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Volljährigkeit Rechte Pflichten
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Endlich volljährig: Welche Pflichten Sie als Eltern bei volljährigen Kindern haben!

Rechte und Pflichten bei der Volljährigkeit

Kinder zu erziehen ist nicht immer einfach. Doch irgendwann ist jede Kindheit zu Ende. Der 18. Geburtstag und die Volljährigkeit nahen mit Riesenschritten. Aber ändert sich wirklich etwas bei der Volljährigkeit, oder bleibt alles wie gehabt? 

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Volljährigkeit: Was sagt das Familienrecht dazu?

Natürlich ist der 18. Geburtstag für das Kind ein großer Meilenstein. Vor dem Gesetz ist das Kind ab sofort erwachsen. Es kann von jetzt an einen Ausbildungsvertrag unterschreiben - die Einwilligung der Eltern ist nicht mehr erforderlich. Die Tochter oder der Sohn kann endlich ausziehen und seinen Wohnort selbst bestimmen. Im Grunde ist das Kind jetzt selber für sich verantwortlich.

Trotzdem: Welche Pflichten haben Eltern, wenn Kinder volljährig werden?

Moralische Pflichten der Eltern den Kindern gegenüber enden nie. Jede Mutter, jeder Vater wird sich für sein Kind verantwortlich fühlen, wenn es in der Pubertät „Mist baut“. Vor dem Gesetz muss es sich allerdings selbst verantworten.

Unterhaltspflicht gegenüber volljährigen Kindern

Trotzdem gibt es die Verpflichtung der Eltern gegenüber ihrem Kind, es weiter zu unterhalten, wenn es dazu nicht in der Lage ist. Im Klartext heißt das, dass Eltern ihrem Kind solange Unterhalt schulden, bis es eine erste Berufsausbildung absolviert oder ein Studium beendet hat. Wohlgemerkt: Davon tangiert ist eine Erstausbildung. Wenn ein Studium unzumutbar lange dauert, weil der Sprössling lieber feiert, statt fürs Examen zu lernen, kann die Unterhaltspflicht schon mal zum Streitfall werden. Grundsätzlich schulden die Eltern zwar ihrem Kind die Erstausbildung, allerdings unter Berücksichtigung der eigenen wirtschaftlichen Fähigkeiten. Die Eltern müssen sich also nicht verschulden, damit der Herr Sohn seinen Doktor machen kann, oder dem Fräulein Tochter ihr Auslandsstudium finanzieren. Auch Privatschulen gehören nicht zur üblichen Finanzierung einer Ausbildung.

Oft genug passiert es auch, dass Kinder ihre Ausbildung abbrechen und danach ohne Arbeit dastehen. Dazu hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden, dass der Unterhaltsanspruch des Kindes erlischt, wenn das volljährige Kind sich nach einer abgebrochenen Ausbildung nicht um eine neue Arbeitsstelle bemüht. In diesem Fall liegt das Risiko der Arbeitslosigkeit beim Kind - nicht bei den Eltern. Unterhalt müssen sie in diesem Fall nur für eine angemessene Übergangszeit leisten.

Ein ähnlicher Fall besteht, wenn das Kind die Ausbildung abbricht, um eine neue zu beginnen. Hier muss festgestellt werden, dass die Unterhaltsverpflichtung sich auf nur eine Ausbildung bezieht.  Eine Ausnahme besteht darin, dass ein Kind zunächst eine Ausbildung macht und darauf ein Studium anschließt, beispielsweise eine kaufmännische Lehre und ein nachfolgendes Betriebswirtschaftsstudium.  In diesem Fall kann die weitere Unterhaltsverpflichtung gegeben sein. Anders sieht es aus, wenn statt des betriebswirtschaftlichen Studiums eine Umorientierung erfolgt und der Sohn oder die Tochter etwa Physik studiert.

Doch nicht jede Umorientierung führt dazu, dass die Unterhaltsverpflichtung der Eltern endet. Ein Fachwechsel in einem Studienfach in den ersten Semestern bewirkt noch keine Unterhaltsverwirkung.

Unterhaltsverpflichtung von Geschiedenen gegenüber ihren volljährigen Kindern

Geschiedene, die sich bisher als hauptsächliche Bezugsperson um das Kind gekümmert haben, müssen jetzt beachten, dass sich nach Vollendung des 18. Lebensjahres der Anspruch des Kindes ändert. Ab sofort müssen Geschiedene ihrem Kind gegenüber Barunterhalt leisten, ebenso wie der Ex-Partner. Bisher war der Unterhaltsanspruch mit der Erziehung und Unterbringung des Kindes abgedeckt. Doch nach dem 18. Geburtstag muss auch der Erziehende das Kind finanziell unterstützen, jedenfalls sofern seine wirtschaftlichen Verhältnisse das zulassen. Lebt das Kind aber bei der Mutter, gewährt sie ihm somit Naturalunterhalt. Das sind Wohnung, Essen und Bekleidung. Diesen Naturalunterhalt kann sie mit dem Barunterhalt verrechnen, womit der Unterhaltsanspruch des Kindes gegenüber der Mutter aufgehoben werden kann. Allerdings ist auch der leibliche Vater unterhaltspflichtig. Er kann sich nicht damit herausreden, das Kind sei jetzt „alt genug“ und er hätte sowieso nichts mit ihm zu tun.

Worin begründet sich der Unterhaltsanspruch von volljährigen Kindern?

Grundlage für einen Unterhaltsanspruch ist § 1601 BGB, in dem es heißt, dass Verwandte in gerader Linie verpflichtet sind, einander Unterhalt zu gewähren. § 1602 Absatz 1 BGB führt aus, dass nur der unterhaltsberechtigt ist, der außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Dass dieser Satz auf die Kinder zutrifft, die mit 18 Jahren noch keine Lehre abgeschlossen haben und noch zur Schule gehen, steht außer Frage.

 

Wie hoch ist der Unterhaltsanspruch bei erwachsenen Kindern?

Die Höhe des Unterhalts wird nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle berechnet und hängt vom Einkommen der Eltern ab. Umso höher das Einkommen der Eltern ist, umso mehr Unterhaltsgeld kann das Kind von den Eltern erwarten. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, einen Teil des Unterhalts mit Naturalunterhalt abzudecken, also beispielsweise das Kind bei sich wohnen zu lassen und es mit Essen zu versorgen. In diesem Fall muss das Kind keine „Studentenbude“ finanzieren, denn es hat ja Kost und Logis frei.

Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich zur allgemeinen Information über die jeweiligen Rechtsgebiete beziehungsweise über die jeweiligen rechtlichen Situationen. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und kann die rechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen!

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Kommentare zu "Endlich volljährig: Welche Pflichten Sie als Eltern bei volljährigen Kindern haben!"

  • Maud schreibt am 07.12.2014

    Wie ist das Elternpflicht/recht wenn das volljähriges Kind:
    -ein Fachabbi abgeschlossen hat
    -aus eingenen Wunsch ausgezogen ist
    -keine neue Ausbildung/Studiumplatz hat (weil er sich nicht drum gekümmet hat)
    -Arbeit nach paar Tagen selber gekündigt hat
    -nicht bemüht um neue Arbeitsplatz, Ausbildung, Studium zu suchen

    Sollen die Eltern trotzdem seinen Schulden bezahlen?
    Wir bitten um eine Antwort.
    Vielen Dank
  • Marianka schreibt am 22.11.2014

    Eine wirklich gute Mutter lässt ihr ( Kind Sohn / Tochter ) NIEMALS auf der Straße schlafen !
    Ich bin 31 Jahre alt und lebe auf der Straße seit ca 2 Monaten . Ich lebte 4 jahre in Köln bei meinem jetzigen EX freund und er ging Nicht Wirklich gut mit mir um !
    er konnte nichts mit Worte anfangen . Es viel permanent das wort "Du , Du , Du ... immer wegen iergendwelche Kleinigkeiten . Nichtmal um eine dritt genannte person um der es gehen könnte . Nein weil er nur arbeit in der woche und 5 abende im monat am Wochenende tätigt . Dabei wat ich immer angespannt weil so gut wie kaum noch was lief zwischen uns . Und das hat mich immer so launisch gemacht das ich iergendwie Stück um Stück lauter wurde . weil ich nur noch ,,nerv mich nicht , verpiss dich oder such dir doch men anderen ...,und geschlagen hat er mich ab und zu und er ist sehr kräftig ca 95 kilo und hat kampfsport trainiert und war dadurch viel extremer drauf . bei rum kam . Ja bin wieder in meine Heimatstadt angekommen und nu steh ich seit 2 Monaten hier im Dorf bei 10.000 Einwohner auf der Straße . Fast jeder kennt sich untereinander und reden schlecht über mich ... behaupten das ich gesucht werde von der police weil ich bei irgendwelchen Männern mir ein bett teilen muss zumal jeden tag zu sehen muss das ich ein schlaf Platz ermöglichen kann . Aber alles das ist es noch nicht !
    ich habe schon ein Sozialleistungs antrag gestellt um mich finanziell über Wasser halten zu können weil ich leider auch keine eigenen leistungen beziehen kann und mittellos bin und kein wohnsitz habe und auch immer pech habe bei der findung einer Arbeit .
  • Kerstin schreibt am 05.03.2014

    Hy..lebe seit eineinhalb Jahren getrennt mit meinen 19 jährigen Zwillingen. Mit dem einen habe ich nur noch stress und ärger. .seine oma hat eine leer stehende wohnung..er hat eine Ausbildung +Kindergeld und bräuchte dort nichts zahlen.meine frage..darf ich ihn rauswerfe??
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