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Kinderrechte

Die Rechte der Kinder erläutert

Kinder haben Rechte. Weil dies so ist, wurden am 05.12.1989 in der UN-Kinderrechtskonvention die Rechte des Kindes festgelegt. Diese Konvention trat am 02.09.1990 in Kraft und erlangte am 05.04.1992 auch für die Bundesrepublik Deutschland Gültigkeit 

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Diese von der Weltgemeinschaft verabschiedete Konvention wurde von 193 Staaten unterschrieben. Kinderrechte sind Menschenrechte. Deshalb sind in den Kinderrechten grundsätzliche Rechte der Menschlichkeit verankert. Zu den Wesentlichsten gehören:

Das Recht zum Leben

Die Vertragsstaaten haben sich verpflichtet, Kindern das Überleben zu sichern und dafür zu sorgen, dass ausreichend Ernährung und sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Die ärztliche Versorgung, sowie ein Dach überm Kopf sollen gewährleistet sein. Die Kinder sollen sich körperlich und geistig entwickeln können und deshalb die Möglichkeit bekommen, eine Schule zu besuchen. Sie haben das Recht auf Spiel und eine Erholungszeit. Außerdem haben sie das Recht mit ihrer Familie zusammen zu leben.

Das Recht auf Namen und Staatsangehörigkeit

Ausweispapiere sind bei uns schon längst eine Selbstverständlichkeit. Doch in vielen Ländern gibt es keine Geburtsurkunde für ein Neugeborenes. Da bei einem Schulbesuch die Vorlage einer solchen Urkunde häufig gefordert wird, sind solche Kinder von vornherein von Bildung ausgeschlossen. Sie sind außen vor, wenn es um die ärztliche Versorgung, oder auch um die spätere Wahlberechtigung geht. Durch Ausweispapiere können Kinder vor schlimmen Erfahrungen bewahrt werden, Frühehen gehören genauso dazu, wie Kinderarbeit, oder auch der Einzug zu den Kindersoldaten.

Das Recht auf Gesundheitsvorsorge

Während die UNICEF bei Kinderkrankheiten wie Diphterie, Polio, Tetanus, Keuchhusten, Masern und TBC durch gezielte Impfmaßnahmen Erfolge aufweisen konnte, sterben Kinder und insbesondere Kleinkinder noch immer an Lungenentzündungen und Durchfall. Diese Krankheiten werden häufig durch ungenießbares Wasser und Luftverschmutzungen hervorgerufen. Deshalb ist sauberes Wasser ein wichtiges Grundrecht für das gesunde Aufwachsen von Kindern. Genauso wie eine ausreichende und gesunde Ernährung dazu gehört. Ebenso sind vorbeugende gesundheitsfördernde Maßnahmen wichtig.

Das Recht auf Bildung

Noch immer gibt es auf unserer Welt 72 Millionen Kinder, die von Bildung ausgeschlossen sind. Ungefähr die Hälfte davon ist in Afrika zu Hause. Besonders häufig sind Mädchen davon betroffen. Doch Kinder haben das Recht auf Schulbildung, ohne dass Kosten dafür entstehen dürfen. Der Aktionsplan „Bildung für alle“ wurde von 164 Staaten auf dem Weltbildungsforum im Jahr 2000 angenommen. Zumindest der Abschluss einer Grundschule soll damit gewährleistet werden. Bildung ist der Schlüssel zu einem Leben, bei dem die Menschen ihr Auskommen finden.

Das Recht auf Mitbestimmung

Kinder sollen ihre Meinung frei äußern dürfen. Sie haben auch das Recht, ihre Meinungen in gedruckter Form weiterzugeben und Informationen zu empfangen. Kinder haben das Recht auf Gewissens- und Religionsfreiheit. Das Kind  darf seine Weltanschauung ausdrücken und ausleben. Kinder dürfen sich mit anderen zusammentun und friedlich versammeln. Kinder haben ein Recht auf Privatleben. Sie haben ein Recht auf Zugang zu Informationen und den Massenmedien. Außerdem haben sie ein Recht darauf, dass sie gehört werden.

Das Recht auf Schutz

Kinder, denen etwas angetan wurde, haben ein Recht auf einen Anwalt. Kinder haben ein Recht auf ihren eigenen Körper. Die UNICEF schätzt den weltweiten Anteil der Kinder, die als Kinderprostituierte missbraucht werden auf zwei Millionen. Kinder haben ein Recht auf Schutz vor sexueller Ausbeutung und vor sexuellem Missbrauch. Zudem haben Kinder ein Recht auf Schutz vor Sklaverei und Zwangsarbeit. 217 Millionen Kinder werden tagtäglich ausgebeutet und arbeiten unter den schwierigsten Bedingungen. Doch Kinder dürfen spielen und lernen. Die Vertragsstaaten bekannten sich dazu, Gesetze festzulegen, die ein Mindestalter für arbeitende Menschen vorsehen und die auch die Rahmenbedingungen für Minderjährige human regeln. Kinder sollen im Frieden leben dürfen. Weltweit gibt es ungefähr 25.000 bis 300.000 Kindersoldaten, die von skrupellosen Menschen zum Töten und als Minensucher und Minenleger missbraucht werden. 

Das Recht auf ein Leben ohne Gewalt:

Bei uns wurde die Prügelstrafe in den Schulen in den 1970er Jahren abgeschafft. Doch in vielen Ländern sieht das noch anders aus. In 31 Ländern ist als Strafe sogar das Auspeitschen vorgesehen und manchmal schreckt man selbst vor einer Amputation nicht zurück. Doch sogar in den Industrieländern sterben Jahr für Jahr 3.500 Kinder, weil sie körperlichen Misshandlungen zum Opfer fielen. Seit 2009 ist ein UN-Sonderbeauftragter dafür zuständig, den Kinderschutz und die Gewaltprävention auf der ganzen Welt zu optimieren.

Das Recht auf eine menschliche Bestrafung

Auch Kinder fallen strafrechtlich auf. Bei uns kennt das Gesetz bis zum 14. Lebensjahr eine Strafunmündigkeit. Erst danach können Kinder verurteilt werden. In anderen Ländern gibt es andere Gesetze. Deshalb schmachten in 44 Ländern rund eine Million Kinder in Gefängnissen, mehr als die Hälfte davon wurde nicht einmal ordentlich verurteilt. In fünf Staaten wurden Kinder zum Tode verurteilt. Dreißigmal passierte das allein im Iran. Doch auch aus den USA sind neun Fälle bekannt. Deshalb wurde in den Kinderrechten das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren mit aufgenommen.  

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