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Stress mit Versicherung

Richtig und Rechtswirksam kündigen

Wichtige Tipps zum Umgang mit Versicherern.

Wollen Sie Ihre Versicherung wechseln, weil Sie eine günstigere gefunden haben? Oder weil sie überflüssig geworden ist? Oder weil sie bei einer Schadensregulierung nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat? Ganz gleich, aus welchem Grund Sie Ihrer Versicherung ade sagen: Damit die Kündigung unmissverständlich und rechtswirksam ist, gibt es ein paar Grundregeln, die Sie dabei beachten müssen. 

Expertenrat von 
Dr. Dietmar Kowertz, Verbraucherschutz-Experte

Grundsätze bei der Kündigung der Versicherung

  • Beim Wechsel der Versicherung sollten Sie einen Altvertrag erst dann kündigen, wenn Ihnen die Zusage des neuen Versicherers vorliegt. Ansonsten riskieren Sie versicherungslose Zeiten und stehen im Falle eines Falles ohne Schutz da. Wenn eine Gesundheitsprüfung erforderlich ist, sollten Sie die Unterlagen genau darauf hin prüfen, ob Sie bei der neuen Versicherung eine Absicherung im gleichen Umfang erhalten wie bei Ihrer bisherigen.
  • Alle Briefe, die Sie beim Wechsel einer Versicherung schreiben (Kündigung der alten, Antrag auf Aufnahme bei der neuen Versicherung), verschicken Sie als Einschreiben/Rückschein. Nur so können Sie später die Kündigung bzw. Termin- und Fristeinhaltungen nachweisen.
  • Halten Sie die in den Versicherungsunterlagen angegebenen Termin unbedingt ein. Meist haben Sie eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres (nicht Kalenderjahres), bei manchen Versicherungen (z.B. Kfz-Haftpflicht) können Sie sogar mit einmonatiger Frist kündigen. Bei Krankenversicherungen dürfen Sie meist erst nach mindestens 18- bzw. 24-monatiger Zugehörigkeit kündigen.

Ihr Recht auf außerordentliche Kündigung …

...können Sie immer dann wahrnehmen, wenn Ihre Versicherung die Prämien erhöht, ohne gleichzeitig die Leistungen zu verbessern. Wenn Sie die Mitteilung im Briefkasten finden, haben Sie einen Monat (zwei Monate bei einer gesetzlichen Krankenversicherung) Zeit zu kündigen. Die Kündigung gilt dann mit sofortiger Wirkung bzw. frühestens ab dem Zeitpunkt, zu dem die Prämien erhöht werden (bei gesetzlichen Krankenversicherungen erst zum Ende des übernächsten Monats). Beachten Sie bitte folgende Ausnahmen von dieser Regelung:

Haben Sie die Versicherung zwischen dem 1.1.1991 und dem 28.7.1994 abgeschlossen, muss der Beitrag um mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. um mehr als 25 Prozent gegenüber dem Erstbeitrag erhöht werden, damit Sie außerordentlich kündigen können. Haben Sie den Vertrag vor dem 1.1.1991 unterschrieben, gelten die im Vertrag genannten Regelungen (meistens muss eine Erhöhung um 10 Prozent vorliegen).

Kündigung nach einem Schadensfall

Eine Sach- oder Haftpflichtversicherung können sowohl Sie als auch Ihre Versicherung nach einem Schadensfall kündigen. Mit der Kündigung können Sie sich sogar bis zum Ende des Versicherungsjahres Zeit nehmen, Ihr Versicherer muss eine Frist von einem Monat einhalten. Zu viel gezahlte Beiträge muss der Versicherer Ihnen erstatten.

Soeben geschlossene Verträge kündigen

Einen unterschriebenen Vertrag können Sie innerhalb von zwei Wochen schriftlich widerrufen, Lebensversicherungen sogar bis zu 30 Tage.

Gut zu wissen: Das Widerrufsrecht entfällt, wenn …

  • die Versicherungszeit weniger als einen Monat beträgt,
  • Sie die Versicherung schriftlich, telefonisch, via Fax oder Internet abgeschlossen haben, ohne dass Sie einen Mitarbeiter persönlich getroffen haben,
  • es sich um eine vorläufige Deckung der Versicherung handelt, z.B. um die Wartezeit bis zur Antragsbearbeitung zu verkürzen,
  • es sich um eine Versicherung bei einer Pensionskasse handelt.

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