Kommentare:
Vater und Tochter halten gemeinsam Sparschwein in den Händen
© My Make OU - 123rf.com

Kindergeld & Co: Diese Änderungen ab 2016 müssen Sie kennen

Familienfinanzen

Im neuen Jahr gibt es wieder einige gesetzliche Änderungen, unter anderem im Steuerrecht, beim Wohngeld und bei der Steuer und den Freibeträgen. Vor allem für Familien gibt es einige wissenswerte Neuerungen. Von besonderem Interesse ist dabei die Änderung beim Bezug von Kindergeld. Erfahren Sie hier die wichtigsten Veränderungen im Jahr 2016 und was Sie tun müssen, um weiterhin Kindergeld beziehen zu können 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

1.Änderungen beim Kindergeld Kindergelderhöhung

Zum 1.Januar 2016 erhöht sich das Kindergeld um jeweils 2 € monatlich, und zwar

  • für das erste und zweite Kind auf monatlich 190 €, für das dritte Kind auf monatlich 196 €,
  • für das vierte und jedes weitere Kind auf monatlich 221 €. Kindergeld wird grundsätzlich für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr,
  • für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr gezahlt. Ki

Kindergeldauszahlung: Nur noch mit Steuer-ID

Ab dem 1.Januar 2016 haben Eltern nur noch dann ein Recht auf Auszahlung des Kindergeldes, wenn der Familienkasse die jeweilige Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) vorliegt. Mit dieser Maßnahme sollen Doppelzahlungen und Betrug künftig verhindert werden.

Was Sie wissen müssen:

  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob der zuständigen Familienkasse die Steuer-ID vorliegt, schicken Sie sie möglichst schnell schriftlich dorthin. Telefonische Mitteilungen werden nicht akzeptiert.
  • Angegeben werden müssen die Steuer-ID des Kindes, für das Kindergeld beantragt oder bereits gezahlt wird, sowie die ID desjenigen Elternteils, der den Antrag stellt bzw. bereits Kindergeld bezieht.
  • Eine entsprechende Aufforderung durch die Familienkassen wird es nicht geben, Sie müssen von sich aus aktiv werden.
  • Doch keine Panik: Es reicht, wenn die Angaben im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden. Eine Kürzung des Kindergelds ist dann nicht zu befürchten.
  • Falls Sie es jedoch versäumen, die Steuer-Identifikationsnummern innerhalb des Jahres 2016 nachzureichen, ist die Familienkasse gesetzlich verpflichtet, die Kindergeldzahlung zum 1.Januar 2016 aufzuheben und das seit Januar 2016 gezahlte Kindergeld zurückzufordern.
  • Diese Regelung gilt ab 1.Januar 2016 für alle Kinder, für die Kindergeld beantragt bzw. bezogen wird, und ist unabhängig von deren Geburtsdatum.
  • Sie finden Ihre Steuer-Identifikationsnummer und die Ihres Kindes auf dem Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamts für Steuern. Ihre Steuer-ID steht aber auch auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung oder in Ihrem Einkommensteuerbescheid. Sollten Sie die ID nicht finden, können Sie sie online beim Bundeszentralamts für Steuern anfordern (www.bzst.de, Menüpunkt Steuerliche Identifikationsnummer). Ihre Steuer-ID wird Ihnen dann postalisch zugestellt.

2.Änderung beim Kinderzuschlag

  • Der so genannte Kinderzuschlag wird an Eltern ausgezahlt, die mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihres Kindes. Das Kind muss allerdings im Haushalt der Eltern leben.
  • Der Kinderzuschlag beträgt monatlich derzeit bis zu 140 € je Kind, ab dem 1.Juli 2016 wird er auf 160 € monatlich angehoben.
  • Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der zuständigen Familienkasse beantragt werden.

3.Änderungen der Freibeträge und bei der Steuer

  • Der Kinderfreibetrag wird im Jahr 2016 auf 4608 € erhöht.
  • Außerdem gibt es einen Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2.640 €.
  • Der steuerliche Grundfreibetrag wird im Jahr 2016 von 8.472 € auf 8.652 € erhöht. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag entsprechend auf 17.304 €.
  • Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner können laut Steuerzahlerbund bis zu einem Betrag von 13.805 € im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden.

4.Änderungen beim Wohngeld

Zum 1.Januar 2016 wird ein neues Wohngeldgesetz in Kraft treten.

  • Die Höhe des Wohngeldes wird um durchschnittlich 39 % angehoben.
  • Die Miethöchstbeträge, also die Grenze, bis zu der die Miete bezuschusst wird, werden ebenfalls angehoben. Diese Steigerung geschieht jedoch regional gestaffelt: In Regionen, in denen die Mieten überdurchschnittlich steigen, werden die Miethöchstbeträge ebenfalls überdurchschnittlich stark ansteigen.

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Kindergeld & Co: Diese Änderungen ab 2016 müssen Sie kennen"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Steuertipps für Familien" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Steuertipps für Familien" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?