochen dabei über den richtigen Kindergarten nachzugrübeln, nachzulesen und Informationen einzuholen. Bin schon fast am verzweifeln gewesen und möchte mich einfach bedanken über die gelungenen tabelarischen
    Informationen. Ein Kindergarten (bzw. Netz für Kinder mit Elternmitarbeit von ca. 9 Stunden im Monat) mit Projektarbeit kombiniert mit dem Situationsansatz war mir zwar schon vorher am sympatischsten doch jetzt bin ich einfach in meiner Entscheidung bestärkt.
    Herzlichen Dank

    nina
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