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Bewegungsspiele für Kinder
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Bewegung macht Ihr Kind klug!

Bewegungsspiele für Kinder

Schon früh fangen Babys an, sich zu bewegen. Was mit Strampeln beginnt, geht in Krabbeln und Laufen über. Kleinkinder lieben es dann, zu toben, rennen und klettern. Sie können Ihr Kind durch Bewegungsspiele unterstützen. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Kinder lieben es, sich zu bewegen. Je mehr sie sich bewegen, umso mehr verbessert sich die Motorik und Körperbeherrschung. Aber auch das Gehirn wird durch ständige Bewegung angeregt. Durch Krabbeln, Laufen, Rennen und Klettern nimmt Ihr Kind sich selbst, aber auch die Umwelt viel intensiver wahr. Aber das, was es auf diesem Wege wahrnimmt, was es also hört, sieht und fühlt, beeinflusst wiederum seine Bewegung. Diese Beeinflussung sorgt dafür, dass es neue, vorher nicht bekannte bzw. vorhandene Reize wahrnimmt. Diesen Kreislauf bezeichnet man als Sensomotorik. Hinzu kommt, dass Ihr Kind durch die Bewegung die Folgen von Kraft und Geschwindigkeit erlebt. So lernt es, wie es sich bewegen muss, um keine „Unfälle“ zu erleiden. Es erfährt, dass es seine Bewegungen dosieren kann. Zudem macht es die Erfahrung, dass Bewegung dabei hilft, Spannungen abzubauen, so dass es wiederum genügend Ruhe zum Spielen – und später auch zum Lernen – hat.

Schon Babys brauchen Gelegenheit zur Bewegung

Bereits im Babyalter machen Kinder die ersten Bewegungen. Zunächst handelt es sich dabei nur um Strampeln mit Armen und Beinen. Dies funktioniert aber nur, wenn Ihr Kind auch die Möglichkeit hat, sich frei zu bewegen. Babywippen sind daher kontraproduktiv, genauso wie das zu lange Verweilen auf dem Bauch in den ersten Lebenswochen.

  • Legen Sie Ihr Baby in den ersten Lebensmonaten auf eine große Decke auf den Rücken. So ist es in der Lage, nach Lust und Laune mit Armen und Beinen zu strampeln. Auch kann es Hände und Füße genau betrachten. So macht es erste Übungen für die Hand-Augen-Koordination. Diese ist wichtig für das Lesen und Schreiben in Zukunft.
  • Legen Sie Ihr Baby immer mal wieder kurz auf den Bauch – für längere Zeit zum Spielen aber erst dann, wenn es sich selbst auf den Rücken und wieder zurückdrehen kann.
  • Setzen Sie Ihr Kind erst dann hin, wenn es das auch von selbst beherrscht. Dann sollten Sie auch erst einen Hochstuhl nutzen. Vorher füttern Sie es besser auf dem Schoß, nutzen eine Wippe oder eine Babyschale.
  • Helfen Sie Ihrem Baby nicht zu viel. Jede Entwicklungsstufe Ihres Babys baut auf den vorhergehenden Stufen auf. Ihr Kind muss also erst die einfachsten Stufen beherrschen, damit es sich der nächsten von sich aus widmen kann. Zudem nehmen Sie Ihrem Kind, wenn Sie ihm immer wieder helfen, Arbeit ab. So beeinflussten Sie sein Durchhaltevermögen und seinen Willen zur Anstrengung negativ.

Überfordern Sie Ihr Kind nicht mit Bewegung

Eltern können es oft nicht abwarten, bis das Kind den nächsten Entwicklungsschritt macht. Doch übereilen Sie nichts. Auch wenn Sie sehnsüchtig darauf warten, dass Ihr Baby den ersten Schritt macht, es aber das Krabbeln vorzieht, sollten Sie ihm nicht helfen. Nehmen Sie es auch nicht an beiden Händen zum Laufen, wenn es noch nicht frei an den Möbeln entlanglaufen und die ersten Schritte ebenfalls frei machen kann.

Kinder beginnen in der Regel um die 40. Lebenswoche herum zu kriechen bzw. zu robben. Innerhalb der nächsten zwei Monate wird daraus das Krabbeln auf Händen und Knien. Diese Bewegung ist sehr wichtig. Es handelt sich dabei um eine Überkreuzbewegung, bei der linke und rechte Körperseite, aber auch Arme und Beine miteinander koordiniert werden müssen. Auf diese Weise wird durch das Krabbeln das Zusammenspiel von linker und rechter Gehirnhälfte gestärkt. Denn die Bewegungen der linken Körperseite werden von der rechten Gehirnhälfte und die der rechten Seite von der linken Gehirnhälfte gesteuert. Damit dies funktionieren kann, gibt es zwischen den beiden Gehirnhälften eine Brücke, den so genannten Balken, auch als Corpus callosum bezeichnet. Dieser Balken wird durch das Krabbeln zum ersten Mal richtig genutzt, damit die Bewegungen schnell aufeinander folgen können. So wird dieser Gehirnbereich schon im Babyalter trainiert.

Bewegungsspiele für jeden Tag

Für Babys und Kindergartenkinder gibt es verschiedene Bewegungsspiele, wie die Klebestreifen-Übungsstation (ab zwei bis drei Jahren): Kleben Sie in Ihrer Wohnung an passender Stelle (z. B. auf einer freien Fläche im Flur, Wohnzimmer oder Kinderzimmer) einen etwa 2 bis 3 Zentimeter breiten und ca. zwei Meter langen Klebestreifen (z. B. Tesa-Krepp, das zum Abkleben beim Malern verwendet wird). Wenn Ihr Kind an dieser Übungsstation vorbeikommt, kann es sich jedes Mal auf unterschiedliche Art und Weise darauf bewegen: krabbeln, in Trippelschritten ein Bein vor das andere setzen, im Storchengang marschieren (immer ein Bein hochziehen), rückwärts gehen, auf einem Bein hüpfen, mit beiden Beinen im Zickzack drüberspringen. Ihnen und Ihrem Kind werden sicher noch weitere Möglichkeiten einfallen, diesen Streifen über Jahre hinweg immer wieder anders zu benutzen. Anfangs sollten Sie Ihrem Kind ein oder zwei Bewegungsmöglichkeiten oder Bewegungsspiele vormachen. Es wird Sie dann bald nachahmen.

Balltraining für die Koordination: Besonders ist dieses Bewegungsspiel für Kindergartenkinder zu empfehlen! Sie können zusammen üben. Chancengleichheit bekommen Sie, wenn Sie mit einem Tennisball und Ihr Kind mit einem großen Kinderball spielt. Jede der genannten Trainingsstufen sollte Ihr Kind zehnmal absolvieren:

  1. Ball an die Wand werfen und wieder auffangen
  2. Ball auf den Boden prellen und wieder auffangen
  3. Ball an die Wand werfen, dann auf den Boden prellen lassen und auffangen
  4. Ball an die Wand werfen und vor dem Auffangen in die Hände klatschen
  5. Ball an die Wand werfen und vor dem Auffangen einmal um die eigene Achse drehen
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