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vier-köpfige Familie zusammen auf der Couch
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Steuertipps: Was Sie über das neue Erbschaftsteuerrecht wissen sollten

Die Freibeträge wurden großzügig erhöht – aber auch die Steuersätze!

Mit der Erbschaftsteuerreform wurden die steuerfreien Beträge für die Kernfamilie deutlich erhöht. Der Ehepartner muss erst bei einem Erbe über 500.000 Euro Steuern zahlen, Kinder erst ab 400.000 Euro und Enkelkinder ab 200.000 Euro. Wenn Eltern ihre Kinder beerben sollten, steht ihnen ein Freibetrag von je 100.000 Euro zur Verfügung, Geschwister und andere Verwandte sowie Nicht-Verwandte können maximal 20.000 Euro steuerfrei behalten.  

Expertenrat von 
Dr. Dietmar Kowertz, Verbraucherschutz-Experte

Im Gegenzug zu dieser Steuerentlastung naher Angehöriger wurden allerdings die Erbschaftsteuersätze deutlich erhöht. Jeder Euro oberhalb dieser Freibeträge muss versteuert werden. Wie hoch der Steuersatz der Erben ist, hängt zum einen vom Nachlassvermögen und zum anderen von der Erbschaftsteuerklasse ab. Die hat übrigens nichts mit der Steuerklasse in Ihrer Einkommensteuer-Erklärung zu tun!

Steuertipps zu den verschiedenen Steuerklassen

In der relativ günstigsten Steuerklasse I befinden sich die Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Stiefkinder, Enkel, Urenkel sowie Eltern und Voreltern. Steuerklasse II umfasst Geschwister, Schwiegerkinder, Eltern und Voreltern (sofern nicht in Steuerklasse I) sowie geschiedene Ehe- und eingetragene Lebenspartner. Alle anderen Erben werden in Steuerklasse III eingestuft.

Beispiel: 
Eine Witwe wird von ihrer Schwiegertochter viele Jahre gepflegt. Nach ihrem Tod wird diese Alleinerbin des Nachlassvermögens in Höhe von 180.000 Euro. Davon sind 20.000 Euro steuerfrei. 160.000 Euro muss sie zu einem Steuersatz von 20 % (Steuerklasse II) versteuern, – das Finanzamt kassiert also 32.000 Euro. 

Steuertipp-Bonbon: Der besondere Versorgungsfreibetrag

Ehepartnern, eingetragenen Lebenspartnern, Kindern und Stiefkindern stehen im Erbfall neben den persönlichen Freibeträgen zusätzlich so genannte „besondere Versorgungsfreibeträge“ nach § 17 ErbStG zu. Sie belaufen sich auf 256.000 Euro für Ehe- und eingetragene Lebenspartner sowie für Kinder altersgestaffelt zwischen 52.000 und 10.300 Euro. Diese Freibeträge werden allerdings gekürzt, wenn dem/n Hinterbliebenen durch den Tod des Erblassers erbschaftsteuerfreie Versorgungsbezüge zustehen, die nicht der Besteuerung unterliegen, insbesondere also gesetzliche Rentenansprüche. Der Versorgungsfreibetrag wird um den Kapitalwert der Versorgungsansprüche gemindert.
 

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