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Mietkosten zahlen
© Gina Sanders

Miete und Mieterhöhung: Was ist wirklich rechtens?

Ihre Rechte als Mieter

Sie wohnen zur Miete und Ihr Vermieter will nach kurzer Zeit die Mietkosten erneut erhöhen? Das müssen Sie nicht einfach so hinnehmen! Lesen Sie hier, welche Rechte Sie als Mieter genießen und wie Sie unrechtmäßige Mieterhöhungen erkennen. 

Expertenrat von 
Dr. Dietmar Kowertz, Verbraucherschutz-Experte

Zunächst einmal gilt: Der Vermieter darf die Miete nicht nach seinem Gutdünken in die Höhe schrauben. Stattdessen kann er höchstens so viel verlangen, wie für Wohnraum vergleichbarer Größe, Lage, Art (Neubau oder Altbau) im Durchschnitt gezahlt wird. Dieser Wert ergibt sich meist aus dem so genannten Mietspiegel, der von den Kommunen erhoben und in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Fragen Sie einfach bei Ihrer Gemeinde oder beim örtlichen Mieterverein nach. Viele Mietspiegel finden Sie auch im Internet. 

Wenn kein Mietspiegel vorhanden ist ...

Nicht in jeder Ortschaft werden Durchschnittsmieten erhoben – insbesondere in kleinen, abgelegenen Gemeinden sucht man vergeblich nach einer aussagekräftigen Datenbank. In so einem Fall kann der Vermieter zur Ermittlung des angemessenen Quadratmeterpreises ein Gutachten vorlegen oder die Mieten von wenigstens drei Vergleichswohnungen heranziehen.

Mein Tipp für Ihre Mietwohnung
Als betroffener Mieter sollten Sie diese Angaben genau überprüfen. Oft verweisen Vermieter hier auf deutlich kleinere Vergleichswohnungen. Das ist aber nicht erlaubt. Hintergrund: Bei kleineren Wohnungen ist der Quadratmeterpreis im Verhältnis höher als bei großen Wohnungen gleicher Lage.

Ihre Zustimmung ist erforderlich

Selbstverständlich muss der Mieter die Mieterhöhung nicht klaglos hinnehmen. Der Gesetzgeber räumt ihm eine Frist von zwei Monaten zur Überprüfung – und zwar gemessen ab dem Ende des Monats, an dem Sie das Mieterhöhungsverlangen erhalten haben. Übrigens: Etliche Mieterhöhungen scheitern schon aus rein formalen Gründen. Eine sofortige Preiserhöhung etwa ist grundsätzlich unwirksam.

Gut zu wissen: Zwischen zwei Mieterhöhungszeitpunkten müssen immer mindestens 15 Monate liegen. Beispiel: War die letzte Mietpreiserhöhung im November 2012, darf der Vermieter frühestens ab März 2014 mehr Geld verlangen.

Anderseits hat der Vermieter das Recht, eine gerechtfertigte Mietpreiserhöhung gerichtlich durchzusetzen. Setzt er sich durch, kann das Gericht die Mieterhöhung auch nachträglich für gültig erklären. Dann sollten Sie die rückständigen Mieten spätestens nach zwei Monaten zahlen. Sonst droht Ihnen die Kündigung wegen Verzug!

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